Übergang in hoffnungsvolle Zukunft: Ev. Kirchenkreis sichert Arbeit der Kitas

Das Inter­esse an Dis­kus­sion ist groß: Neben den 120 Syn­odalen waren viele Mit­ar­bei­tende aus den 26 Kitas im Gemein­de­haus Schwe­stern­gang in Kamen zu Gast. (Foto: Ev. Kir­chen­kreis)

Eine Son­der­synode ein­zu­be­rufen ist nicht üblich. Dafür benö­tigt es schon ein beson­ders drin­gend zu regelndes Anliegen. Die Finanz­sorgen rund um die Arbeit der Kin­der­ta­ges­stätten sind so eins. Der Ev. Kir­chen­kreis Unna hat auf seiner Son­der­synode nun die Wei­chen für die näch­sten Jahre gestellt.

Hin­ter­grund ist die sich seit vier Jahren ver­schär­fende Finanz­si­tua­tion der Kitas. Der Ev. Kir­chen­kreis oder die evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­meinden als Träger legen jähr­lich drauf. Denn: Im lau­fenden Kin­der­gar­ten­jahr steht im Haus­halt ein Defizit von 650.000 Euro. Auch in den kom­menden Jahren werden, wenn es denn wei­ter­geht wie bisher, ca. 350.000 Euro aus Kir­chen­steuern in die Arbeit fließen. Dies ist eine Folge der Schere zwi­schen den stei­genden Kosten und den lang­samer stei­genden Lan­des­mit­teln für die Kitas.

Zunächst bedeutet dies, dass alle Ein­rich­tungen bis zum Kin­der­gar­ten­jahr 2018/​19 in bestehendem Umfang wei­ter­ge­führt werden. Die Kosten, die nicht durch Lan­des­mittel finan­ziert werden, trägt der Ev. Kir­chen­kreis.

Gedeckt wird das durch die zu erwar­tenden Mehr­ein­nahmen aus der Kir­chen­steuer. Immerhin 1,3 Mio. Euro gibt der Kir­chen­kreis in diesen drei Jahren in die Finan­zie­rung der Kita-Arbeit, so der Beschluß der Synode. Der Betrag ist zusätz­lich zum regu­lären gesetz­li­chen Trä­ger­an­teil, der ins­ge­samt jähr­lich etwa eine Mio. Euro beträgt, auf­zu­bringen. Für die Zeit danach ent­steht im näch­sten Jahre ein Per­spek­tiv­kon­zept. Diese Auf­gabe hat der Fach­aus­schuss für Kin­der­ta­ges­stätten im Kir­chen­kreis bekommen. Es gilt, für die Wei­ter­ar­beit in den Kitas ein Kon­zept, ins­be­son­dere ein Finanz­kon­zept, zu erar­beiten. Denn es bleibt erklärtes Ziel der Mit­glieder der Synode, die Kin­der­gar­ten­ar­beit auch in der Breite und Viel­falt zu erhalten.

Jährliches Haushaltsdefizit von 650.000 Euro

Große Hoff­nung setzt der Ev. Kir­chen­kreis, wie die anderen Träger übri­gens auch, auf die Novel­lie­rung des Kibiz (Kin­der­bil­dungs­ge­setzt NRW), das für 2019 erwartet wird.

Ein Signal geht von der Kreis­synode in Unna zur Ev. Kirche von West­falen. Die Kir­chen­lei­tung in Bie­le­feld wird auf­ge­for­dert, sich gegen­über der Lan­des­re­gie­rung NRW für nach­hal­tige Maß­nahmen zum Errei­chen einer kosten­deckenden Finan­zie­rung und qua­li­ta­tiven Siche­rung ein­zu­setzen sowie einen Retunngs­fall­schirm für bedrohte Ein­rich­tungen zu spannen. Die Beschlüsse für die Siche­rung der Kin­der­ta­ges­stätten fanden ein breite Zustim­mung der Dele­gierten aus den Gemeinden.

Wir müssen über die Zukunft der Arbeit mit­ein­ander reden, ganz gleich, ob wir nun mit unserer Ein­rich­tung besser da stehen oder nicht, ob als Gemeinde oder als Kin­der­gar­ten­werk.”

Pfarrer Michael Nig­ge­baum, Vor­sit­zender des zustän­digen Fach­aus­schusses

Das Inter­esse an der Dis­kus­sion war groß – neben den 120 Syn­odalen waren viele Mit­ar­bei­tenden aus den 26 Kitas im Gemein­de­haus Schwe­stern­gang zu Gast. Den ein­mü­tigen Beschlüssen ging eine leb­hafte Dis­kus­sion voraus.

Her­mann Schiefer, Geschäfts­führer des Kin­der­gar­ten­werkes im Kir­chen­kreis ermu­tigte, den Wert evan­ge­li­scher Kin­der­gar­ten­ar­beit vor einem grö­ßeren Hori­zont zu betrachten. Neben den Lern- und Bil­dungs­er­fah­rungen sei es auch von Bedeu­tung, wie Werte in den Ein­rich­tungen gebildet werden: “Ihr steht für Werte, das hören wir immer wieder von den Eltern.” Der Vor­sit­zende des zustän­digen Fach­aus­schusses, Pfarrer Michael Nig­ge­baum, appe­lierte an die Syn­odalen: “Wir müssen über die Zukunft der Arbeit mit­ein­ander reden, ganz gleich, ob wir nun mit unserer Ein­rich­tung besser da stehen oder nicht, ob als Gemeinde oder als Kin­der­gar­ten­werk.”

An die Zukunft der Beschäf­tigten erin­nerte die Vor­sit­zende der Mit­ar­bei­ter­ver­tre­tung Frauke Hur­kens: “Die Absi­che­rung von Arbeits­plätzen ist auch direkte Für­sorge für die Mit­ar­bei­tenden, die in all der Unge­wiss­heit immer noch gerne diese Arbeit tun.”

INFO
Im Evan­ge­li­schen Kir­chen­kreis werden 26 Ein­rich­tungen betrieben, 20 davon unter dem Dach des kreis­kirch­li­chen Kin­der­gar­ten­werkes, die anderen in Gemein­de­trä­ger­schaft (Berg­kamen, Kamen, Methler, Heeren-Werve). Acht Ein­rich­tungen werden als Fami­li­en­zen­trum geführt. Im lau­fenden Kin­der­gar­ten­jahr werden ins­ge­samt 1.609 Kinder betreut, 307 davon unter drei Jahre. 274 Mit­ar­bei­tende sind beim Kir­chen­kreis beschäf­tigt, wei­tere 30 in den Gemeinden.

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