Serie „Zurück zur Natur“: Hunde in der freien Landschaft

So ist es vorbildlich und korrekt: Hunde an der Leine am Standortübungsplatz in Hengsen (Holzwickede). (Foto: Birgit Kalle – Kreis Unna)

So ist es vor­bild­lich und kor­rekt: Hun­de sind auf dem gesam­ten Stand­ort­übungs­platz in Heng­sen an der Lei­ne zu füh­ren. (Foto: Bir­git Kal­le – Kreis Unna)

Der Natur­schutz hat im Kreis Unna übri­gens einen beson­de­ren Stel­len­wert – denn wer am Wochen­en­de mal schnell raus aus der gro­ßen Stadt und hin­ein in die freie Land­schaft will, der sucht sich häu­fig ein grü­nes Plätz­chen im Kreis­ge­biet aus. Ob zum Spa­zie­ren­ge­hen, zum Angeln, zum Rei­ten, Kanu fah­ren oder zur Rad­tour: Wo vie­le unter­schied­li­che Inter­es­sen mit der Umwelt in Ein­klang gebracht wer­den wol­len, sind gera­de hier kla­re Spiel­re­geln für den Umgang mit der Natur von Nöten.

Lesen Sie heu­te in Teil 2 der Serie „Zurück zur Natur“: Hun­de in der frei­en Land­schaft

Lan­ge Lei­ne, kur­ze Lei­ne, kei­ne Lei­ne: Wenn gro­ße und klei­ne Vier­bei­ner Bewe­gung brau­chen, ist der Aus­lauf ohne Lei­ne häu­fig am Unkom­pli­zier­te­sten. Das aber führt gele­gent­lich zu Kon­flik­ten – mit Jog­gern, Spa­zier­gän­gern, ande­ren Hun­de­be­sit­zern. Außer­dem kön­nen Wild­tie­re emp­find­lich gestört wer­den. Des­halb gilt es für Hun­de­be­sit­zer auch im Kreis Unna eini­ge Regeln zu beach­ten.

Neun von zehn Städ­ten und Gemein­den im Kreis­ge­biet haben in spe­zi­el­len Ver­ord­nun­gen in bestimm­ten Berei­chen eine Lei­nen­pflicht für Hun­de fest­ge­setzt. So müs­sen z.B. in Lünen z.B. Hun­de zumin­dest in stär­ker beleb­ten Berei­chen wie Fuß­gän­ger­zo­nen, auf öffent­li­chen Plät­zen, in Park- und Grün­an­la­gen oder bei öffent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen ange­leint wer­den.

Für freien Auslauf gibt es Hundewiesen

Frei­en Aus­lauf dage­gen gibt es bei­spiels­wei­se auf „Hun­de­wie­sen“ in Berg­ka­men, Kamen, Bönen oder Unna. Hier kön­nen sich die Hun­de nach Belie­ben aus­to­ben. „Unan­ge­leint lau­fen dür­fen Hun­de auch in vie­len Berei­chen der frei­en Land­schaft“, erklärt Her­mann Knüwer aus dem Fach­be­reich Natur und Umwelt des Krei­ses. Doch kei­ne Regel ohne Aus­nah­me: „Für den Wald, in Natur­schutz­ge­bie­ten oder ande­ren beson­ders geschütz­ten Berei­chen gel­ten ande­re Regeln“, unter­streicht Knüwer.

Im Wald müs­sen Hun­de außer­halb der Wege an die Lei­ne. In den Natur­schutz­ge­bie­ten kreis­weit ist das Frei­lau­fen­las­sen von Hun­den eben­falls nicht erlaubt. Hier dür­fen Hun­de nur auf befe­stig­ten oder gekenn­zeich­ne­ten Stra­ßen und Wegen und nur an der Lei­ne geführt wer­den. Das gilt auch für die soge­nann­ten Geschütz­ten Land­schafts­be­stand­tei­le.

Außer­dem müs­sen Hun­de in einem Land­schafts­schutz­ge­biet im Kreis an die Lei­ne genom­men wer­den: auf dem Gelän­de des Stand­ort­übungs­plat­zes in Opher­dicke-Heng­sen. Neu: Wäh­rend der Brut­zeit der Vögel gilt nach dem neu­en Lan­des­na­tur­schutz­ge­setz auch in Vogel­schutz­ge­bie­ten Lei­nen­pflicht. Das betrifft die Zeit vom 1. März bis zum 31. Juli und das Vogel­schutz­ge­biet „Hell­weg­bör­de“, zu dem auch Flä­chen der bei­den Städ­te Unna und Frön­den­berg gehö­ren.

Auch auf dem „Truppi“ herrscht Leinenzwang

Die­se Regeln gibt es nicht ohne Grund“, erläu­tert Her­mann Knüwer. Frei lau­fen­de Hun­de kön­nen vie­le Tie­re gefähr­den. „Und zwar auch dann, wenn sie nicht unmit­tel­bar hin­ter ver­meint­li­cher Beu­te her­het­zen.“ Denn wenn Eltern­tie­re bei­spiels­wei­se durch frei lau­fen­de Hun­de auf­ge­scheucht wer­den, ver­las­sen sie vor­über­ge­hend ihren Nach­wuchs, der dann von Beu­te­grei­fern geholt wer­den kann. Bei nass­kal­ter Wit­te­rung kön­nen wär­me­be­dürf­ti­ge Jung­tie­re an Unter­küh­lung ster­ben, auch wenn sie von den Eltern nur kurz­zei­tig ver­las­sen wer­den.

Und es kann noch schlim­mer kom­men: „Wer­den Rehe aus ihren Ein­stands­ge­bie­ten durch Spa­zier­gän­ger mit oder ohne Hund ver­jagt, kön­nen sie in ihrer pani­schen Flucht vor das näch­ste Auto lau­fen und so Men­schen­le­ben gefähr­den“, sagt Knüwer und appel­liert auf eine der Grund­re­geln des funk­tio­nie­ren­den Mit­ein­an­ders: gegen­sei­ti­ge Rück­sicht­nah­me. Im Ide­al­fall hat auch noch die Natur etwas davon. (PK | PKU)

In der näch­sten Fol­ge Lesen Sie: Der Haus­gar­ten — Gepfleg­tes Kreis Unna

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