Ohrfeige für Freundin: 1.900 Euro Geldstrafe wegen Körperverletzung

Ein 43 Jahre alter Holzwickeder musste sich heute vor dem Amtgs­ge­richt wegen Kör­per­ver­let­zung ver­ant­worten. Der Holzwickeder soll am 6. Juli 2015 seiner dama­ligen Freundin im Streit um einen grö­ßeren Geld­be­trag eine kräf­tige Ohr­feige gegeben haben. Der Schlag war so heftig, dass die Frau sofort unter Schwin­del­an­fällen litt. Die Frau suchte einen Arzt auf, der ihr ein geschä­digtes Trom­mel­fell atte­stierte.

Außerdem erwirkte sie mit Beschluss vom 14. Juli 2015 ein Annä­he­rungs­verbot für den Ange­klagten, der sich dar­aufhin seiner Ex-Freundin und ihrer Woh­nung nicht mehr nähern durfte. Einen Monat später, am 14. August 2015, erwirkte die Frau einen wei­teren Beschluss, der eine Aus­wei­tung des Annä­he­rungs­ver­botes auch auf eine Gast­stätte in der Nord­straße vorsah, dessen ehe­ma­liger Betreiber der Ange­klagte war.

Da sich der Ange­klagte am 15., 16. Und 17. August 2015 trotz des Annä­he­rungs­ver­botes in der Gast­stätte auf­ge­halten hatte, warf ihm die Anklage neben der Kör­per­ver­let­zung auch einen Ver­stoß gegen das Gewalt­schutz­ge­setz vor.

Auf Nach­frage von Richter Chri­stian Johann stritt der Ange­klagte heute die ihm zur Last gelegten Ver­gehen rundweg ab und zeigte auch kei­nerlei Schuld­be­wusst­sein oder Reue: Er habe seine Freundin nicht geschlagen, so der Ange­klagte. Diese sei viel­mehr betrunken gewesen und gestürzt, was zu der ärzt­lich fest­ge­stellten Ver­let­zung geführt habe.

Angeklagter missachtete auch Annäherungsverbot

Was die Annä­he­rungs­ver­bote angeht, ver­wickelte sich der Ange­klagte in Wider­sprüche: Einer­seits will er sich daran gehalten haben, ande­rer­seits will er nicht gewusst haben, dass er sich seiner ehe­ma­ligen Gast­stätte nicht näher durfte.

Auf­klä­rung brachte schließ­lich eine Akte des Fami­li­en­ge­richtes. Aus der ging hervor, dass das Annä­he­rungs­verbot für die Kneipe am Freitag, 14. August 2015 erwirkt, aber wohl noch nicht zuge­stellt wurde. Dem­nach habe der Ange­klagte am fol­genden Wochen­ende (15. Und 16. August 2015) tat­säch­lich noch keine Kenntnis von dem Verbot haben können, wie Richter Johann fest­stellte. Aller­dings musste dem Ange­klagten spä­te­stens am Montag, 17. August, das Annä­he­rungs­verbot zuge­stellt und bekannt gewesen sein. Da er sich an jenem Montag trotzdem in der Gast­stätte auf­hielt, habe er sich strafbar gemacht.

Richter Chri­stian Johann ver­ur­teilte den 43-jäh­rigen Holzwickeder dar­aufhin wegen Kör­per­ver­let­zung und Ver­sto­sses gegen das Gewalt­schutz­ge­setz zu einer Geld­strafe in Höhe von 1.900 Euro.

Die Aus­sage der Ex-Freundin im Zeu­gen­stand sei absolut glaub­würdig, so die Urteils­be­grün­dung. Zugun­sten des Ange­klagten, der weder geständig ist noch Reue zeigt und zudem eine Vor­strafe auf dem Kerb­holz hat, spricht dagegen gar nichts, wie es die Ankla­ge­ver­tre­tung for­mu­liert hatte.

Der Ange­klagte selbst akzep­tierte das Urteil sofort, obwohl er sich doch in der Ver­hand­lung eigent­lich als Unschulds­lamm prä­sen­tiert hatte.

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