Sechs junge Guatemalteken drücken Schulbank im Clara-Schumann-Gymnasium

Die sechs Jugendlichen aus Guatemala mit ihren deutschen Gastgeschwistern. (Foto: privat)

Die sechs Jugendlichen aus Guatemala mit ihren deutschen Gast­geschwis­tern. (Foto: pri­vat)

Auch in diesem Jahr kann das „Clara“ wieder weit­gereiste Gäste aus Guatemala in Zen­tralameri­ka begrüßen. “Nach dem großen Erfolg des Aus­tausches in den ver­gan­genen Jahren inter­essierten sich am CSG in diesem Schul­jahr wieder viele Schüler für eine Teil­nahme am Aus­tausch”, sagt Janine Bar­rio aus der Fach­schaft Spanisch am CSG.

Seit Sam­stag, 12. Novem­ber, besuchen deshalb nun sechs Schü­lerin­nen und Schüler aus Guatemala das Holzwicked­er Gym­na­si­um Schule. Die sechs Jugendlichen sind in Gast­fam­i­lien in Holzwickede und Umge­bung unterge­bracht und besuchen täglich gemein­sam mit ihren Gast­geschwis­tern den Unter­richt der 8. und 9. Klassen des Clara-Schu­mann-Gym­na­si­ums.

Ihr Aufen­thalt hier in Holzwickede bis zum 17. Dezem­ber wird ihnen hof­fentlich einen Ein­blick geben in unser Schul­sys­tem, die „deutsche“ Wei­h­nacht­szeit und das All­t­agsleben hier.

Die fünf Gastschü­lerin­nen und der Gastschüler kom­men aus Guatemala Stadt, ein­er schö­nen mit­te­lamerikanis­chen Metro­pole mit 1.022 Mio. Ein­wohn­ern. Sie besuchen dort die Deutsche Schule bzw. die Öster­re­ichis­che Schule, d.h. sie sprechen sehr gut Deutsch, denn teils ler­nen sie seit dem Kinder­garten bilin­gual die deutsche Sprache, um bald ein voll­w­er­tiges „deutsches“ Abitur bzw. die öster­re­ichis­che „Matu­ra“ abzule­gen.

Interesse an Austausch auch bei deutschen Schülern groß

Auch die deutschen Schüler haben großes Inter­esse an diesem Aus­tausch. Ein­er­seits freuen sie sich über den Aus­tausch mit gle­ichal­tri­gen Jugendlichen, die von einem anderen, inter­es­san­ten und weit ent­fer­n­ten Kon­ti­nent stam­men, ander­er­seits erhof­fen sie sich sicher­lich auch eine Verbesserung ihrer Spanis­chken­nt­nisse bzw. ein erstes Ken­nen­ler­nen der Sprache. Aber auch ein Gegenbe­such in Guatemala in der Zukun­ft ist nicht aus­geschlossen und wird schon fleißig geplant.

Während des Aufen­thaltes hier erwarten die Guatemal­teken sich­er auch einige High­lights, denn die einzel­nen Gast­fam­i­lien haben sich im Vor­feld viele Gedanken gemacht, wie man den sechs Jugendlichen den Flair des Ruhrge­bi­ets näher brin­gen kann. Viele Besuche und Aus­flüge sind angedacht und wer­den den Blick der jun­gen Besuch­er auf unseren Teil Deutsch­lands sich­er pos­i­tiv verän­dern. Vor allem „warten“ die guatemal­tekischen Jugendlichen schon auf Kälte und Schnee, denn in Guatemala Stadt fällt die Tem­per­atur sel­ten unter die 15 Grad – Gren­ze. Vielle­icht klappt es ja mit ein­er Rodel­par­tie im Sauer­land? Aber auch „deutsche“ Wei­h­nacht­stra­di­tio­nen wie das Back­en von Plätzchen, das Her­ausstellen der Stiefel vor dem Niko­laustag, das Basteln eines Adventskranzes und das Öff­nen der Türchen am Adventskalen­der wer­den sicher­lich viele Gäste genießen kön­nen.

