Protest zeigt Wirkung: SPD und CDU wollen Bebauungsplan Krummer Weg nicht ändern

Der Bebauungsplan für das kleine Neubaugebiet Krummer Weg bleibt wohl bestehen. Deiutliuch zu erknnen ist die Terrassierung, die der Bauträger bereits vorgenommen hat.  (Foto: Peter Gräber)

Der Bebau­ungs­plan für das kleine Neubauge­bi­et Krum­mer Weg wird wohl nicht im Sinne des Bauträgers geän­dert. Deut­lich zu erken­nen ist die Ter­rassierung des Gelän­des, die der Bauträger bere­its vorgenom­men hat. (Foto: Peter Gräber)

Der Protest der Anlieger gegen die geplante Änderung des Bebau­ungs­planes Krum­mer Weg zeigt Wirkung: Vor der entschei­den Son­der­sitzung des Pla­nungs- und Bauauss­chuss­es am Mittwoch kom­mender Woche (27. Mai) zeich­net sich eine poli­tis­che Mehrheit ab, die am beste­hen­den Bebau­ungs­plan mit den darin fest­geschriebe­nen Firsthöhen und Wohnein­heit­en fes­thal­ten will. Die bei­den größten Frak­tio­nen von SPD und CDU wollen die Änderung nicht gegen den Willen der Anlieger vornehmen.

Zum Hin­ter­grund: Nach­dem der Emscherblog gegen die  geplante Änderung des beste­hen­den Bebau­ungs­plans im Fachauss­chuss am 21. April berichtete, hat­te sich heftiger Protest in der Nach­barschaft formiert. Nach der Sitzung, in der eine Entschei­dung bis zur Son­der­sitzung näch­ste Woche vertagt wurde, for­mulierten die Anlieger eine Protestres­o­lu­tion, die von ins­ge­samt 62 Nach­barn unterze­ich­net wurde. Gle­ichzeit­ig reicht­en sie ihre Res­o­lu­tion als Bürg­er­antrag an die Gemein­de­spitze ein. In ihrer Protestschrift beze­ich­nen die Anlieger den gemein­samen Vorstoß des Bauträgers beta Eigen­heim mit der Ver­wal­tung zur vere­in­facht­en Änderung des beste­hen­den Bebau­ungs­planes als „freche Über­rumpelungsstrate­gie“.  Die „schnelle und nur auf höch­sten Prof­it aus­gerichtete Ver­mark­tung der Häuser“ lehnen sie ab.

Anlieger verärgert über “Überrumpelungsstrategie”

Ihnen, den Anliegern, sei sein­erzeit verbindlich ver­sichert wor­den, dass am Krum­men Weg zwölf bis 15 Ein­fam­i­lien- und Dop­pel­häuser mit ein­er Firsthöhe von max­i­mal acht Metern gebaut wür­den. „Jet­zt sollen es 28 Wohnein­heit­en mit ein­er Firsthöhe von bis zu elf Metern wer­den!“

Die Anlieger hät­ten sein­erzeit gegen die vorgestell­ten Pläne keinen Ein­spruch erhoben, weil sie das Bauge­bi­et zwar „sehr skep­tisch, aber als nicht ganz unzu­mut­bar eingestuft“ hat­ten. „Wenn nun aber dem Bauträger qua­si ein Freifahrschein für die schnelle Ver­mark­tung, egal wie und auf Kosten unser­er Wohn­qual­ität gegeben wird, fühlen wir uns von Poli­tik und Ver­wal­tung im Stich gelassen. Wir haben auf die gegebe­nen Ver­sprechen ver­traut – das wollen wir auch weit­er­hin“, schließt die Protestres­o­lu­tion der Anlieger.

