Verein Annur will Vorurteile und Missverständnisse abbauen

Annur (2)

Freut sich über Reso­nanz: Sou­fi­an Essaka­li (l.), Vor­stands­mit­glied des Ver­eins Annur, mit Besu­che­rin­nen und Besu­chern am Tag der offe­nen Moschee an der Haupt­stra­ße 32. (Foto: Peter Grä­ber)

Zum lan­des­wei­ten Tag der offe­nen Moschee hat heu­te (3.10.) am Tag der deut­schen Ein­heit auch der Holzwicke­der Ver­ein Annur sei­ne Türen geöff­net und erstaun­li­che Reso­nanz gefun­den. „Es sind heu­te den gan­zen Tag über auch vie­le Men­schen zu uns gekom­men, die noch nie hier waren“, freut sich Sou­fi­an Essaka­li, Vor­stands­mit­glied des Ver­eins.

Annur – das Licht, nach dem sich der Ver­ein benannt hat, steht in allen Kul­tu­ren als Sym­bol für Frie­den, Wahr­heit, Hoff­nung und Weis­heit. Der im Jahr 2014 gegrün­de­te Ver­ein hat etwa 55 Mit­glie­der. Doch zum Frei­tags­ge­bet, dem wöchent­li­chen Höhe­punkt, tref­fen sich regel­mä­ßig etwa 120 Mus­li­me unter­schied­li­cher Natio­na­li­tät aus der gan­zen Umge­bung in der Moschee an der Haupt­stra­ße 32. Dabei ist das ehe­ma­li­ge Laden­lo­kal weit mehr als nur eine Gebets­stät­te: Von Son­nen­auf­gang bis Son­nen­un­ter­gang ist die Moschee ein für alle offe­ner kom­mu­ni­ka­ti­ver Treff­punkt, Ver­samm­lungs­ort, Bil­dungs­stät­te, ein Ort für Vor­trä­ge, Ver­an­stal­tun­gen und Fei­ern oder ein­fach nur Treff­punkt zum Fuß­ball gucken.

Tag der offenen Moschee findet erstaunliche Resonanz

Der Ver­ein Annur hat sich laut Sat­zung nicht allein die För­de­rung der eige­nen Reli­gi­ons­ge­mein­schaft zum Ziel gesetzt, son­dern will auch die Inte­gra­ti­on der Mus­li­me hier för­dern und Miss­ver­ständ­nis­se und Vor­ur­tei­le auf bei­den Sei­ten durch Auf­klä­rung abbau­en. Davon, wie gast­freund­lich und welt­of­fen die Ver­eins­mit­glie­der sind, konn­ten sich heu­te alle per­sön­lich über­zeu­gen, die der Ein­la­dung zur offe­nen Moschee gefolgt waren und mit lan­des­ty­pi­schen Lecke­rei­en aus den Hei­mat­län­dern der Mit­glie­der und alko­hol­frei­en Geträn­ken emp­fan­gen wur­den.

Auch viele Holzwickeder Bürger nutzten die Einladung zu einem besuch in der Moschee, um sich über den Verein und Islam zu in formieren. (Foto: peter Gräber)

Auch vie­le Holzwicke­der Bür­ger nutz­ten die Ein­la­dung zu einem Besuch in der Moschee, um sich über den Ver­ein und den Islam zu infor­mie­ren. (Foto: Peter Grä­ber)

Ganz aktiv lei­stet der Ver­ein zuneh­mend auch wert­vol­le ehren­amt­li­che Flücht­lings­hil­fe. „Anfangs war der Ver­ein noch nicht so rich­tig ein­ge­bun­den in den Hel­fer­kreis“, weiß Uli Ban­gert, Aus­län­der­be­auf­trag­ter der Gemein­de. „Aber inzwi­schen hat sich das geän­dert und die Zusam­men­ar­beit, auch mit den Kir­chen­ge­mein­den, funk­tio­niert gut.“

Wir küm­mern uns um Flücht­lin­ge und wol­len ihnen dabei hel­fen, sich zu inte­grie­ren“, sagt Sou­fi­an Essaka­li. Dabei ste­he die prak­ti­sche Lebens­hil­fe im Vor­der­grund: „Wir ver­su­chen, das Ver­ständ­nis für deut­sche Geset­ze und die Büro­kra­tie zu wecken und erle­di­gen auch Behör­den­gän­ge oder Arzt­be­su­che gemein­sam mit den Flücht­lin­gen.“ Soweit mög­lich, wer­den auch Über­set­zungs­dien­ste gelei­stet. Sou­fi­an Essaka­lis Ehe­frau etwa gibt auch ehren­amt­lich Deutsch­un­ter­richt für Flücht­lin­ge. Und die Frau­en der Gemein­de und Flücht­lin­ge tref­fen sich regel­mä­ßig ein­mal pro Woche zum Aus­tausch.

Ver­ständ­nis wecken, Vor­ur­tei­le abbau­en und auf­klä­ren möch­te der Ver­ein  aber nicht nur auf Sei­ten der Flücht­lin­ge. Auch alle ande­ren Holzwicke­der, die sich über den Islam infor­mie­ren möch­ten oder Fra­gen haben,  sind herz­lich ein­ge­la­den, das Ver­eins­lo­kal an der Haupt­stra­ße 32 zu besu­chen oder Ver­eins­mit­glie­der ein­fach anzu­spre­chen. „Wir wür­den uns dar­über sehr freu­en und hel­fen ger­ne wei­ter“, meint Sou­fi­an Essaka­li.

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Dipl.-Journalist

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