So sehen die Jugendlichen ihren Gastaufenthalt

Für den Emscherblog haben die sechs Jugendlichen aus Guatemala und ihre Gast­geschwis­ter aufgeschrieben, welche Ein­drücke sie bish­er bei ihrem Gas­taufen­thalt gesam­melt haben:

joanneDie ersten Tage waren eine Umstel­lung, durch das Wet­ter und die Zeit. Bei mir zu Hause sind ger­ade Ferien, aber trotz­dem bereue ich es nicht hier her gekom­men zu sein und hier zur Schule zu gehen. Holzwickede ist eine schöne Stadt und auch das CSG gefällt mir gut. Hier habe ich viele neue Fre­unde gefun­den, aber ich ver­misse meine Fam­i­lie und meine beste Fre­undin. Meine Gast­fam­i­lie ist nett und dort gab es bish­er keine Prob­leme. Bish­er habe ich Dort­mund, Köln, Unna und das Sta­dion von Borus­sia Dort­mund ken­nen­gel­ernt.  Joanne

juliaFünf Wochen sich mit ein­er fast frem­den Per­son das Zim­mer zu teilen war zu Anfang ein komis­ch­er Gedanke, aber ich bereue es kein biss­chen an diesem Aus­tausch teilgenom­men zu haben. Die „Chemie” stimmte von Anfang an und wir lachen viel zusam­men. Auch der Holzwicked­er Wei­h­nachts­markt war für sie eine schöne Erfahrung und dort hat­ten wir viel Spaß. In der Klasse wurde sie fre­undlich aufgenom­men, sowohl von den Schülern wie auch von den Lehrern. Noch möchte von uns kein­er an den Abschied denken, doch auch dieser Zeit­punkt wird lei­der kom­men… Julia

julia1Ich finde diesen Aus­tausch sehr schön und  kann ihn nur weit­erempfehlen. Meine Aus­tauschschü­lerin und ich ver­ste­hen uns sehr gut und wir haben eine Menge Spaß zusam­men. Wir haben schon viel zusam­men unter­nom­men, wie z.B eine Fahrt nach Köln, eine Shop­ping-Tour nach Dort­mund oder einen Besuch des Wei­h­nachts­mark­tes. Außer­dem haben wir schon Plätzchen geback­en. Wenn wir mal Langeweile haben, tre­f­fen wir uns oft mit ein­er Fre­undin von mir und ihrer Aus­tauschschü­lerin. Die bei­den sind näm­lich Cousi­nen. Ich hoffe der Aus­tausch wird auch im näch­sten Jahr wieder stat­tfind­en und ich kann meine Aus­tauschschü­lerin mal in Guatemala besuchen. Julia

marianaMein Name ist Mar­i­ana Lou Lemus. Die let­zten Wochen waren eine beson­dere und außergewöhn­liche Erfahrung. Seid ich ins Flugzeug eingestiegen bin, bin ich in einem Traum, aus dem ich nicht mehr aufwachen will. Ich bin in eine nette Fam­i­lie gekom­men und füh­le mich hier sehr wohl. Alles gefällt mir hier sehr gut und ich würde defin­i­tiv nochmal kom­men. Mar­i­ana

 

santiagoEs ist anders hier in Deutsch­land zu leben. Wir haben schon sehr viele tolle Sachen zusam­men gemacht. Am Besten gefällt mir die Schule, weil ich neue Fre­unde ken­nen­gel­ernt habe. Es gefällt mir so gut, dass ich gar nicht erst zurück nach Hause möchte. San­ti­a­go

 

 

erikSan­ti­a­go und ich ver­ste­hen uns blendend! Wir haben schon einiges erlebt und wer­den noch ganz viel machen. Ich möchte auch nicht, dass er wieder nach Hause fährt. Es ist eine tolle Zeit und ich freue mich schon darauf, ihn in Guatemala zu besuchen. Eric

 

