Verwaltung stellt lange erwartetes Kultur- und Ehrenamtskonzept vor

Der Unnaer Percussionist und Drummer Michael Meier mit seiner Band "Walkin White" sorgte für Stimmung bei der Daddy Edition des Streetfood-Marktes. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Die Street­food Märkte, hier mit der Band „Wal­king White“, sollen wei­terhin statt­finden. Im näch­sten Jahr soll mit „Holzwickede kari­bisch“ aber noch ein Street­beach-Festival auf dem Markt hinzu kommen. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Lange schon wurde es von der Politik erwartet, im Kul­tur­aus­schuss gestern Abend war es end­lich soweit: Die Kul­tur­be­auf­tragte der Gemeinde, Kri­stina Cikes, legte ihr Kultur- und Ehren­amts­kon­zept vor. Die umfang­reiche Prä­sen­ta­tion beleuch­tete die Vor­aus­set­zungen für Kul­tur­ar­beit in Holzwickede und den Ist-Zustand ebenso wie die Stärken, Schwä­chen der Kul­tur­ar­beit und Per­spek­tiven.

Ein Nach­teil der Gemeinde ist, stellte die Kul­tur­be­auf­tragte fest, dass es hier keine Ver­an­stal­tungs­stätten für mehr als 1.000 Zuschauer gibt. Da die Kosten von Ver­an­stal­tungen auf die Zuschau­er­plätze umge­legt werden und das Forum mit rd. 250 Sitz­plätzen der größte Ver­an­stal­tungsort ist, sind grö­ßere Ver­an­stal­tungen über Ein­tritts­preise nicht oder nur sehr begrenzt zu finan­zieren. Eine Alter­na­tive wären dagegen Ver­an­stal­tungen unter freiem Himmel.

Was das kul­tu­relle Angebot angeht, sind vor allem Jugendlichen/​junge Erwach­sene, die mul­ti­kul­tu­relle Bevöl­ke­rungs­gruppe sowie die Allein­er­zie­henden unter­ver­sorgt.

Kooperation mit Kulturbüro soll aufgegeben werden

Wichtig wäre aus Sicht der Kul­tur­be­auf­tragten, das Angebot für die ein­zelnen Ziel­gruppen zu erwei­tern und mehr Wer­bung für lokale Ver­an­stal­tungen im Umland zu machen. Für grö­ßere Ver­an­stal­tungen wie den Weih­nachts­markt sollte auch ein eigener Inter­net­auf­tritt (Lan­ding­page) erstellt und die Wer­bung (Cor­po­rate Iden­tity) ver­ein­heit­licht werden. Weg­weiser für Orts­un­kun­dige zu Ver­an­stal­tungen und ein Park­leit-System wären eben­falls vor­teil­haft. Kon­kret geplant ist auch den gedruckten Ver­an­stal­tungs­ka­lender künftig quar­tals­weise zu ver­öf­fent­li­chen, um aktu­eller Ter­mine auf­nehmen zu können.
Ent­täuscht zeigte sich die Kul­tur­be­auf­tragte von der Zusam­men­ar­beit mit dem Kul­tur­büro Gütersloh. „Davon habe ich mir anfangs viel ver­spro­chen“, meinte Kri­stina Cikes. Er prak­ti­schen Zusam­men­ar­beit habe sich aller­dings gezeigt, dass die Gemeinde nicht in der Form pro­fi­tieren kann, wie man sich das vor­ge­stellt hat. Der Grund: Die Künstler und

Kul­tur­ver­an­stal­tungen, die das Kul­tur­büro ver­mit­teln kann, liegen fast aus­nahmslos im Bereich Klassik und Jazz. „Genau dort sind wir mit dem Haus Opher­dicke aber eigent­lich ganz gut auf­ge­stellt“, glaubt Cikes. Bei anderen Anfragen, etwa nach Künst­lern für den Street­food Markt konnte das Kul­tur­büro keine Ange­bote ver­mit­teln. In der Praxis habe sich gezeigt, dass „das Kor­sett ein­fach zu eng ist, was das Kul­tur­büro bietet“. Die Ver­wal­tung wird darum auch emp­fehlen, die Koope­ra­tion mit dem Kul­tur­büro wieder zu beenden.

