Planung angepasst: Kita wird Grünanteil im Wohnpark Emscherquelle weiter reduzieren

Auf dem ehemaligen Kasernengelände sind inzwischen alle Gebäude abrissen und türmen sich die Haufen mit Abbruchmaterial. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Auf dem ehe­ma­ligen Kaser­nen­ge­lände sind inzwi­schen alle Gebäude abrissen und türmen sich die Haufen mit Abbruch­ma­te­rial. (Foto: P. Gräber – Emscher­blog)

Für viele Holzwickeder ist der Anblick noch immer ziem­lich unge­wohnt: Auf dem Gelände an der Sölder Straße, wo vor wenigen Wochen noch die Gebäude der Emscher­ka­serne standen, ist kein Stein mehr auf dem anderen geblieben, türmen sich die Haufen mit Abbruch­ma­te­rial: Der Bau­träger WILMA treibt die Umwand­lung des rund 87.800 m2 großen ehe­ma­ligen Kaser­nen­ge­ländes zum Wohn­park Emscher­quelle zügig voran. Gleich­zeitig hat der Gemein­derat in seiner letzten Sit­zung (28.3.) eine pla­ne­ri­sche Anpas­sung beschlossen, die den Grün­an­teil im spä­teren Neu­bau­ge­biet weiter redu­zieren wird. Kri­tiker sehen sich in ihrer Mei­nung bestä­tigt, dass die von der Gemeinde dem Inve­stor beim Ver­kauf zur Auf­lage gemachten ins­ge­samt 17 Bedin­gungen ein wei­teres Mal auf­ge­weicht werden. 

Bei der vom Rat beschlos­senen Anpas­sung der Pla­nung geht es um die Kin­der­ta­ges­stätte, die als eine der pla­ne­ri­schen Rah­men­be­din­gungen für das Pro­jekt fest­ge­legt worden ist – aller­dings nur als zwei- bzw. drei­zü­gige Ein­rich­tung auf einer Brut­to­fläche von rund 1.000 m2. Auf einer echten Bedarfs­pla­nung basierte die vor­ge­se­hene Zwei­zü­gig­keit nicht, wie Uwe Nett­len­busch, Leiter der Tech­ni­schen Dienste der Gemeinde, ein­räumt. „Wir hatten dazu mit dem Kreis Kon­takt auf­ge­nommen, doch das war ganz am Anfang des Pro­jektes. Des­halb konnte man uns noch keine näheren Zahlen zur erfor­der­li­chen Größe der Kita geben.“

Gemeinde muss zusätzliches Grundstück kaufen

Diese Plan­skizze des Wohn­parks Emscher­quelle zeigt: Die benö­tigten zusätz­li­chen 1.227 m2 Fläche für der Kita gehen wohl zu Lasten des öffent­li­chen Grün­streifen in der Mitte des Wohn­parks abge­zweigt. (Skizze: WILMA)

Vor einigen Wochen sei die Gemeinde des­halb noch einmal auf das Amt für Familie und Jugend zuge­gangen, um den Bedarf zu klären. Ergebnis: In Abstim­mung mit dem Kreis soll nun­mehr eine vier­zü­gige Kita in dem Neu­bau­ge­biet der WILMA errichtet werden. Ein „poli­ti­scher Beschluss“ sei für diese Anpas­sung der Kita „nicht not­wendig“ gewesen, so Nett­len­busch. Alle anderen Details zur Kita, etwa die Frage der Trä­ger­schaft, sind noch offen.

Die grö­ßere Kita wird auch grund­sätz­lich von der Politik begrüßt, zumal die Ein­rich­tung später ja nicht nur für die Bewohner des Neu­bau­ge­bietes zur Ver­fü­gung stehen wird. Aller­dings wird sich der Flä­chen­be­darf für die Ein­rich­tung auf exakt 2.227 m2 mehr als ver­dop­peln – und zwar „zu Lasten der öffent­li­chen Grün­fläche“, so Uwe Nett­len­busch. Die zusätz­lich benö­tigten 1.227 m2 werden von dem Mit­tel­streifen weg­gehen, der vor der Kita vor­ge­sehen war, glaubt der Fach­be­reichs­leiter.

