Pflegebedarfsplan 2017 beschlossen: Heimplatzquote abgesenkt

In seinem jetzt fort­ge­schrie­benen Pfle­ge­be­darfs­plan setzt der Kreis Unna auf ambu­lante vor sta­tio­närer Pflege. (Foto: Helene Souza /​Pixelio.de)

Ambu­lant vor sta­tionär“. An diesem Grund­satz richtet der Kreis erfolg­reich seine Gesund­heits- und Sozi­al­po­litik aus. Das bestä­tigt der vom Kreistag für 2017 fort­ge­schrie­bene Pfle­ge­be­darfs­plan.

Alte und hil­fe­be­dürf­tige Men­schen können im Kreis so lange wie mög­lich selbst­ständig in ihrer ver­trauten Umge­bung bleiben. Dabei hilft neben flä­chen­deckend aktiven ambu­lanten Pfle­ge­dien­sten ein eta­bliertes „fach­li­ches Früh­warn­sy­stem“ mit Ele­menten wie Pflege- und Wohn­be­ra­tung, Psy­cho­so­ziale Bera­tung (PSB), Heim­auf­sicht, der Koor­di­nie­rungs­stelle Senio­ren­ar­beit oder auch den ört­li­chen Senio­ren­be­auf­tragten.

Quote für sta­tio­näre Pfle­ge­heim­plätze sinkt Dies in Kom­bi­na­tion mit recht regen Bau­ak­ti­vi­täten im Bereich der sta­tio­nären Pflege in den letzten Jahren und einer durch­schnitt­li­chen Aus­la­stungs­quote in den bestehenden Pfle­ge­ein­rich­tungen von 95 Pro­zent bedeutet im Ergebnis, dass ein Bedarf an neuen sta­tio­nären Pfle­ge­plätzen aus­drück­lich ver­neint wird. Mehr noch: Die Quote der für über 80-Jäh­rige bereit­zu­stel­lenden Pfle­ge­heim­plätze wird in der Fort­schrei­bung des Pfle­ge­be­darfs­planes 2017 von 16,5 auf 16 Pro­zent gesenkt.

Wie ent­spannt die Situa­tion bei der sta­tio­nären Pflege ist, ver­an­schau­li­chen einige Zahlen. Kreis­weit gibt es der­zeit 4.134 Pfle­ge­plätze, geplant oder im Bau sind bereits 385 Plätze. Das sind gut 20 mehr als kreis­weit rech­ne­risch im Jahre 2020 benö­tigt werden. Außerdem: Mit den aktu­ellen Ver­bes­se­rungen in der Pfle­ge­ver­si­che­rung geht der Trend ohnehin weiter zu ambu­lanten und teil­sta­tio­nären Ange­boten.

Tagespflegeplätze könnten mehr werden

Grund­sätz­li­chen Bedarf sehen die Fach­leute beim Kreis daher für wei­tere Tages­pfle­ge­plätze im Sinne des Prin­zips „ambu­lant vor sta­tionär“ und zur Ent­la­stung pfle­gender Ange­hö­riger. Sie emp­fehlen eine aus­ge­wo­gene quar­tiers- und sozi­al­raum­be­zo­gene Ver­tei­lung. Eine strenge Quo­tie­rung wird nicht gesehen – da sie Anbieter eher beschränken als beflü­geln könnte.

Richtig Sorgen bereitet der Sozi­al­pla­nung beim Kreis das Fehlen von Ein­rich­tungen, die aus­schließ­lich Kurz­zeit­pfle­ge­plätze anbieten. Sie sind zu Spit­zen­zeiten wie etwa Feri­en­wo­chen aus­ge­bucht, machen übers Jahr gesehen ange­sichts durch­lau­fender Kosten (Gebäu­de­un­ter­hal­tung, Per­so­nal­ko­sten) aber ein Minus.

Erneuter Appell an Bundesregierung

Der Kreis hatte sich des­halb bereits in der letzten Legis­la­tur­pe­riode über die hei­mi­schen Bun­des­tags­ab­ge­ord­neten an die Bun­des­re­gie­rung gewandt. Erbeten wurde eine bes­sere finan­zi­elle Absi­che­rung des Ange­botes an soge­nannten soli­tären Kurz­zeit­pfle­ge­plätzen über die Pfle­ge­kassen. Kon­krete Ergeb­nisse gibt es bisher nicht. Des­halb soll der Landrat jetzt erneut den Kon­takt suchen.

Der Pfle­ge­be­darfs­plan spricht auch eine deut­liche Emp­feh­lung aus: Der Bestand an Ser­vice-Woh­nungen für Ältere in Ser­vice-Wohn­an­lagen sollte sich bis 2020 nahezu ver­dop­peln. (PK | PKU)

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