Neue Formate angedacht

Ratsmitglieder als Servicekräfte beim Ehrenamtstag vor wenigen Wochen. Der Bürgerblock mahnt dennoch ein fehlendes Konzept an. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Der Ehren­amtstag soll im näch­sten Jahr noch einmal in gewohnter Form statt­finden. Danach könnte es eine Foto- und Video-Schau mit Ehren­amt­li­chen in der Gemeinde geben. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Auch einige neue For­mate sind in dem Kon­zept ange­dacht:
Ein großes mul­ti­kul­tu­relles Fest der Völ­ker­ver­stän­di­gung . „Immerhin leben hier 1.500 Bürger aus 77 Nationen“, so Kri­stina Cikes.
Unter dem Arbeits­titel „Grüner wird’s nicht“ ist auch eine fest für mehr als 1.000 Zuschauer auf einem Acker oder Feld ange­dacht. „Holzwickede könnte sich dabei sehr gut als Nach­hal­tig­keits-Platt­form prä­sen­tieren“, so die Kul­tur­be­auf­tragte. Etwa mit einem Meet & Greet zum Thema Nach­hal­tig­keit. Bei bei Teens und den soge­nannten Hip­stern „ist dieses Thema gerade sehr ange­sagt“.

Die Rausinger Halle könnte zur Klein­kunst­bühne aus­ge­baut werden, schlägt die Ver­wal­tung vor. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Die Rausinger Halle wird, so Cikes, von den mei­sten Künst­lern gegen­über dem Forum favo­ri­siert, weil sie eine bes­sere Aku­stik, eine Bühne mit Vor­hang und einen Par­kett­boden hat. „Das können wir nutzen und die Rausinger Halle zu einer Klein­kunst­bühne aus­bauen“, so Kri­stina Cikes.
Das Ehren­amts­fest soll näch­stes Jahr zunächst noch einmal in gewohnter Form mit einem kleinen Büh­nen­pro­gramm durch­ge­führt werden. Für 2021 ist dann ange­dacht, eine Foto- und Video-Kam­pagne zu rea­li­sieren, mit der Ehren­amt­liche vor­ge­stellt werden. Das Ergebnis könnte dann bei einer Film­vor­füh­rung vor­ge­stellt werden.

Konzept „nur erster Aufschlag“

Schließ­lich soll es näch­stes Jahr „Holzwickede kari­bisch“ geben – ein Street­beach-Festival auf dem Markt­platz mit einem Beach­vol­ley­ball­feld, Live­musik, Cock­tailbar und jede Menge Sand auf dem Markt­platz. „Wir wollen Beach­flair nach Holzwickede holen“, kün­digt die Kul­tur­be­auf­tragte an – trotz Bau­stelle für das neue Rat­haus.

Um das alles rea­li­sieren zu können, würden sich die Gesamt­ko­sten im Kul­tur­be­reich von der­zeit über 70.000 Euro wohl auf über 200.000 Euro fast ver­drei­fa­chen (ein­schließ­lich Spon­so­ren­gelder), schätzt die Ver­wal­tung. Fest­ge­zurrt ist ohnehin noch nichts. „Wir ver­stehen das heute hier als einen ersten Auf­schlag“, betont der Bei­geord­nete Bernd Kasischke. Die Politik wird nun in Ruhe das Kon­zept beraten. Ein­zelne Maß­nahmen müssen dann ohnehin noch aus­führ­lich vor einem Beschluss beraten werden. Heute wurde das lange ange­mahnte Kon­zept zunächst einmal mit viel Bei­fall zur Kenntnis genommen.

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