14jähriger Sohn zeigt Vater wegen Körperverletzung an: 1.750 Euro Geldstrafe

Gerade in einer Familie hat Gewalt nichts zu suchen“, ermahnte Richter Jörg Granseuer einen 42jährigen Holzwickeder Vater – und ver­ur­teilte ihn wegen vor­sätz­li­cher Kör­per­ver­let­zung zu einer Geld­strafe in Höhe von 1.750 Euro, weil er seinen zur Tat­zeit 13jährigen Sohn geschlagen und kräftig im Nacken gepackt hat. Dar­aufhin hatte der Sohn seinen Vater bei der Polizei ange­zeigt.

Noch am ersten Ver­hand­lungstag war nicht klar, ob die Anzeige des Sohnes nicht mög­li­cher­weise auch auf einen Racheakt seiner Mutter, der Ex-Frau des Ange­klagten, zurück­geht. Denn ärzt­lich atte­stierte Sym­ptome oder gar Ver­let­zungen konnten der Junge und seine Mutter nicht vor­weisen. Und der Vater beteu­erte bis zum Schluss seine Unschuld: „Ich habe meinen Sohn weder gewürgt noch geschlagen. Ich würde nie mein Kind schlagen.“

Richter Jörg Granseuer hatte des­halb einen wei­teren Ver­hand­lungs­termin heute ansetzen müssen, um als Zeugen den Poli­zei­be­amten, der die Anzeige des Jungen und seiner Mutter auf­ge­nommen hatte, und die jün­geren Schwe­ster des Jungen, die bei dem Vor­fall im Juli vorigen Jahres dabei gewesen ist, zu hören.

Fotos und Aussage der Schwester überzeugen Gericht

Auch die Mit­ar­bei­terin und Freundin des Ange­klagten, die eben­falls damals anwe­send war, wurde noch einmal befragt. Genau wie der Ange­klagte blieb sie bei ihrer Aus­sage, dass S. seinen Jungen nicht geschlagen habe, Es habe „keine Gewalt“ des Vaters gegen seinen Sohn gegeben.

Anschlie­ßend legte der Poli­zei­be­amte dem Gericht Fotos vor, die bei der Straf­an­zeige sei­ner­zeit zu Pro­to­koll genommen wurden. Die Bilder zeigten den Jungen, so hieß es heute im Gericht, dessen linke Gesichts­hälfte stark gerötet war, einige Kratzer am Hals sowie einige rote Äder­chen im Auge.

Nach Dar­stel­lung der jün­geren, zwölf Jahre alten Schwe­ster des Jungen im Zeu­gen­stand stritten Vater und Sohn am Tattag heftig, wobei der Junge seinen Vater schlug. Mit den Worten „Man schlägt seinen Vater nicht!“, habe ihr Vater dar­aufhin ihren Bruder am Hals gepackt, so dass er keine Luft mehr bekam, und eben­falls in den Bauch geschlagen.

Ihr Vater und Ange­klagter beteu­erte jedoch wei­terhin heute seine Unschuld: „Ich habe meinen Sohn nicht geschlagen. Ich sage die Wahr­heit!“

Wie sich bei der wei­teren Befra­gung des Mäd­chens dann her­aus­stellte, hatte ihr Vater sie vor einigen Tag außerdem gebeten, nicht gegen ihn aus­zu­sagen, weil „ich sonst ins Gefängnis komme“.

Der Ver­tei­diger von S. plä­dierte auf Frei­spruch für seinen Man­danten.

Der Ankla­ge­ver­treter und auch Richter Jörg Granseuer sahen nach Aus­sage des Poli­zei­be­amten und der Schwe­ster des Jungen keine berech­tigten Zweifel mehr an der Schuld von S., der kei­nerlei Vor­strafen hat. Das Urteil: eine Geld­strafe von 50 Tages­sätzen a ‘ 35 Euro.

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