Polizeilich Gesuchter saß im Schrank: Helfer wegen Strafvereitelung angeklagt

Das war wohl keine so gute Idee: Weil er ver­däch­tigt wird, seinen Kumpel vor dem Zugriff der Polizei ver­steckt zu haben, fand sich ein 42 Jahre alter Holzwickeder heute wegen Straf­ver­ei­te­lung auf der Ankla­ge­bank des Amts­ge­richts Unna wieder.

Es ist eine Geschichte, wie sie nur das wahre Leben schreibt: Am 14. Februar dieses Jahres standen Poli­zei­be­amten vor der Tür der Woh­nung des Holzwicke­ders und begehrten Ein­lass. Der Grund: Sie hatten einen Hin­weis erhalten, dass sich ein wegen Dieb­stahls ange­klagter Bekannter des Holzwicke­ders, der zu seiner Haupt­ver­hand­lung nicht erschienen war, in der Woh­nung des 42-Jäh­rigen auf­hält.

Der Woh­nungs­ei­gen­tümer ver­wehrte den Poli­zei­be­amten zunächst den Zutritt zur Woh­nung, erst nach einigen Dis­kus­sionen durften sie schließ­lich doch seine Woh­nung betreten, die der arbeits­lose Vater mit seiner Tochter (8 Jahre) allein bewohnt.

Und siehe da: Die Poli­zei­be­amten ent­deckten den Gesuchten prompt im Klei­der­schrank ver­steckt.

Zu seiner Ver­tei­di­gung gab der Ange­klagte heute an: Er habe weder gewusst, dass sich sein Bekannter im Klei­der­schrank ver­steckt hält noch dass er wegen eines Haft­be­fehls gesucht wird.

Weil zumin­dest die theo­re­ti­sche Chance besteht, dass dies den Tat­sa­chen ent­spricht, hat Richter Jörn Granseuer heute noch kein Urteil gespro­chen und die Ver­hand­lung ver­tagt. Auf Antrag des Ver­tei­di­gers soll zunächst am kom­menden Dienstag (31. Juli) der Schrank­hocker als Zeuge zu diesem Sach­ver­halt befragt werden.

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.