Zweifel am gutem Willen beim Kita-Neubau: Lösungsfindung oder Verhinderung?

Das gelbe Flatterband auf der Freifläche soll die genaue Größe des Baukörpers der Kita anzeigen. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Mit diesem gelben Flatterband auf der Freifläche zeigte Reinhard Gerlings auf, wie der Baukörper der Kita aufgestellt werden könnte, ohne dass die Bäume links im Bild alle gefällt werden müssten.  (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Mit einiger Verwunderung haben Angelika und Reinhard Gerlings die aktuelle Diskussion und Berichterstattung im Emscherblog zum Kita-Neubau im Emscherpark zur Kenntnis genommen: „Es ist schon erstaunlich, welche Nebelkerzen geworfen werden, um zu vermeiden, dass das Gebäude auch nur geringfügig gedreht oder verschoben wird“, sagt Reinhard Gerlings, der auch Anlieger des Festplatzes ist.

„Jetzt wird auf einmal eine ehemalige Mülldeponie unter dem Parkplatz der Kirchstraße ins Spiel gebracht, auf der nach Aussage älterer Bürger aber lediglich Hausmüll entsorgt wurde und die exakt unter dem Parkplatz am Edeka-Markt liegt“, so Gerlings weiter.  Alte Fotos bestätigten die Lage der Hausmüllkippe.

Ist die Bodenbelastung denn 
 vor der Baugenehmigung für die Multisportanlage nicht geprüft worden?“

Reinhard Gerlings

Was der Diplom-Ingenieur nicht nachvollziehen kann: Die geplante Kita hat nach Auskunft des Architekturbüros Weiss und Wessel keinen Keller und soll auf einer Bodenplatte stehen, für die 90 cm tief gegründet werden müsste. „Läge die Deponie wirklich so dicht unter der Oberfläche und befürchtete man tatsächlich schädliche Substanzen, müsste als erstes die Multisportanlage, die sich am Südende des besagten Parkplatzes befindet, ab sofort gesperrt werden“, betont Gerlings. „Ist die Bodenbelastung denn vor der Baugenehmigung für die Multisportanlage nicht geprüft worden?“

Natur und Nutzung weiter möglich

Angesichts solcher Ungereimtheiten ist sich das Ehepaar Gerlings unsicher, ob es noch um eine Lösungsfindung geht oder nur noch um Verhinderung?“

 Zum Ortstermin des Historischen Vereins vor einer Woche hatte der Anlieger einen Bereich in der Größe des geplanten Kindergartens auf dem Standort mit gelben Flatterband abgesteckt, um eine Alternative aufzuzeigen, bei der deutlich weniger Bäume gefällt werden müssten für den Neubau. „Dazu müsste der Baukörper nur um 90 Grad gedreht werden“, so Gerlings. „Danach hat dann der Geschäftsführer der UKBS, die den Kindergarten bauen wird, erklärt, der Bereich wäre zu dunkel. Dabei wird die Beschattung ja nicht unwesentlich von den Büschen und Sträuchern im Wildwuchs verursacht“, so Gerlings weiter. „Wenn man das Unterholz beschneiden würde, wäre es schon deutlich heller und die Südseite der Kita bekäme ausreichend Licht. Außerdem würden dann die Bäume, um denen es vielen geht, erst so richtig zur Geltung kommen.“

Wenn die Verantwortlichen nur wollten, ließe sich Natur und Nutzung als Kita sehr wohl in Einklang bringen auf dem Standort, sind Angelika und Reinhard Gerlings noch immer überzeugt.

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Dipl.-Journalist

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