 

lara

Hal­lo! Ich bin 14 Jahre alt und nehme am Guatemala-Aus­tausch teil, weil ich es span­nend finde, eine neue Kul­tur ken­nen­zuler­nen, ich nun Kon­takt nach Guatemala habe und es eine schöne Erfahrung ist. Ich habe eine neue, gute Fre­undin (Mar­i­ana) ken­nen­gel­ernt, wir ver­ste­hen uns super und es macht total Spaß, etwas mit ihr zu unternehmen, wie z.B. Schlittschuh laufen oder shop­pen gehen. Die Wei­h­nacht­szeit hier in Deutsch­land ist nochmal etwas anderes für sie, so waren wir schon auf mehreren Wei­h­nachtsmärk­ten oder haben Plätzchen geback­en. Außer­dem fahren wir jeden Mor­gen mit dem Fahrrad zur Schule und ich glaube, dies ist nochmal eine ganz neue Erfahrung für die Guatemal­teken, da diese nur mit dem Auto oder Bus zur Schule fahren. Es ist immer wieder lustig, wenn Mar­i­ana bes­timmte Begriffe nicht ken­nt und man ver­sucht, es zu erk­lären. Viele für uns nor­male Dinge sind für sie etwas Beson­deres. Ich sel­ber lerne Spanisch in der Schule, doch ich brauche es nicht, da alle Gastkinder aus Guatemala sehr gut deutsch sprechen kön­nen. Meine Aus­tauschschü­lerin Mar­i­ana ist eine tolle Fre­undin und ich kön­nte mir gut vorstellen, einen Gegenbe­such nach Guatemala zu machen, um ihre Fam­i­lie und die Kul­tur ken­nen­zuler­nen und mein Spanis­ch­vok­ab­u­lar zu erweit­ern! Lara

mariana1Hal­lo! Ich bin 15 Jahre alt und komme aus Guatemala. Dieses Land ist in Mit­te­lameri­ka und weit weg von Deutsch­land. Ich gehe zu ein­er öster­re­ichis­chen Schule und lerne Deutsch, deswe­gen mache ich einen Aus­tausch, um die Sprache bess­er zu ler­nen, die Leute und die ver­schiede­nen Kul­turen ken­nen­zuler­nen. Ins­ge­samt bin ich sechs Wochen unter­wegs, fünf Wochen bei mein­er Gast­fam­i­lie und eine Woche in Ital­ien. Meine Gast­fam­i­lie ist sehr nett, zuerst habe ich meine Fam­i­lie in Guatemala ver­misst, aber jet­zt, nach fast drei Wochen, habe ich sie sehr lieb und füh­le mich schon sehr wohl. Ich und meine Aus­tausch­part­ner­in ver­ste­hen uns ganz gut, sie ist sehr lustig und es macht viel Spaß, mit ihr zusam­men zu sein. Ich finde Holzwickede sowohl sehr schön als auch inter­es­sant, es gibt viele Wälder und Natur. Was ich am lieb­sten mag, ist die Wei­h­nacht­szeit hier in Holzwickede, ich bin zu vie­len Wei­h­nachtsmärk­ten gegan­gen, zum Beispiel in Dort­mund, Unna und natür­lich in Holzwickede. Obwohl es hier zu kalt für mich ist, ist es sehr lustig, weil wir Schlittschuh laufen gegan­gen sind und das gibt es in Guatemala nicht. Ich gehe momen­tan ins Clara-Schu­mann-Gym­na­si­um, die Schule ist sehr schön und groß, die Schüler und Lehrern sind sehr nett, und die Fäch­er sind nicht nur lustig, son­dern auch inter­es­sant, obwohl ich manch­mal mich ein biss­chen lang­weile; es ist eine schöne und tolle Erfahrung für mich und ich würde noch ein­mal nach Holzwickede kom­men. Mar­i­ana

phoebeDer Aus­tausch mit den Schülern aus Guatemala ist eine tolle Erfahrung und man lernt viele neue Leute ken­nen. Außer­dem lernt man sich viel inten­siv­er ken­nen, da sie fünf Wochen hier sind. Man hat viel Spaß zusam­men und ich finde, man kann die Teil­nahme am Aus­tausch nur empfehlen. Phoebe

 

