Wirtschaft geht es hervorragend: Mehr als 700 Gäste beim IHK-Jahresempfang

Kon­nte mehr als 700 Gäste beim IHK-Jahre­semp­fang begrüßen: IHK-Präsi­dent Heinz-Her­bert Dust­mann.  (Foto: IHK Dort­mund)

Zum Jahre­semp­fang der Indus­trie- und Han­del­skam­mer (IHK) zu Dort­mund kon­nten IHK-Präsi­dent Heinz-Her­bert Dust­mann und IHK-Haupt­geschäfts­führer Ste­fan Schreiber am 4. Dezem­ber mehrere hun­dert Gäste aus Wirtschaft, Poli­tik und Ver­wal­tung begrüßen. Musikalisch unter­malt wurde die Ver­anstal­tung zum Auf­takt vom Jugend-Mäd­chen­chor der Chorakademie Dort­mund unter Leitung von Kel­ley Sundin. Die Jugendlichen tru­gen Arrange­ments von Fleet Fox­es und Rosephanye Pow­ell vor.

Wirtschaft in Hochstimmung

Dust­mann ging in sein­er Rede auf die sehr gute wirtschaftliche Lage in Dort­mund und Hamm sowie im Kreis Unna ein. „Derzeit gibt es einige welt­poli­tis­che Hin­dernisse, wie die unklaren Ver­hält­nisse in der Türkei, in Kat­alonien oder bei den Brex­it-Ver­hand­lun­gen: Sie alle tre­f­fen viele unser­er Unternehmen. Trotz all­dem brummt die Wirtschaft in Deutsch­land.“ In der IHK-Region beurteil­ten fast 94 Prozent der in der jüng­sten IHK-Kon­junk­tu­rum­frage befragten Unternehmen ihre Lage als gut oder befriedi­gend. Fast jedes vierte Unternehmen erwarte für das Jahr 2018 sog­ar noch eine Steigerung und mehr als 70 Prozent rech­neten mit einem gle­ich­bleibend hohen Niveau, so Dust­mann.

BVerfG: IHK legitimer Vertreter der Wirtschaft

Dust­mann zeigte sich erfreut darüber, dass das Bun­desver­fas­sungs­gericht (BVer­fG) im Juli einen Beschluss gefällt habe, welch­es den IHKs als Inter­essen­vertre­tung der regionalen Wirtschaft den Rück­en stärkt. Die Ver­fas­sungs­beschw­er­den gegen die geset­zliche Mit­glied­schaft und die Beitragspflicht in den 79 deutschen Indus­trie- und Han­del­skam­mern seien vol­lum­fänglich zurück­gewiesen wor­den. Jedes Unternehmen besitze als IHK-Mit­glied das Priv­i­leg, seine eige­nen Inter­essen in die IHK-Arbeit ein­brin­gen zu kön­nen.

Die IHK und ich leg­en großen Wert darauf, dass dies weit­er­hin funk­tion­iert. Denn dieses Urteil ist für uns Pflicht und Ans­porn zugle­ich, die unter­schiedlichen Inter­essen unser­er Mit­glieder wahrzunehme, zu einem Gesamt­in­ter­esse zu bün­deln und zu vertreten“, so Dust­mann weit­er. Die neu gewählte Vol­lver­samm­lung werde bei der Erfül­lung dieser IHK-Auf­gabe als höch­stes Gremi­um eine beson­dere Rolle spie­len.

Wünsche der regionalen Wirtschaft

In der Umfrage zum Jahre­semp­fang haben die Unternehmen ihre Wün­sche gegenüber der Poli­tik geäußert. Am meis­ten liegt den IHK-Unternehmen die Verbesserung der Bil­dung am Herzen. Nach der Bil­dung und der Fachkräftesicherung wurde der Aus­bau der dig­i­tal­en und verkehrlichen Infra­struk­tur genan­nt.

Dust­mann hob her­vor: „Der Nach­holbe­darf bei den Investi­tio­nen in Straßen, Schienen und Wasser­we­gen ist weit­er­hin enorm. Flaschen­hälse sind die man­gel­nden Pla­nungska­paz­itäten. 20 Jahre andauernde Genehmi­gungsver­fahren kön­nen wir nicht länger hin­nehmen. Wenn wir die Mam­mu­tauf­gabe wirk­lich lösen wollen, führt an dauer­haft hohen Mit­teln für Aus­bau, Mod­ernisierung und Pla­nung kein Weg vor­bei.“ Die Leben­sadern der Wirtschaft seien neben Energieleitun­gen und Verkehr­swe­gen eben­falls schnelle Bre­it­band­verbindun­gen, die auch bei uns in der Region noch aus­baufähig seien.

Die IHK ver­ste­he sich eben­so als erster Ansprech­part­ner für Fra­gen der Dig­i­tal­isierung unser­er Wirtschaft. Zahlre­iche Beratun­gen und Ver­anstal­tun­gen, wie beispiel­sweise zur Dig­i­tal­isierung im Einzel­han­del, wür­den immer wichtiger wer­den.

