20-Jährige verkauft Marihuana an Schüler: ein Wochenende Arrest

Weil sie ins­ge­samt acht Mal im ver­gan­genen Jahr in Unna jeweils ein Gramm Mari­huana erworben und auch ver­kauft haben soll, musste sich die 20-jäh­rige Holzwicke­derin L. heute (12. April) vor dem Amts­ge­richt in Unna ver­ant­worten. Beson­ders schäbig: In einem der Fälle soll sie auch einem zwölf­jäh­rigen Schüler Mari­huana ver­kauft haben.

Auf der Ankla­ge­bank ver­wei­gerte die 20-Jäh­rige, die ohne juri­sti­schen Bei­stand erschienen war, heute jede Aus­sage zu den Vor­würfen. Also war Rich­terin Birgit Viel­haber-Kart­haus allein auf die Zeu­gen­aus­sagen ange­wiesen. Einer der Zeugen war der angeb­liche Dealer, von dem die Holzwicke­derin im ver­gan­genen Sommer vorigen Jahres im Kur­park sieben Mal Mari­huana gekauft hatte. So hatte sie es jeden­falls in ihren Ver­neh­mungen gegen­über den Dro­gen­fahn­dern der Polizei aus­ge­sagt.

In der geson­derten Haupt­ver­hand­lung, die dar­aufhin gegen den 23-Jäh­rigen angeb­li­chen Dealer eröffnet wurde, ruderte L. dann aber zurück: Der 23-Jäh­rige habe ihr nie Drogen ver­kauft. Sie habe gegen­über der Kripo eine Falsch­aus­sage gemacht. Der 23-Jäh­rige wurde dar­aufhin frei­ge­spro­chen.

Im Zeu­gen­stand revan­chierte er sich heute prompt für diesen Rück­zieher der Holzwicke­derin. „Ich habe ihr nie Mari­huana ver­kauft“, erklärte er auf Nach­frage der Rich­terin.

Nur noch ein Tatvorwurf bleibt nach Zeugenaussagen übrig

Der inzwi­schen 13-jäh­rige Gym­na­siast konnte sich aller­dings im Zeu­gen­stand gut daran erin­nern, wie er im Oktober 2016 auf dem Spiel­platz am Salzweg in Unna bei der Ange­klagten L. ein Gramm Mari­huana für zehn Euro im Papier­tüt­chen gekauft hat. Den Auf­trag dazu hatte er von einer anderen Jugend­li­chen bekommen, der er – ohne zu wissen was er da über­haupt kaufen sollte – die zehn Euro sogar noch geliehen hatte. Erst als er ihr das Tüt­chen gegeben hatte und sie sich daraus einen Joint drehte, däm­merte dem Pen­näler, was er da für sie besorgt hatte.

Auch der ver­neh­mende Beamte wurde heute im Zeu­gen­stand gehört. Er konnte aller­dings nur bestä­tigen, was er auch im Pro­to­koll schon ver­merkt hatte: Die Ange­klagte L. habe sei­ner­zeit aus­ge­sagt, was sie später in der Haupt­ver­hand­lung gegen den 23-Jäh­rigen wider­rufen hatte: Sie habe ins­ge­samt sieben Mal von ihm jeweils ein Gramm Mari­huana gekauft.

Von den L. ins­ge­samt vor­ge­wor­fenen acht Ver­gehen gegen das Betäu­bungs­mit­tel­ge­setz sah die Staats­an­wältin heute nach den Zeu­gen­aus­sagen nur noch den Ver­kauf von einem Gramm Mari­huana an den zwölf­jäh­rigen Schüler als erwiesen an und plä­dierte auf Frei­zeit­ar­rest für L.

So sah es schließ­lich auch Rich­terin Birgit Viel­haber-Kart­haus, für die kein Zweifel bestand, dass L. als Her­an­wach­sende mit einer Rei­fe­ver­zö­ge­rung noch unter das Jugend­straf­recht fällt. Zugun­sten der Ange­klagten konnte das Gericht leider kein Geständnis berück­sich­tigen. Zudem ist L. mit einer Sach­be­schä­di­gung vor­be­la­stet. Des­halb lau­tete das Urteil der Rich­terin auf ein Wochen­ende (von Freitag bis Montag) Frei­zeit­ar­rest für die Holzwicke­derin.

BTM


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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