Sexuelle Nötigung einer 17-Jährigen: ein Jahr und vier Monate Haft zur Bewährung

Wegen sexu­eller Nöti­gung hatte sich heute der 33-jäh­rige Ange­klagte K. vor dem Amts­ge­richt in Unna zu ver­ant­worten.

Die Anklage warf K. vor, am 28. April vorigen Jahres eine 17-jäh­rige Aus­zu­bil­dende, die gemeinsam mit ihm in einem gastro­no­mi­schen Betrieb in Holzwickede beschäf­tigt war, ange­boten zu haben, sie nach der Arbeit in seinem Pkw nach Hause zu fahren. Auf dem Rückweg hielt er dann unter­wegs in einem ein­samen Feldweg an, ver­rie­gelte die Türen und bedrängt die 17-Jäh­rige massiv: Zunächst fasste er ihr an die Brust und ver­suchte sie dann zu küssen. Als sich die junge Frau weg­drehte, ver­suchte er, von oben in ihre Hose zu fassen, was nur des­halb miss­lang, weil der Gürtel ihrer Hose zu eng geschnallt war. Dar­aufhin zog er gewaltsam eine Hand der 17-Jäh­rigen auf seinen Schritt und legte sie auf sein eri­giertes Glied. Erst als die so Bedrängte mit ihrer anderen Hand ihr Handy ergreifen konnte, um Hilfe zu holen, ließ er von seinem Opfer ab und brachte es schließ­lich doch noch nach Hause.

Nach Rück­sprache mit seinem Pflicht­ver­tei­diger räumte der Ange­klagte die ihm zur Last gelegte Tat ein, was der inzwi­schen 18 Jahre alten Geschä­digten eine wei­tere unan­ge­nehme Aus­sage zum Tat­her­gang vor Gericht ersparte. Die inzwi­schen 18 Jahre alte Zeugin machte im Zeu­gen­stand einen sehr zurück­hal­tenden, schüch­ternen Ein­druck. Die dama­lige Tat schien sie immer noch zu bela­sten und ihren Alltag zu beein­träch­tigen, wie sie auf Befragen angab. Auch hat sie ihre Aus­bil­dung nach der Tat nicht abschließen können in dem Holzwickeder Betrieb.

Geständnis erspart Opfer peinliche Aussage

Der Gesetz­geber sieht für die sexu­elle Nöti­gung eine Min­dest­strafe von einem Jahr Gefängnis vor. Von einem min­der­schweren Fall, so die Staats­an­wältin in ihrem Plä­doyer, könne im vor­lie­genden Fall nicht die Rede sein: Viel­mehr habe K. die 17-Jäh­rigen mehr­mals massiv bedrängt und immer weiter gemacht, obwohl sein Opfer sich deut­lich gewei­gert hatte. Für den Ange­klagten spreche, dass er ein Geständnis abge­legt und bis­lang absolut straf­frei geblieben sei. Des­halb for­derte die Staats­an­wältin eine Strafe von einem Jahr und vier Monaten Haft, zur Bewäh­rung aus­ge­setzt. Außerdem sollte K. ein Schmer­zens­geld in Höhe von 1.000 Euro an sein Opfer zahlen.

Der Ver­tei­diger von K. wies darauf hin, dass sein Man­dant echte Reue und Ein­sicht zeige. Durch sein Geständnis habe er der Zeugin eine wei­tere Aus­sage erspart. Die Tat zeige auch, dass K. nicht der typi­sche Täter sei, der seinen Willen mit aller Gewalt durch­setzen wollte. Trotzdem schloss sich die Ver­tei­di­gung dem Antrag der Staats­an­wältin in vollem Umfang an.

So fiel dann schließ­lich auch das Urteil von Richter Jörg Hücht­mann aus. Er ver­ur­teilte den Ange­klagten wegen sexu­eller Nöti­gung zu einem Jahr und vier Monaten Haft, setzte diese Strafe drei Jahre zur Bewäh­rung aus und sprach der Geschä­digten ein Schmer­zens­geld von 1.000 Euro zu. Das muss K. nun in monat­li­chen Raten a‘ 100 Euro an sein Opfer zahlen. Mit seiner Urteils­be­grün­dung schloss sich der Richter den vor­an­ge­gan­genen Plä­doyers an.

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