Für meine Frak­tion kann ich aber schon so viel sagen: Die SPD wird sich nicht bewe­gen, wenn die Anlieger nicht zus­tim­men.“

Michael Klimzi­ak, Frak­tionsvor­sitzen­der der SPD

Bere­its unmit­tel­bar nach der Auss­chuss­sitzung im April hat­ten sich die Frak­tionsvor­sitzen­den aller Parteien im Rat getrof­fen, um das weit­ere Vorge­hen in Sachen krum­mer Weg zu besprechen. „Wir haben uns darauf ver­ständigt, dass die Ver­wal­tung nochmal auf die Anlieger zuge­hen und das Gespräch besuchen soll“, bestätigte Michael Klimzi­ak (SPD) auf Nach­frage. Man müsse nun abwarten, ob die Anlieger nicht vielle­icht doch noch mit Änderun­gen ein­ver­standen seien. „Für meine Frak­tion kann ich aber schon so viel sagen: Die SPD wird sich nicht bewe­gen, wenn die Anlieger nicht zus­tim­men.“

Die CDU-Fraktionsmitglieder und interessierte Bürger bei ihrem Ortstermin am Krummen Weg am Montag dieser Woche. (Foto: privat)

Die CDU-Frak­tion­s­mit­glieder und inter­essierte Bürg­er bei ihrem  Ort­ster­min am Mon­tagabend am Krum­men Weg.(Foto: pri­vat)

Ähn­lich äußerte sich auch Frank Markows­ki (CDU), dessen Frak­tion sich zur Vor­bere­itung der Son­der­sitzung am Mon­tagabend (18. Mai) auch zu einem Ort­ster­min am Bauge­bi­et „Krum­mer Weg“ getrof­fen hat­te, um sich vor Ort ein eigenes Bild von den örtlichen Gegeben­heit­en machen zu kön­nen. Auch zahlre­iche Anlieger und inter­essierte andere Bürg­er nah­men an der Orts­besich­ti­gung, zu der die CDU ein­ge­laden hat­te, teil. „Ein Großteil gab an, von Vertretern der Gemein­de­v­er­wal­tung das Gefühl ver­mit­telt zu bekom­men, in ihren Anre­gun­gen und Bedenken über­haupt nicht ernst genom­men zu wer­den“, meint CDU-.Fraktionschef Markows­ki und bedauert. „Obwohl wir uns auf die Ver­wal­tungs­fach­leute gefreut haben, die mit ihren Fachken­nt­nis­sen zu dem einen oder anderen kri­tis­chen Punkt eine Stel­lung­nahme abgeben und somit zur Aufk­lärung hät­ten beitra­gen kön­nen, sind diese unser­er Ein­ladung nicht gefol­gt und der Ver­anstal­tung fer­nge­blieben.“

Die CDU Frak­tion wird daher dem Antrag der Änderung des gülti­gen Bebau­ungs­planes nicht zus­tim­men.“

Frank Markows­ki, Frak­tionsvor­sitzen­der der CDU

Nach der Orts­besich­ti­gung stellte der CDU-Frak­tion­schef fest: „Wir hal­ten weit­er­hin an dem Bau­vorhaben am Krum­men Weg fest.  Allerd­ings sehen wir auf­grund der aktuellen gewon­nen Erken­nt­nisse durch die Orts­besich­ti­gung und der durch die betrof­fe­nen Anwohn­er vor­ge­tra­ge­nen Ein­wände und Bedenken keine Ver­an­las­sung, von dem seit 2012 ein­vernehm­lich mit den betrof­fe­nen Anwohn­ern gefassten und gel­tenden Bebau­ungs­plan abzuwe­ichen.“

Der Bauträger und jet­zige Eigen­tümer beta Eigen­heim habe das Are­al in Ken­nt­nis des beste­hen­den Bebau­ungs­planes erwor­ben und musste sich über die beste­hen­den Richtlin­ien im Klaren sein. „Die CDU Frak­tion wird daher dem Antrag der Änderung des gülti­gen Bebau­ungs­planes nicht zus­tim­men.“

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Dipl.-Journalist

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