Serie „Sicher Radfahren“: Eine eigene Straße für Drahtesel

Dieses Zeichen weist auf eine Fahrradstraße hin. (Foto: B. Kalle – Kreis Unna)

Die­ses Zei­chen weist auf eine Fahr­rad­stra­ße hin. (Foto: B. Kal­le – Kreis Unna)

PK) Rad­fah­ren ist in, Rad­fah­ren hält fit. Und nicht erst seit es E-Bike, Pedel­ec & Co. gibt, steigt die Zahl derer, die sport­lich auf dem Draht­esel unter­wegs sind. Wo sich Wege kreu­zen, lie­gen aber mit­un­ter Risi­ken. Und das nicht ohne Grund: Wenn ein Unfall mit einem Rad­fah­rer pas­siert, wird der Rad­fah­rer in mehr als 85 Pro­zent der Fäl­le auch ver­letzt. Immer­hin die Hälf­te der ver­un­glück­ten Rad­fah­rer wird bei die­sen Unfäl­len regel­mä­ßig als Ver­ur­sa­cher oder Mit­ver­ur­sa­cher iden­ti­fi­ziert.

Damit es so weit erst gar nicht kommt, fri­schen Kreis und Poli­zei manch­mal ver­lo­ren gegan­ge­nes Wis­sen rund ums Fah­ren mit dem Draht­esel auf.

Heute: Die Fahrradstraße

Freie Fahrt für Rad­fah­rer – davon träu­men vie­le, wäh­rend sie in die Peda­le tre­ten. Manch­mal ver­geb­lich. Denn in den aller­mei­sten Fäl­len rollt es im Ver­kehrsall­tag nicht ganz so rund. Zumal die moto­ri­sier­ten Ver­kehrs­teil­neh­mer die stär­ke­ren sind. Doch nicht so in der Fahr­rad­stra­ße, denn hier gel­ten ande­re Regeln.

In der Regel domi­nie­ren Auto­fah­rer, Bus­se und dicke Brum­mis die Stra­ße. In der Fahr­rad­stra­ße haben mal Rad­ler die Nase vorn, und Auto­fah­rer müs­sen sich – soweit sie mit einem Zusatz­zei­chen in die­sen Stra­ßen über­haupt zuge­las­sen sind – dem Rad­ver­kehr unter­ord­nen.

Zuge­ge­ben – sehr zahl­reich sind Fahr­rad­stra­ßen in den Städ­ten und Gemein­den im Kreis Unna noch nicht aus­ge­schil­dert. Seit 1997 kön­nen sie ange­bo­ten wer­den, und inner­halb die­ser fast 20 Jah­re wer­den sie zuneh­mend als wich­ti­ger Bau­stein der Rad­ver­kehrs­för­de­rung aner­kannt.

Rechtsfahrgebot gilt auch auf der Fahrradstraße

Mit der Ein­rich­tung von Fahr­rad­stra­ßen wird nicht nur allen das Leben erleich­tert, die gern auf dem Draht­esel unter­wegs sind. Es zeigt auch, dass das Fahr­rad als ernst zu neh­men­des Ver­kehrs­mit­tel in das Bewusst­sein der Öffent­lich­keit gerückt wird“, sagt Micha­el Arnold aus der Stra­ßen­ver­kehrs­be­hör­de des Krei­ses Unna. Fahr­rad­stra­ßen stei­ger­ten die Attrak­ti­vi­tät, sich mit eige­ner Mus­kel­kraft auf zwei Rädern in Bewe­gung zu set­zen, betont Arnold.

Hier ist für Rad­fah­rer erlaubt, was auf nor­ma­len Stra­ßen ver­bo­ten ist: „Man kann neben­ein­an­der fah­ren und sich dabei unter­hal­ten“, erläu­tert der Ver­kehrs-Exper­te beim Kreis.

Über man­che Fahr­rad­stra­ßen dür­fen auch Autos fah­ren. Aller­dings gilt hier für alle Ver­kehrs­teil­neh­mer  — auch für Rad­fah­rer — Tem­po 30. Wich­tig zu wis­sen: Das Rechts­fahr­ge­bot gilt auch in der Fahr­rad­stra­ße. „Damit dür­fen Rad­fah­rer nicht pro­vo­zie­rend mit­tig fah­ren, um hier­durch den Fahr­zeug­ver­kehr oder ande­re Rad­fah­rer aus­zu­brem­sen“, unter­streicht Micha­el Arnold. Auch der Vor­gang „Rad­fah­rer über­holt rechts einen ande­ren Rad­fah­rer“ ist nicht regel­kon­form.

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.