Es müsse aber laut den regionalen Unternehmen auch die Energiewende bess­er gem­anagt wer­den, so Dust­mann weit­er. Sie sei inzwis­chen eine große Belas­tung: Deutsche Mit­tel­ständler zahlten mit­tler­weile die höch­sten Strompreise in der EU, dop­pelt so viel wie ihre franzö­sis­chen Wet­tbe­wer­ber. Einsparun­gen beim Energie­ver­brauch wür­den daher wichtiger denn je. In dem am 7. Dezem­ber in der IHK star­tenden Pro­jekt „Energie-Scouts“ beispiel­sweise iden­ti­fizieren Auszu­bildende Einsparungspo­ten­tiale in ihren Betrieben. Die höch­sten Einsparun­gen wer­den anschließend prämiert. Auch das zweite Energieef­fizien­znet­zw­erk für Unternehmen zum Erfahrungsaus­tausch schütze das Kli­ma nach­haltig. „Wir laden Sie daher her­zlich dazu ein, diesem Net­zw­erk beizutreten“.

Attraktive Region für Gründer

Weit­er führte Dust­mann aus, dass die IHK Grün­dungswillige in der Region durch ihr bre­it­ge­fächertes Beratungsange­bot beson­ders gut unter­stütze. Laut dem erst­ma­lig aufgelegten Grün­der­re­port kämen Grün­der meist aus einem Beschäf­ti­gungsver­hält­nis und wer­den den Schritt in die Selb­st­ständigkeit in weniger als einem hal­ben Jahr vol­l­zo­gen haben. Trotz­dem seien die bürokratis­chen Hür­den jedoch oft noch zu hoch – auch wenn die Hälfte aller Grün­der das Grün­derk­li­ma in unserem Land als gut beze­ichne.

Let­zteres ist auch inter­na­tion­al inzwis­chen bekan­nt, wie wir es im Okto­ber erleben kon­nten“, so Dust­mann. „Ich habe mich beson­ders gefreut, dass eine inter­na­tionale ‚Start-up Ger­many Tour‘ mit 46 Teil­nehmern aus 16 Län­dern auf unsere Anre­gung hin nach Deutsch­land und speziell nach Dort­mund gekom­men ist.“ Er ver­wies auf den Abschluss der Tour im Okto­ber im Dort­munder U als größte Start-up-Kon­ferenz im Ruhrge­bi­et. Den in diesem Rah­men ver­anstal­teten Inter­na­tion­al Sum­mit habe die IHK zu Dort­mund für die IHKs im Ruhrge­bi­et fed­er­führend betreut. „Das alles zeigt: Auch unsere Region ist ein ‚Hotspot‘ für inter­na­tionale Grün­der gewor­den.“

Werben für berufliche Ausbildung

Die gute kon­junk­turelle Lage der Wirtschaft habe auch dazu geführt, dass die Arbeit­slosen­quote weit­er gesunken sei. Sie liegt jet­zt in der IHK-Region bei 9,6 Prozent. „Das ist schon deut­lich bess­er als eine zweis­tel­lige Zahl, die lange zu beobacht­en war. Unseren Unternehmen geht es also immer bess­er“, erk­lärte Dust­mann.

Das bedeute auch, dass der Bedarf an Fachkräften weit­er­hin steige. Das beste Mit­tel dage­gen sei Bil­dung – und speziell die duale Beruf­saus­bil­dung. Um dieses Sys­tem benei­de­ten weltweit zahlre­iche Län­der Deutsch­land.

Erfreulich ist, dass wir auch in diesem Jahr wieder die Zahl von 5.000 neu einge­tra­ge­nen Aus­bil­dungsver­hält­nisse erre­ichen wer­den. Unsere Unternehmen wer­den dieser gesellschaft­spoli­tis­chen Auf­gabe seit vie­len Jahren damit über­aus gerecht.“ Dust­mann lobte dafür alle Beteiligten: „Mein Dank gilt daher neben den Aus­bil­dungs­be­trieben auch den Auszu­bilden­den, den Prüfern und den Beruf­ss­chulen für ihr Engage­ment.“

Es muss uns mit solchen oder ähn­lichen For­mat­en weit­er gelin­gen, die Beruf­saus­bil­dung inter­es­sant zu hal­ten und die Poten­ziale der­jeni­gen jun­gen Leute voll auszuschöpfen, die heute noch häu­fig auf der Strecke bleiben. Denn Kar­riere ist auch mit Lehre und Weit­er­bil­dung möglich.“

Neues Handlungskonzept

Zum Abschluss sein­er Aus­führun­gen kündigte Dust­mann die Erar­beitung eines neuen Hand­lungskonzeptes für die Region an. Dieses werde Forderun­gen der Wirtschaft aus den Städten Dort­mund, Hamm und dem Kreis Unna bein­hal­ten. „Wir als regionale Wirtschaft wer­den um diese kämpfen“, so Dust­mann wörtlich. „Wir müssen uns mit der Poli­tik ergänzen. Als IHK sind wir ein stark­er Part­ner und dynamis­ch­er Wort­führer. Ger­ade auch in der poli­tis­chen Diskus­sion, in der wir den kon­struk­tiv­en Dia­log suchen wer­den.“

Es sei erfreulich zu sehen, dass der Dia­log genau­so von den ver­ant­wortlichen Poli­tik­ern auf kom­mu­naler, regionaler, auf Lan­des- und auf Bun­de­sebene gesucht und offeriert werde.

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