Wasser ist keine Ware: Gegen die Privatisierung der Wasserwirtschaft

Was­ser ist kei­ne Ware, mei­nen die Emscher­ge­nos­sen­schaft und der Lip­pe­ver­band: Was­ser darf des­halb nicht pri­va­ten Pro­fit­in­ter­es­sen unter­wor­fen wer­den.  (Foto: _piu700_pixelio.de)

Was­ser ist kei­ne Ware — und darf daher nicht den Pro­fit­in­ter­es­sen pri­va­ter Kon­zer­ne unter­wor­fen wer­den! Die bei­den öffent­lich-recht­li­chen Ver­bän­de Emscher­ge­nos­sen­schaft und Lip­pe­ver­band war­nen daher vor JEFTA, dem geplan­ten Han­dels­ab­kom­men zwi­schen Japan und der EU. Das Abkom­men ermög­licht im aktu­el­len Ent­wurf die Pri­va­ti­sie­rung der deut­schen Was­ser­ver­sor­gung. Die mög­li­che Fol­ge: sin­ken­de Qua­li­tät bei stei­gen­den Prei­sen…!

 Emscher­ge­nos­sen­schaft und Lip­pe­ver­band fin­den: Was­ser­ver­sor­gung ist Teil der Daseins­vor­sor­ge und gehört in öffent­li­che Hand: Sie for­dern die Poli­tik in Deutsch­land daher auf, die Was­ser­ver­sor­gung expli­zit vor Libe­ra­li­sie­rung und Pri­va­ti­sie­rung zu schüt­zen. Das Abkom­men defi­niert zwar eini­ge Berei­che, die vor Pri­va­ti­sie­rung geschützt sind. Nur ist Was­ser nicht dabei. Das öff­net die deut­sche Was­ser­wirt­schaft für Kon­zer­ne. Zahl­rei­che ande­re Han­dels­ab­kom­men ent­hal­ten jeweils Son­der­ar­ti­kel zu Was­ser. Damit wird klar­ge­stellt: Was­ser ist kei­ne Han­dels­wa­re und muss dar­um vom Abkom­men aus­ge­nom­men sein. So eine Klau­sel wol­len Emscher­ge­nos­sen­schaft und Lip­pe­ver­band auch für JEFTA.

Was kann durch JEFTA drohen?

Lon­don, Lis­sa­bon, Ber­lin – dies sind drei Bei­spie­le, die auf­zei­gen, wel­che Fol­gen eine Pri­va­ti­sie­rung der Was­ser­ver­sor­gung haben kann. Was­ser­lei­tun­gen wur­den in die­sen Städ­ten aus Ein­spar­grün­den nicht mehr moder­ni­siert, die Was­ser­qua­li­tät wur­de in der Fol­ge schlech­ter, die Prei­se stie­gen gleich­zei­tig den­noch rapi­de – in Ber­lin inner­halb weni­ger Jah­re nach der Pri­va­ti­sie­rung um 35 Pro­zent, in Por­tu­gal sogar um fast 400 Pro­zent (Quel­le: aktion.campact.de). Ber­lin hat sei­nen Aus­flug in die Pri­va­ti­sie­rung 2013 been­det. Das Land muss­te sei­ne Antei­le an den Was­ser­be­trie­ben für rund 1,2 Mil­li­ar­den Euro zurück­kau­fen. Die Gewin­ne aus den mas­si­ven Preis­stei­ge­run­gen stri­chen die Inve­sto­ren dage­gen selbst ein.

Jeder kann mitmachen

Jeder kann sei­nen Bei­trag gegen die dro­hen­de Gefahr der Pri­va­ti­sie­rung lei­sten. Auf www.aktion.campact.de gibt es die Mög­lich­keit, eine Online-Peti­ti­on zu unter­zeich­nen. Damit wird die Poli­tik auf­ge­ru­fen, im Sin­ne der Ver­brau­cher anstatt der Kon­zer­ne zu han­deln.

 

Zum Hin­ter­grund: JEFTA ist das geplan­te Han­dels­ab­kom­men zwi­schen der EU und Japan. Tritt es in Kraft, ent­steht ein rie­si­ger Wirt­schafts­raum, der 30 Pro­zent des welt­wei­ten Brut­to­in­lands­pro­dukts umfasst. JEFTA wäre das bis­lang größ­te Han­dels­ab­kom­men der EU. Das Abkom­men erleich­tert nicht nur den Aus­tausch von Waren und Dienst­lei­stun­gen zwi­schen den Län­dern. Vie­le der geplan­ten Rege­lun­gen kön­nen unse­ren All­tag stark beein­flus­sen. Vor allem droht uns mit JEFTA eine mas­si­ve Pri­va­ti­sie­rung.

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