Trotz rekordverdächtiger Investitionen: Auch Gemeindehaushalt 2019 wieder ausgeglichen

Brachte seinen letzten Haus­halts­plan­ent­wurf in den Gemein­derat ein: Käm­merer Rudi Grümme mit dem Zah­len­werk für 2019. 

Es ist sein ins­ge­samt zwölfter und letzter Haus­halts­ent­wurf, den Holzwickedes Käm­merer am Donnerstagabend(11.10.) in den Gemein­derat ein­ge­brachte. „Aber es macht mir immer noch Spaß“, gestand Rudi Grümme. Kein Wunder: Schließ­lich kann Grümme sein Ziel erreicht und auch seine letzte Haus­halts­pla­nung wieder in Ein­nahmen (38,26 Mio. Euro) und Aus­gaben (48,22 Mio. Euro) aus­ge­gli­chen vor­legen können. Sogar einen kleinen Über­schuss von 41 100 Euro hat der Käm­merer für das Haus­halts­jahr 2019 geplant. Seit dem Jahr 2014 befindet sich die Gemeinde schon als eine der wenigen Kom­munen im Land nicht mehr in der Haus­halts­si­che­rung.

Bemer­kens­wert: Gegen­über dem aktu­ellen Haus­halts­jahr sind die Erträge um satte 4,2 Mio. Euro gestiegen. Aber auch die Auf­wen­dungen sind mit 4,5 Mio. Euro in fast glei­cher Höhe gestiegen. „Wir haben also das ein­ge­nom­mene Geld auch tat­säch­lich wei­ter­ge­geben“, betont Grümme.

Ins­ge­samt gibt die Gemeinde näch­stes Jahr rd. 9,3 Mio. Euro im inve­stiven Bereich aus: 2,5 Mio. Euro mehr als in diesem Jahr. Vor allem in ihre Schulen, in ein­zelne Bau­maß­nahmen wie das Feu­er­wehr­ge­rä­te­haus Mitte, und natür­lich das neue Rat- und Bür­ger­haus (allein rd. 6 Mio. Euro) sowie ihre Unter­welt (Kanal­netz) inve­stiert die Gemeinde viel Geld im näch­sten Jahr. Aber auch in das das schnelle Internet wird viel Geld gesteckt. Allein für den Breit­band­ausbau sind 1,8 Mio. Euro vor­ge­sehen, von denen die Gemeinde aller­dings nur einen Eigen­an­teil von 180 000 Euro beisteuert.Der Rest von rd. 1,2 Mio. Euro sind För­der­gelder.

Hohe Gewerbesteuereinnahmen

Diese Balkengrafik zeigt die erwartete (blau) und die reale (grün) Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde bis zum Jahr 2022. (Grafik: Gemeinde Holzwickede)
Diese Bal­ken­grafik zeigt die erwar­tete (blau) und die reale (grün) Ent­wick­lung der Gewer­be­steu­er­ein­nahmen der Gemeinde bis zum Jahr 2022. (Grafik: Gemeinde Holzwickede)

Für den bau­liche Unter­halt, für den in den zurück­lie­genden Jahren durch­schnitt­lich jeweils 280 000 Euro auf­ge­wendet wurden, sind im näch­sten Haus­halts­jahr rd. 700 000 Euro ver­an­schlagt, von denen ein großer Teil in die Schulen fließt. 

Woher das ganze Geld kommt? Haupt­säch­lich aus der flo­rie­renden lokalen Wirt­schaft. Die aktuell 16,5 Mio. Euro Gewer­be­steu­er­ein­nahmen stellen einen Höchst­stand dar und sind sogar noch mehr, als der Käm­merer in seiner Lang­zeit­pro­gnose eigent­lich erst für das Jahr 2022 erwartet. Aktuell kal­ku­liert hat Grümme „nur“ mit 13,5 Mio. Euro. Doch der Käm­merer warnt: „Es muss kei­nes­wegs so positiv weiter gehen. Die Gewer­be­steu­er­ein­nahmen steigen nicht zwangs­läufig kon­ti­nu­ier­lich weiter. Das kann sich auch sehr schnell ändern.“

Ein Grund zur Freude sind auch 1,2 Mio. Euro Schüs­sel­zu­wei­sungen vom Land sind ein Grundzur Freude. Denn eigent­lich hat der Käm­merer keinen Cent vom Land erwartet dadie Gemeinde abundant ist, d.h. wegen ihrer hohen Gewer­be­steu­er­ein­nahmen so gut­da­steht, dass sie keinen Anspruch mehr auf Lan­des­mittel hat. Doch weil die­Wirt­schaft überall im Land brummt, haben auch alle anderen Kom­munen mehr Gewer­be­steu­er­ein­nah­men­er­zielen können als erwartet. Folge: Die Gemeinde Holzwickede erhält doch noch einen­un­er­war­teten Geld­segen vom Land.