Der Grün­an­teil des Wohn­parks, der ursprüng­lich bei 50 Pro­zent liegen sollte, dann aber nur noch 36 Pro­zent betrug, wird sich damit weiter redu­zieren. Schließ­lich bleibt auch die Frage, wer das zusätz­lich Grund­stück im Gegen­wert von über 200.000 Euro bezahlen soll. „Hier gab es den Wunsch der Politik, dass die WILMA uns das Land über­lässt und weniger Bau­grund­stücke ver­kauft“, meint Uwe Nett­len­busch, der das jedoch für unrea­li­stisch hält. „Wir werden diese rund 1.200 m2 erwerben müssen für die Kita.“ Dar­über geredet werden soll noch einmal im inter­frak­tio­nellen Arbeits­kreis, der den Wohn­park begleitet und der bekannt­lich vom Bür­ger­blocks boy­kot­tiert wird.

25%-Regel: Abgerechnet wird am Schluss

Vor allem die Grünen drängen darauf, dass die Gemeinde nicht mit dem zusätz­li­chen Flä­chen­an­kauf für die Kita bela­stet wird und der Bau­träger WILMA das Grund­stück zur Ver­fü­gung stellt. Die Grünen, aber auch FDP und Bür­ger­block, sehen die WILMA ohnehin noch in der Bring­schuld, weil die soge­nannte 25-Pro­zent-Regel bis­lang nicht umge­setzt ist. Nach dieser vom Rat bereits im Jahr 1997 beschlossen Rege­lung müssen Inve­storen bei der Umwand­lung in Bau­land 25 Pro­zent der Netto-Neu­bau­fläche (oder die ent­spre­chenden Grund­stücke) an die Gemeinde Holzwickede ver­äu­ßern. Im Fall des Kaser­nen­ge­ländes wären das ein Finanz­vo­lumen von rd. 1,2 Mio. Euro.


Alles, was die WILMA am Ende nicht erle­digt hat, wird auf­ge­li­stet. Dafür erfolgt ein finan­zi­eller Aus­gleich“

Uwe Nett­len­busch, Leiter Tech­ni­sche Dienste

Die Gemeinde hat mit den Stimmen der SPD und CDU im Fall der WILMA eine Ver­rech­nung dieses 25-Pro­zent-Anteils mit den Erschlie­ßungs­ko­sten für das Bau­ge­biet ver­ein­bart. Gegen den Wider­stand der drei kleinen Par­teien, die der Ansicht sind, dass diese Kosten ohnehin vom Inve­stor zu tragen sind. Als geld­werten Anteil sollte die WILMA etwa den Kreisel am Breiten Weg finan­zieren, der aber über­haupt nicht mehr rea­li­siert werden soll.

Uwe Nett­len­busch geht aller­dings davon aus, dass WILMA der ver­ein­barten Rege­lung noch in vollem Umfang nach­kommen wird. „Der Bau­träger wird ja noch die äußere Erschlie­ßung vor dem Plan­ge­biet auf der Söl­der­straße über­nehmen. Auch auf der Schä­fer­kamp­straße sollen noch Ver­än­de­rungen vor­ge­nommen werden im Zusam­men­hang mit der Tempo-30-Zone, die dort noch ein­ge­richtet wird.“ Es gebe eine genaue Liste mit Maß­nahmen, die die WILMA zu über­nehmen hat. „Alles, was die WILMA am Ende nicht erle­digt hat, wird auf­ge­li­stet. Dafür erfolgt ein finan­zi­eller Aus­gleich“, erklärt Nett­len­busch. „Das ist so ver­ein­bart, aber auch von der WILMA ange­boten worden.“

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