Vortrag: Die Schicksale „ausgesonderter“ Holzwickeder im Nationalsozialismus

Wilhelm Hochgräber, hier bei der Gedenkfeier zur Stolpersteinverlegung im März, und Ulrich Reitinger und die VHS-Gruppe "Spurensuche" am Volkstrauertag über Schicksale "ausgesonderter" Holzwickeder in der Nazi-Zeit. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Wil­helm Hoch­gräber, hier bei der Gedenk­feier zur Stol­per­stein­ver­le­gung im März, und Ulrich Reit­inger und die VHS-Gruppe „Spu­ren­suche“ am Volks­trau­ertag über Schick­sale „aus­ge­son­derter“ Holzwickeder in der Nazi-Zeit. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Die Schick­sale der „aus­ge­son­derten“ Holzwickeder mit Behin­de­rungen im Natio­nal­so­zia­lismus sind das Thema einer Ver­an­stal­tung am Volks­trau­ertag in der Senioren-Begeg­nungs­stätte an der Ber­liner Allee 16a.

Min­de­stens 100 000 Men­schen mit Behin­de­rungen wurden in der NS-Zeit im Rahmen des Pro­grammes „Ver­nich­tung lebens­un­werten Lebens“ umge­bracht, davon in der später als „Phase Eins“ genannten Aktion etwa 70 000 durch Ver­ga­sung, später durch Nah­rungs­entzug und Medi­ka­men­ten­über­do­sie­rungen. Für Holzwickede gilt, dass min­de­stens acht Männer und Frauen Opfer dieser unfass­baren Gräu­eltat wurden.

Zur „Ver­hü­tung erb­kranken Nach­wuchses“ wurden ca. 400 000 Men­schen in Deutsch­land zwangs­ste­ri­li­siert. Eine Prü­fung der voll­stän­digen Kartei des damals zustän­digen Erb­ge­sund­heits­ge­richtes Dort­mund ergab, dass min­de­stens 43 Holzwicke­derinnen und Holzwickeder davon betroffen waren.

Auch mindestens 43 Holzwickeder zwangssterilisiert

Wil­helm Hoch­gräber und Ulrich Reit­inger sowie die Teil­nehmer der VHS-Gruppe „Spu­ren­suche NS-Opfer Holzwickede“ haben sich seit Jahren mit der The­matik beschäf­tigt und tragen am Volks­trau­ertag den bis­he­rigen Recherché- und Sach­stand zusammen. Wil­helm Hoch­gräber wird in der Ein­lei­tung den der­zei­tigen Stand der orts­ge­schicht­li­chen Lite­ratur zur NS-Zeit dar­stellen, auf das Thema Denk­male und Gedenk­ge­schichte ein­gehen und über die bis­he­rige Arbeit der VHS-Gruppe „Spu­ren­suche NS-Opfer Holzwickede“ berichten. Ulrich Reit­inger hat zwei­ein­halb Jahre lang die Schick­sale der Betrof­fenen aus der Emscher­quell­ge­meinde recher­chiert und stellt nun die Ergeb­nisse in einer Gedenk­schrift der Öffent­lich­keit vor. Im dritten Teil der Ver­an­stal­tung wird es aus­rei­chend Gele­gen­heit zur Dis­kus­sion geben.

Zu der Vor­stel­lung sind alle Inter­es­sierten herz­lich ein­ge­laden.

  • Termin:  Sonntag (18. November), ab 16 Uhr, Cafe­teria Begeg­nungs­stätte, Ber­liner Allee 16a
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