Fünf Mio. Euro Kredite in einem Jahr getilgt

Diese Tortengrafik zeigt, wie sich die Erträge der Gemeinde im kommenden Jahr verteilen. (Grafik: Gemeinde Holzwickede)
Diese Torten­grafik zeigt, wie sich die Erträge der Gemeinde im kom­menden Jahr ver­teilen. (Grafik: Gemeinde Holzwickede)

Wie gut es der Gemeinde geht, zeigt sich auch am Schul­den­stand: Ende dieses Jahres wird die Gemeinde Holzwickede 29,4 Mio. Euro Inve­sti­ti­ons­kre­dite auf­ge­nommen habe –Schulden, denen reale Ver­mö­gens­werte gegen­über­stehen. Anfang des Jahres hatte die Gemeinde aber auch sieben Mio. Euro Kas­sen­kre­dite, denen keine realen Ver­mö­gens­werte gegen­über­standen. Von diesem Schul­den­berg in Höhe von sieben Mio. Euro hat der Käm­merer auf­grund guter Liqui­dität bis zum Jah­res­ende fünf Mio. Euro abge­baut. Aller­dings wird der Kre­dit­be­darf, vor allem wegen des Rat­haus­neu­baus, im neuen Jahr wieder auf acht Mio. Euro steigen.

Auch der „Spar­strumpf“ der Gemeinde, die Aus­gleichs­rück­lagen, ent­wickeln sich positiv. Nachdem die Rück­lagen im Jahr 2013 ganz auf­ge­zehrt waren, sollen sie im näch­sten Jahr wieder auf rd. 3,5 Mio. Euro anwachsen. Bis zum Jahr 2022 sollen sich dann wieder rd. 5,5 Mio. Euro in den Rück­lagen befinden – was bei­nahe schon wieder dem Höchst­stand von vor zehn Jahren (6,7 Mio. Euro) ent­spre­chen würde. Ähn­lich positiv ent­wickelt sich auch das Eigen­ka­pital der Gemeinde, das im vierten Jahr nach­ein­ander wieder gewachsen ist und im kom­menden Jahr bei rd. 39,1 Mio., Euro liegen wird.

Kreisumlage für Jugendhilfe deutlich teurer

Diese Tortengrafik zeigt, wie sich die Aufwendungen der Gemeinde nächstes Jahr verteilen. (Grafik: Gemeinde Holzwickede)
Diese Torten­grafik zeigt, wie sich die Auf­wen­dungen der Gemeinde näch­stes Jahr ver­teilen. (Grafik: Gemeinde Holzwickede)

Noch ein Wort zur Kreis­um­lagen, die mit 17,62 Mio. Euro oder 72 % den Löwen­an­teil an Trans­fer­auf­wen­dungen der Gemeinde aus­ma­chen: Die all­ge­meine Kreis­um­lage liegt mit 10,78 Mio. Euro nur um 120 000 Euro als erwartet. Ins Kontor schlägt dagegen die dif­fe­ren­zierte Kreis­um­lage (= Kosten für die Jugend­hilfe), die mit 6,8 Mio. Euro rd. 630 000 Euro höher aus­ge­fallen ist als vom Käm­merer erwartet.

Am Zah­len­werk für den Haus­halt näch­stes Jahr wird sich noch einiges ändern, da noch nicht alle Zahlen end­gültig vor­liegen. Vor allem die Umlagen im Abwas­ser­be­reich der Emscher­ge­nos­sen­schaft und des Lip­pe­ver­bandes stehen noch aus.

Doch mit dem ein­ge­brachten Haus­halts­ent­wurf für 2019 werden die Par­teien nun in die Klau­sur­be­ra­tungen (26.10 bis 25. 11.) gehen und dort ihre Wün­sche anmelden. Das inter­frak­tio­nelle Abstim­mungs­ge­spräch nach den Klau­sur­be­ra­tungen ist am 28. November vorgesehen.In der Rats­sit­zung am 13. Dezember soll die Haus­halts­sat­zung 2019 dann ver­ab­schiedet werden.

  • Der kom­plette Haus­halts­ent­wurf wird ab näch­ster Woche dann auch in digi­taler Form auf der Gemeinde-Web­seite online ein­zu­sehen sein.
Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.