Serie „Sicher Radfahren“: Wann Radwege benutzt werden müssen

Gibt es einen Radweg wie diesen (getrennter Geh- und Radweg), muss er von Radfahrern auch benutzt werden. Foto: B. Kalle – Kreis Unna

Gibt es einen Rad­weg wie die­sen (getrenn­ter Geh- und Rad­weg), muss er von Rad­fah­rern auch benutzt wer­den. Foto: B. Kal­le – Kreis Unna

PK) Rad­fah­ren ist in, Rad­fah­ren hält fit. Und nicht erst seit es E-Bike, Pedel­ec & Co. gibt, steigt die Zahl derer, die sport­lich auf dem Draht­esel unter­wegs sind. Wo sich Wege kreu­zen, gibt es aber auch Risi­ken. Im Jahr 2015 regi­strier­te die Kreis­po­li­zei­be­hör­de ins­ge­samt 302 Unfäl­le mit Rad­fah­rern, davon wur­den 285 ver­letzt – das sind 85 Pro­zent. Mehr noch: Die Hälf­te der ver­un­glück­ten Rad­fah­rer hat den Unfall ver­schul­det oder trägt eine Mit­schuld.

Damit es so weit erst gar nicht kommt, fri­schen die Stra­ßen­ver­kehrs­be­hör­den und die Unfall­kom­mis­si­on im Kreis zusam­men mit der Kreis­po­li­zei­be­hör­de Unna in der Serie „Sicher Rad­fah­ren“ ver­lo­ren gegan­ge­nes Wis­sen auf.

Heute: Radwege

Blau­es Schild mit wei­ßem Fahr­rad. Na klar: ein Rad­weg. Aber muss der Rad­fah­rer den auch benut­zen? Und was ist, wenn neben oder über dem Fahr­rad noch Fuß­gän­ger abge­bil­det sind? Oder ein Zusatz-Schild „Rad­fah­rer frei“ am Geh­weg ange­bracht ist?

Manch­mal kann das Vor­schrif­ten­dickicht der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung ganz schön ver­wir­rend sein. Grund­sätz­lich gilt: Wenn ein Rad­weg mit einem blau­en Rad­weg-Schild aus­ge­wie­sen ist, muss er auch benutzt wer­den.

Die­se Regel gilt unab­hän­gig davon, ob es sich um einen rei­nen Rad­weg (Schild: wei­ßes Rad auf blau­em Grund), einen gemein­sa­men Geh- und Rad­weg (Schild: Fuß­gän­ger oben, Rad­fah­rer unten) oder um einen getrenn­ten Geh- und Rad­weg (Schild: Rad­fah­rer links, Fuß­gän­ger rechts) han­delt.

Auf dem gestrichelt abgetrennten Schutzstreifen fahren im Regelfall Radfahrer. Autos dürfen hier im Ausnahmefall (z.B. Begegnungsverkehr) aber auch fahren. (Foto: B. Kalle – Kreis Unna)

Auf dem gestri­chelt abge­trenn­ten Schutz­strei­fen fah­ren im Regel­fall Rad­fah­rer. Autos dür­fen hier im Aus­nah­me­fall (z.B. Begeg­nungs­ver­kehr) aber auch fah­ren. (Foto: B. Kal­le – Kreis Unna)

Nur wenn der Weg nicht nutz­bar ist, darf der Rad­fah­rer auf die Stra­ße aus­wei­chen“, sagt Erster Poli­zei­haupt­kom­mis­sar Tho­mas Stol­te­fuß. Er ist Chef des Ver­kehrs­dien­stes der Kreis­po­li­zei­be­hör­de und kennt Bei­spie­le: „Lei­der kommt es vor, dass Autos auf dem Rad­weg abge­stellt wer­den oder ein Rad­weg mas­siv ver­schmutzt ist.“

Nicht benut­zen muss der Rad­fah­rer einen Geh­weg, der mit Zusatz­schild „Rad­fah­rer frei“ bestückt ist. „Dann kön­nen Rad­fah­rer wäh­len, ob sie auf der Stra­ße oder auf dem Geh­weg fah­ren“, erläu­tert Stol­te­fuß.

Grund­sätz­lich dür­fen Geh­we­ge – wie der klas­si­sche „Bür­ger­steig“ – aber nicht mit dem Rad benutzt wer­den. Aus­nah­men gel­ten nur für Kin­der: Kin­der bis acht Jah­ren müs­sen, Kin­der bis zehn Jah­ren dür­fen auf dem Geh­weg fah­ren.

Manch­mal gibt es auf der Fahr­bahn auch beson­ders mar­kier­te Strei­fen  für alle, die mit dem Draht­esel unter­wegs sind. Wäh­rend die mit dem Rad­weg-Schild aus­ge­wie­se­nen Rad­fahr­strei­fen benutzt wer­den müs­sen und hier das Par­ken und Befah­ren für Autos ver­bo­ten ist, gilt dies für den gestri­chelt abge­trenn­ten Schutz­strei­fen nicht. Bei Bedarf kön­nen Auto­fah­rer aus­nahms­wei­se auf dem Schutz­strei­fen fah­ren und ihn auch zum Be- und Ent­la­den nut­zen.

Wer sich nicht an die Rad­we­ge-Regeln hält, muss übri­gens mit Fol­gen rech­nen: Das Nicht­be­nut­zen des aus­ge­schil­der­ten Rad­wegs kann 20 Euro kosten, genau­so viel wie das Fah­ren auf einem Rad­weg in fal­scher Rich­tung. Mit Gefähr­dung ande­rer oder Unfall­fol­gen wird’s noch teu­rer.

Näch­ste Fol­ge: Kein Han­dy am Len­ker

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.