Zuviel Bioabfall landet im Restmüll: GWA bittet Eigenkompostierer zum Gespräch

Schreiben in den nächsten Tagen alle Eigenkompostierer ohne Biotonne an: GWA-Abfallberater Mirko Blasche und die Umweltbeauftragte der Gemeinde, Tanja Flormann. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Schreiben in den nächsten Tagen alle Eigenkompostierer ohne Biotonne an: GWA-Abfallberater Mirko Blasche und die Umweltbeauftragte der Gemeinde, Tanja Flormann. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Vor über einem Jahr starteten die Gesellschaft für Wertstoff und Abfallwirtschaft Kreis Unna (GWA) eine Informationsoffensive, weil zuviel Restmüll in der grünen Biotonne landete. Jetzt müssen GWA und Gemeinde aus dem umgekehrten Grund tätig werden: Es landet zuviel Biomüll in der grauen Tonne.  Der Grund: Es gibt in Holzwickede einfach zu viele Eigenkompostierer, die keine Biotonne haben, aber trotzdem nicht konsequent genug ihren Biomüll kompostieren. Das soll sich nun ändern.

Bereits im jüngsten Umweltausschuss war dieses Problem ein Thema. Denn ähnlich wie im umgekehrten Fall geht es zu Lasten aller Gebührenzahler, wenn Eigenkompostierer ihre Bioabfälle nicht richtig trennen und in der grauen Tonne entsorgen. „Darum werden wir hier jetzt kurzfristig tätig werden“, kündigt GWA-Sprecher Andreas Hellmich an.

In Holzwickede liegt die Anschlussquote für Biotonnen bei 62 Prozent. Fast 40 Prozent aller Haushalte haben also keine Biotonne.  Zwar gibt es in der Emschergemeinde viele Hausbesitzer mit eigenem Garten. „Trotzdem ist diese Quote viel zu hoch“, meint Andreas Hellmich. „Dass zwei von fünf Personen keine Biotonne benötigen, ist einfach nicht glaubhaft.“

Geringe Anschlussquote wenig glaubhaft

Bioabfall
Dieser Flyer der GWA zeigt, was alles auf den Kompost gehört. (Grafik: GWA Kreis Unna) 

Der GWA-Sprecher und auch Holzwickedes Umweltbeauftragte Tanja Flormann unterstellen nun keineswegs bösen Willen bei den Eigenkompostierern. Vielmehr gehen beide davon aus, dass den meisten Eigenkompostierern gar nicht klar ist, was sie alles kompostieren müssen: etwa auch Essenreste wie Knochen, Fisch- und Fleischreste, Salat oder Laub.

„Das sind alles Abfälle, die nur sehr schwer zu kompostieren sind“, weiß der GWA-Sprecher. „Darum landet Vieles von dem in der Restmülltonne. Doch wenn jemand als Eigenkompostierer keine Biotonne hat, müssen auch solche Abfälle  auf den Kompost im eigenen Garten.“  Aber nicht nur das eigentliche Kompostieren ist problematisch. „Man muss den Kompost ja später auch im eigenen Garten verarbeiten können.“  Als Faustregel gilt hier: Pro Personen werden 25 m2 offener Erde im Garten benötigt. „Das ist noch sehr gering angenommen“, meint Hellmich. „Das Bundesumweltamt spricht sogar von 50 m2 offenem Boden pro Person.“

Optimal sind Kompost und Biotonne

„Wir möchten keinesfalls die Möglichkeit untergraben, dass jemand sich als Eigenkompostierer vom Anschlusszwang für die Biotonne befreien lässt“, betont der GWA-Sprecher. Doch auch schwer Kompostierbares muss konsequent getrennt werden. Aus Sicht der GWA und der Gemeinde wäre es für die meisten Eigenkompostierer darum optimal, auch noch eine kleine Biotonne zu nutzen, in der schwer kompostierbare Bioabfälle entsorgt werden. Nachbarn können sich eine Biotonne auf Wunsch auch teilen.

Sehr zeitnah werden die GWA und die Gemeinde darum jetzt alle Eigenkompostierer in Holzwickede anschreiben und nachfragen, ob eine Biotonne gewollt ist. „Wenn wir keine Antwort erhalten, werden wir allen, Eigenkompostierern, die sich nicht bei uns gemeldet haben, zum März nächsten Jahres eine kleine 60 l-Biotonne vor die Tür stellen“, kündigt Tanja Flormann an.

Mit Eigenkompostierer, die sich rückmelden, vereinbart GWA-Abfallberater Mirko Blasche oder einer seiner Kollegen ein ausführliches Beratungsgespräch. Natürlich können auch alle anderen Interessierten sich an der GWA-Hotline T. 0 800 400 1 400 beraten lassen oder einen Gesprächstermin vereinbaren.

„Wir hoffen, dass sich die Anschlussquote für die Biotonne deutlich erhöht“, sagt Andreas Hellmich. „Im Gebührenhaushalt erwarten wir zwar keine spürbare Gebührensenkung, aber doch einen Stabilisierungseffekt.“

Die Schreiben an die Eigenkompostierer ohne Biotonne (und nur an die) sollen zeitnah herausgehen. „Wir möchten möglichst noch im Oktober erste Ergebnisse sehen“, so die Umweltbeauftragte Tanja Flormann. „Denn die könnten dann schon in den nächsten Gebührenhaushalt einfließen.“

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Dipl.-Journalist

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