Städtepartnerschaften zeitgemäß? Der ganz persönliche Kontakt ist wichtig

Diskutierte die Frage <em>„Sind Städtepartnerschaften noch zeitgemäß?“:  </em>Jochen Hake, Oliver Keymis, Dr. Brigitte Krusch-Schlüter,<em>Klaus Wegener,  Lucas Soriano und Reinhard Sommer. (Foto. privat)</em>

Dis­ku­tierte die Frage „Sind Städ­te­part­ner­schaften noch zeit­gemäß?“: Jochen Hake, Oliver Keymis, Dr. Bri­gitte Krusch-Schlüter,Klaus Wegener, Lucas Soriano und Rein­hard Sommer. (Foto. privat)

Gut war sie besucht und reges Inter­esse fand die Podi­ums­dis­kus­sion zum Thema „Sind Städ­te­part­ner­schaften noch zeit­gemäß?“, zu der in Koope­ra­tion am Freitag Gemeinde Holzwickede, Kreis Unna, VHS Unna-Frön­den­berg-Holzwickede und der Freun­des­kreis Holzwickede-Lou­viers e.V. in den Spie­gel­saal des Hauses Opher­dicke ein­ge­laden hatten.

Nach musi­ka­li­scher Ein­stim­mung durch die CSG-Schü­le­rinnen Annika Böbel und Phi­line Berns­dorf führte Dr. Bri­gitte Krusch-Schlüter als Mode­ra­torin fach­kundig und char­mant durch den Dis­kus­si­ons­reigen des Podiums. Dort hatten sich aus­ge­wie­sene Experten der Part­ner­schaften zusam­men­ge­funden: Oliver Keymis als Vize­prä­si­dent des NRW-Land­tags und Vor­sit­zender der Deutsch-Fran­zö­si­schen Par­la­men­ta­ri­er­gruppe, Klaus Wegener, Prä­si­dent der Aus­lands­ge­sell­schaft NRW in Dort­mund, Rein­hard Sommer, Vor­sit­zender des Deutsch-Fran­zö­si­schen Aus­schusses im RGRE und Lucas Soriano, Stu­dent, Jugend­bot­schafter des Deutsch-Fran­zö­si­schen Jugend­werkes und Mit­glied des Holzwickeder Freun­des­kreises.

Jeder Dis­ku­tant hatte so seine eigene, per­sön­liche Geschichte, die ihn irgend­wann zur Part­ner­schafts­be­we­gung gebracht hatte, zumeist immer schon in den frühen Jahren der Jugend. Dass gerade in der aktu­ellen Zeit poli­ti­scher Umbrüche der ganz per­sön­liche Kon­takt zwi­schen Men­schen unter­schied­li­cher Kul­turen, den nur ein Part­ner­schafts­aus­tausch bringen kann, von grö­ßerer Bedeu­tung denn je sei, bestä­tigten alle vier Podi­ums­teil­nehmer. Wobei man über die Wege des „Wie“ mit­unter unter­schied­li­cher Mei­nung war.

Expertenrunde einig: „Gibt keine Patentlösungen“

Lucas Soriano plä­dierte da eher für unge­wöhn­liche Aktionen, die die junge Genera­tion besser anspräche, denn Part­ner­schafts­ak­ti­vi­täten dürften jungen Men­schen kei­nes­falls über­ge­stülpt werden. Dass aber eben das ganz Per­sön­liche und Sinn­liche jeder Bekannt­schaft über Grenzen hinweg die Bedeu­tung der­selben aus­mache, hob Oliver Keymis hervor: Nur wenn man in den Gast­fa­mi­lien die dor­tige Situa­tionen mit­er­lebt, komme man den sozialen Ver­hält­nissen des Nach­bar­landes wirk­lich nahe. Und dieses Ver­ständnis für­ein­ander, gerade nach den Kriegs­er­fah­rungen in Europa, sei immens wichtig, betonte Rein­hard Sommer. Klaus Wegener berich­tete von den guten Erfah­rungen auch der außer­eu­ro­päi­schen Part­ner­schafts­be­zie­hungen, die Dort­mund z.B. mit Israel und Xiang in China unter­halte. Die Schüler, die nach ihrem Aus­tausch von dort zurück­kommen, seien stets in posi­tivem Sinne ver­än­dert, da sie einen anderen und dif­fe­ren­zier­teren Blick auf die Gescheh­nisse in der Welt und bei uns bekämen.

Eine rege Dis­kus­sion und Fra­ge­runde schloss sich an. Wenn auch keine abschlie­ßenden Patent­lö­sungen geboten werden konnten, so nahmen die Gäste einige neue Gedanken mit nach Hause und den Appell aller Dis­ku­tanten an die Politik in Land und den Kom­munen, diese bür­ger­schaft­liche Gras­wur­zel­be­we­gung – so Klaus Wegener – end­lich finan­ziell besser aus­zu­statten. Bei Wein und schmack­haften fran­zö­si­schen Häpp­chen, für die die Damen des Freun­des­kreis-Ser­vice­teams gesorgt hatten, ging der Abend bei vielen ange­regten Ein­zel­ge­sprä­chen im Kamin­zimmer des Her­ren­hauses spät zu Ende.

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