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Verein baut seine eigenen Sportstätten: Holzwickeder Politik von Modell angetan

Nicht nur beim Judotag des JCH: In den Holzwickeder Sporthallen wird es zunehmend eng.  Die Politik hat sich jetzt in Rheine über neue Wege beim Bau von Sportstätten informiert.  (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Schwer beeindruckt zeigten sich die Fraktionsspitzen aus Holzwickede nach ihrem Besuch mit Vertretern des Holzwickeder Sport Clubs in Rheine/Kreis Steinfurth. Das teilte der Vorsitzende des Planungs- und Bauausschusses, Wilfried Brinkmann, im Anschluss an die jüngste Sitzung mit.  „Was dort in Rheine aus dem Boden gestampft wurde, ist wirklich vorbildlich.“

Was Brinkmann so ins Schwärmen bringt: Der örtliche TV Jahn Rheine hat – in Kooperation mit dem Kreis Steinfurth – nicht nur einen eigenen Sport Park, sondern vor zwei Jahren auch noch ein eigenes Sport Forum für sein vielfältiges Sportangebot (30 Sportarten) und die rund 8 000 Mitglieder errichtet. Kostenpunkt allein für das Sport Forum: rund drei Millionen Euro.

Angehen konnte der Verein diese Investition, weil er sich bei dem Projekt mit der Berufsschule des Kreises Steinfurth verbunden hat, wie Wilfried Brinkmann meint. „Als Träger der Berufsschule hat der Kreis einen guten Betrag gefördert und die Berufsschule nutzt die Sportstätten und beteiligt sich an den Unterhaltungskosten.“

„Doch um so etwas aus dem Boden zu stampfen, müssten die Vereine schon ihre Kräfte bündeln. Ein Verein allein wird ein solches Projekt nicht stemmen können.“

Wilfried Brinkmann (BBL), Vorsitzender des Planungs- und Bauausschuss

Ein solches Modell, bei dem Vereine ihre eigene Sportstätte in partnerschaftlicher Kooperation mit der Gemeinde errichten,  wäre auch für die Politik in Holzwickede vorstellbar, glaubt Brinkmann: „Doch um so etwas aus dem Boden zu stampfen, müssten die Vereine schon ihre Kräfte bündeln. Ein Verein allein wird ein solches Projekt nicht stemmen können.“

Sporthalle fehlt noch in Holzwickede

Ein ganzes Sport Forum müsste es für die Emschergemeinde allerdings auch gar nicht sein. Angesichts  fehlender Hallenkapazitäten, knappster Nutzungszeiten und eines immer größeren Gesundheitssportangebotes der Vereine in Holzwickede wäre es mit einer neuen großen Sporthalle schon getan. „Noch ist allerdings nichts Konkretes besprochen oder gar vereinbart worden“, versichert Wilfried Brinkmann. Der Ausflug nach Rheine sei „rein informativ“ gewesen. „Alles hängt jetzt von weiteren Gesprächen ab.“

Doch wo könnte eine solche neue Sporthalle überhaupt entstehen? Als das neue Stadion am Schulzentrum Opherdicker Straße umgebaut wurde, war dort eine weitere große Sporthalle sogar schon einmal vorgesehen gewesen, weiß Wilfried Brinkmann: „Der Standort sollte auf dem heutigen Parkplatz vor dem Stadion sein. Allerdings war damals kein Geld mehr dafür da, deshalb ist die Planung wieder verworfen worden.“

Dass der Parkplatz am Sportstadion neben dem Schulzentrum allerdings noch immer als Standort für eine Sporthalle in Frage käme, darf bezweifelt werden. Schließlich hatte sich die Holzwickeder Politik deutlich gegen eine Nutzungsänderung des Parkplatzes ausgesprochen, als es dieser als Standort für einen neuen Kindergarten in Auge gefasst worden war.


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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