Verkehrsgutachter: Straßen durch Wohnpark Emscherquelle nicht nennenswert belastet

Maximal 45 Sekunden Wartezeit sagt der Verkehrsgutachter auf der Sölder Straße / Hazuptstraße voraus, wennd er Wohnpark Emscherquelle voll belegt ist. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Die Ver­kehrs­be­la­stung durch den Wohn­park Emscher­quelle hält sich auch an dieser Stelle in Grenzen: Maximal 45 Sekunden War­te­zeit sagt der Ver­kehrs­gut­achter voraus, wenn der Wohn­park Emscher­quelle voll belegt ist. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Das Inge­nieur­büro Lind­schulte & Kloppe stellte die Ergeb­nisse des Ver­kehrs­gut­ach­tens zum Wohn­park Emscher­quelle heute (24. April) im Pla­nungs- und Bau­aus­schuss vor. Wie nicht anders zu erwarten, sahen sich Befür­worter und Gegner des geplanten Bau­ge­bietes auf dem Gelände der ehe­ma­ligen Emscher-Kaserne glei­cher­maßen in ihrer Ein­schät­zung bestä­tigt, welche Aus­wir­kungen der Wohn­park auf die Ver­kehrs­si­tua­tion haben wird.

Für seine Ein­schät­zung, welche Bela­stung durch das Neu­bau­ge­biet zu erwarten ist, hat der Gut­achter abge­schätzt, welche neuen Ver­kehrs­mengen ent­stehen und wie sich diese anschlie­ßend auf die vor­han­dene Ver­kehrs­in­fra­struktur ver­teilen werden. Tat­säch­lich gemessen wurde der Ver­kehr nur an einem Tag von ihm: am Freitag, 17. November 2017, und zwar je einmal vor­mit­tags und nach­mit­tags, um die Berufs­ver­kehre mit­zu­zählen.

Ins­ge­samt 66 Wohn­ein­heiten in Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern und 135 Ein­fa­mi­li­en­häuser sowie ein zwei­zü­giger Kin­der­garten im Wohn­park Emscher­quelle erreichtet werden.

Alle Anwohner, Besu­cher, den Hol- und Bring­ver­kehr für den Kin­der­garten und die Wirt­schafts­ver­kehre (Müll­ab­fuhr, Hand­werker usw.) berück­sich­tigt geht der Ver­kehrs­gut­achter davon aus, dass zusätz­lich ins­ge­samt 1 462 Kraft­fahr­zeug-Fahrten pro Tag (24 Stunden) ent­stehen werden. Wobei die Spit­zen­be­la­stung mor­gens mit 180 Fahr­zeug­be­we­gungen und nach­mit­tags mit 150 Fahr­zeug­be­we­gungen zu erwarten sei.

Maximal 45 Sekunden Wartezeit an Sölder Straße

Neue Straßen sind nicht nötig, die vorhandene Infrastruktur reicht aus, laut Verkehrsgutachten: der Wohnpark Emscherquelle, wie ihn sich der Investor vorstellt. (Foto: Wilma Immobilien GmbH)

Neue Straßen sind nicht nötig, die vor­han­dene Infra­struktur reicht aus, laut Ver­kehrs­gut­achten: der Wohn­park Emscher­quelle, wie ihn sich der Inve­stor vor­stellt. (Foto: Wilma Immo­bi­lien GmbH)

Die zusätz­liche Ver­kehrs­be­la­stung werde an keiner Stelle im Gemein­de­ge­biet zu nen­nens­werten zusätz­li­chen War­te­zeiten für Ver­kehrs­teil­nehme führen, erklärte der Ver­kehrs­gut­achter in der Sit­zung. An der mut­maß­lich neur­al­gi­schen Ein­mün­dung Sölder Straße /​Haupt­straße erwartet der Ver­kehrs­gut­achter ledig­lich eine um 22 Sekunden län­gere War­te­zeit. Ins­ge­samt liege die War­te­zeit für Ver­kehrs­teil­nehmer an dieser Stelle jedoch noch inner­halb der zu tole­rie­renden War­te­zeit von maximal 45 Sekunden.

Die beiden großen Frak­tionen sehen sich durch das neue Ver­kehrs­gut­achten in ihrer Auf­fas­sung bestä­tigt, dass die vor­han­dene Ver­kehrs­in­fra­struktur aus­rei­chend und keine neuen Straßen not­wendig sind für das Neu­bau­ge­biet an der Sölder Straße. SPD-Frak­ti­ons­chef Michael Klim­ziak warf zudem die Frage auf, ob der geplante kleine Kreis­ver­kehr am Breiten Weg ange­sichts dieses gut­ach­ter­li­chen Ergeb­nisses über­haupt noch sinn­voll sei.

Kleine Fraktionen bezweifeln die Zahlen

Die Spre­cher des Bür­ger­blocks, der Grünen und der FDP zeigten sich dagegen über­haupt nicht zufrieden mit dem Ver­kehrs­gut­achten und bezwei­felten auch dessen Kern­aus­sage. „Der Gut­achter hat nur sein Hand­buch genommen und die Zahlen umge­legt“, kri­ti­sierte etwa Aus­schuss­vor­sit­zender Wil­fried Brink­mann. „Real gemessen wurde der Ver­kehr nicht. Da sollen allein über 200 Häuser ent­stehen und wir wissen doch alle, die wenig­sten werden nur ein Auto haben.“ Der Bür­ger­block lehne die ganze Pla­nung ab.

Der Gut­achter hat nur sein Hand­buch genommen und die Zahlen umge­legt. Real gemessen wurde der Ver­kehr nicht.“

Wil­fried Brink­mann, Vor­sit­zender Pla­nungs- und Bau­aus­schuss

Auch Grünen-Spre­cherr Fried­helm sieht das Gut­achten „sehr kri­tisch“: „Ein flie­ßenden des Ver­kehrs wird kaum mög­lich sein. Des­halb sehen wir natür­lich eine zusätz­liche Bela­stung für die Sölder Straße durch die zusätz­li­chen über 1 400 Autos täg­lich. Da geht alles über die Sölder Straße.“

Mehr als kri­tisch“ äußerte sich auch FDP-Spre­cher Fritz Bern­hardt. Selbst der Ver­kehrs­gut­achter gehe „von einer Stei­ge­rung der Ver­kehrs­be­la­stung von 20 Pro­zent aus“, so Ber­hardt. „Wir wissen doch jetzt schon, dass sich Fahr­zeuge sam­meln werden. Ich ziehe auch in Zweifel, dass der 6. oder 7. in der Schlange auf der Sölder Straße an der Ein­mün­dung Haupt­straße nach spä­te­stens 45 Sekunden abfahren kann. Das Gut­achten ist reine Rech­nerei und nicht sehr rea­li­stisch.“ Außerdem müsse auch an der Park­si­tua­tion in der Sölder Straße drin­gend etwas geän­dert werden.

Ändern können die klei­neren Frak­tionen ohnehin nichts mehr. SPD und CDU nahmen das Ver­kehrs­gut­achten zustim­mend zur Kenntnis.

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