 

sabineMein Name ist Sabine, ich bin 13 Jahr alt und bin eine der Schü­lerin­nen aus Guatemala, die am Aus­tausch teil­nehmen. Heute erzäh­le ich Ihnen ein biss­chen von meinen Erfahrun­gen hier in Holzwickede. Ich bin für fünf Wochen in Holzwickede und habe schon viel ken­nen­gel­ernt und erlebt. Ich finde es schön und inter­es­sant. Mir hat beson­ders der Wei­h­nachts­markt gefall­en. Der Wei­h­nachts­markt war sehr schön und man kon­nte dort viele leckere Sachen essen. Wir haben in Guatemala keinen Wei­h­nachts­markt, deswe­gen mag ich ihn umso mehr. Ich mag auch die Schule, den Spielplatz und die Leute. Ich mag hier ein­fach alles. Ich hoffe, dass ich noch ein­mal nach Holzwickede fliegen kann. Sabine

camilaSeit dem Tag, an dem ich angekom­men bin, habe ich den Unter­schied zwis­chen Deutsch­land und Guatemala bemerkt. In Guatemala ist das Wet­ter nicht so kalt wie hier und die Häuser sind anders. Ein weit­er­er Unter­schied ist, dass es in Deutsch­land nicht so viele Staus gibt wie in Guatemala. Meine Gast­fam­i­lie und ich sind zu ver­schiede­nen Wei­h­nachtsmärk­ten und nach Unna gefahren. Wir wer­den auch noch ins BVB-Sta­dion und nach Köln fahren. In der Schule sind die Leute sehr nett und lustig und die Schule ist voll schön. Ich mag Holzwickede, weil es klein, aber sehr schön ist. Meine Gast­fam­i­lie ist sehr nett zu mir und hil­fs­bere­it. Zuerst fühlte ich mich ein biss­chen komisch, aber jet­zt habe ich mich an sie gewöh­nt. Cami­la

julieIch habe das erste Mal an einem Aus­tausch teilgenom­men. Zuerst war ich sehr skep­tisch, ein „fremdes“ Kind aufzunehmen. Doch seit der ersten E-mail haben wir uns sehr gut ver­standen und haben uns für ver­schiedene The­men des anderen Lan­des inter­essiert. Als meine Aus­tausch­part­ner­in angekom­men ist, habe ich ihr gezeigt, wo für die näch­sten fünf Wochen ihr neues Zuhause ist. An den Woch­enen­den haben wir schon ver­schiedene Städte und Wei­h­nachtsmärk­te, wie zum Beispiel den Mün­ster­an­er oder den Dort­munder Wei­h­nachts­markt, besucht. Am 3. Dezem­ber fahren wir mit dem Zug ins BVB-Sta­dion und am 4. Dezem­ber geht es nach Köln. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass es in Guatemala nie unter 12° sind. Im Gegen­satz zu Guatemala ist es hier in Deutsch­land um diese Jahreszeit sehr kalt, bis zu -5°. Bevor meine Aus­tauschschü­lerin gekom­men ist, kan­nte ich Guatemala nicht. Ich kan­nte zwar mit­te­lamerikanis­che Län­der wie Mexiko, Pana­ma oder Cos­ta Rica. Ich weiß kaum etwas über die Kul­tur Guatemalas und möchte gerne mal dieses Land ken­nen­ler­nen. Julie

  • Hin­ter­grund: Der Kon­takt nach Guatemala ent­stand vor dem Hin­ter­grund, dass die Fach­schaft Spanisch des CSG unter Fed­er­führung von Janine Bar­rio ständig auf der Suche nach Aus­tauschmöglichkeit­en für unsere Schü­lerin­nen und Schüler in aller Welt ist. Der Aus­tausch mit Men­schen, die die Ziel­sprache Spanisch als Mut­ter­sprache sprechen, ist und bleibt ein­er der wichtig­sten Bestandteile des Ler­nens dieser schö­nen und wichti­gen Sprache. So gibt es am CSG seit vie­len Jahren einen Email-Aus­tausch mit ein­er Schule auf Kuba. Pri­vate Aus­tausche in Län­der Lateinamerikas wer­den eben­falls von der Schule begleit­et und unter­stützt.
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