Notunterkünfte werden freigezogen: Landrat dankt Helfern in Werne und Bönen

Nach aktuellem Stand können die Unterkünfte an der Bahnhofstraße aus der Ende August/Anfang September bezogen werden. Im Rathaus werden bereits Umzugspläne für die Flüchtlinge aus der Rausinger Halle und den anderen Notquartieren gemacht. (Foto: Peter Gräber) Ende September sollen 32 neue Flüchtlinge einziehen: Bauleiterin Uta Weise, Sirko Nickel (Hausmeisterdienst), Sina Rumpke (Koordination der Flüchtlingsbetreuung) und Bürgermeisterin Ulrike Drossel in den Unterkünften an der Mühlenstraße. (Foto: Peter Gräber) Die letzten Flüchtlinge verließen die Notunterkunft in Bönen, während sich dort die Verantwortlichen zu einem Abschlusstreffen versammelten. (Foto: C. Rauert – Kreis Unna)

Sie hel­fen, wenn Hil­fe gebraucht wird und packen an, wo und wann es not­wen­dig ist. Das bewie­sen Rot­kreuz­ler und ande­re, zumeist frei­wil­li­ge Hel­fer in den letz­ten Mona­ten in den bei­den Not­un­ter­künf­ten für Flücht­lin­ge in Bönen und in Wer­ne. Nun packen die Hel­fer zusam­men. Und auch in Holzwicke­de zeich­net sich die Räu­mung der Rausin­ger Hal­le ab.

In Holzwicke­de wer­den nach Aus­kunft von Bür­ger­mei­ste­rin Ulri­ke Dros­sel Ende Sep­tem­ber 32 neue Flücht­lin­ge erwar­tet, die dann in den umge­bau­ten Unter­künf­ten an der Müh­len­stra­ße (ehe­ma­li­ge Rake­ten­sta­ti­on) unter­ge­bracht wer­den sol­len.

Die neu­en Unter­künf­te an der Bahn­hof­stra­ße wer­den nach aktu­el­lem Stand Ende August/Anfang Sep­tem­ber bezugs­fer­tig sein“, so Bür­ger­mei­ste­rin Ulri­ke Dros­sel. Der­zeit wer­den in der Ver­wal­tung Plä­ne gemacht, wer in die Unter­künf­te an der Bahn­hof­stra­ße umzie­hen wird. „Es macht ja kei­nen Sinn, dass etwa eine drei­köp­fi­ge Fami­lie eine Woh­nung für acht Per­so­nen bezieht“, meint Ulri­ke Dros­sel.

Für Holzwicke­des Bür­ger­mei­ste­rin ist es auch eine Selbst­ver­ständ­lich­keit, dass die betrof­fe­nen Flücht­lin­gen mit in die Umzugs­pla­nun­gen ein­be­zo­gen wer­den.  „Es haben sich auch schon Grup­pen gefun­den, die gemein­sam zur Bahn­hof­stra­ße umzie­hen wer­den.“ Auch die ehren­amt­li­chen Hel­fer wür­den bei­der Umzugs­ak­ti­on „mit ins Boot“ geholt. „Das Gan­ze wird auch nicht so mili­tä­risch exakt abge­stimmt durch­ge­führt wer­den kön­nen“, betont Bür­ger­mei­ste­rin Dros­sel. „Denn wir dür­fen ja nicht ver­ges­sen, dass wir es hier mit Men­schen zu tun haben.“

Ulri­ke Dros­sel geht davon aus, dass die Rausin­ger Hal­le rela­tiv schnell frei­ge­zo­gen wird, wenn die Unter­künf­te an der Bahn­hof­stra­ße bezugs­fer­tig sind. „Danach beginnt dann der Rück­bau der Rausin­ger Hal­le.“ Etwas pro­ble­ma­ti­sche könn­te es mög­li­cher­wei­se wer­den, für die Flücht­lin­ge neue Unter­künf­te zu fin­den, die zur­zeit in den Quar­tie­ren im Sport­heim an der Haarst­rang-Anla­ge, am Bau­be­triebs­hof oder in der Nord­stra­ße unter­ge­bracht sind. In der Woh­nung an der Nord­stra­ße wohnt bei­spiels­wei­se eine Fami­lie mit vier Kin­dern, die auch zur Schu­le gehen. „Des­halb müs­sen wir natür­lich dar­auf ach­ten, dass die­se Fami­lie mög­lichst zen­tral unter­ge­bracht wird.“

Rückbau in Bönen und Werne bereits in vollem Gange

Abschlussbesprechung in der geräumten Ermeling-Schule in Bönen. (Foto: C. Rauert - Kreis Unna)

Abschluss­be­spre­chung in der geräum­ten Erme­ling-Schu­le in Bönen. (Foto: C. Rau­ert — Kreis Unna)

In Wer­ne und Bönen hat die Bezirks­re­gie­rung Arns­berg die Schlie­ßung der vom Kreis bereit­ge­stell­ten Ein­rich­tun­gen bereits vor den ursprüng­lich gesetz­ten Ter­mi­nen ver­an­lasst. Der Rück­bau der ehe­ma­li­gen Erme­ling-Grund­schu­le und der weni­ge Meter ent­fernt lie­gen­den Turn­hal­le in Bönen-Len­ningsen ist in vol­lem Gan­ge. Das glei­che gilt für die Kar­di­nal-von-Galen-Turn­hal­le in Wer­ne-Stock­um sowie die dane­ben hoch­ge­zo­ge­nen Leicht­bau­hal­len.

Land­rat Micha­el Makiol­la nutz­te die Abbau­ar­bei­ten, um sich in bei­den Ein­rich­tun­gen bei den unzäh­li­gen Hel­fern für ihre gro­ße und anhal­ten­de Hilfs­be­reit­schaft zu bedan­ken. Sei­ne ganz beson­de­re Aner­ken­nung galt dabei dem Deut­schen Roten Kreuz, Kreis­ver­band Unna, das bei­de Ein­rich­tun­gen mit viel Know-how und Umsicht „aus dem Stand her­aus“ erst betriebs­be­reit gemacht und dann für den Kreis betrie­ben hat­te.

Nach der Auf­for­de­rung der Bezirks­re­gie­rung muss­ten wir inner­halb weni­ger Tage Platz für bis zu 400 Flücht­lin­ge schaf­fen“, erin­ner­te Land­rat Makiol­la an die Aus­gangs­si­tua­ti­on im letz­ten Herbst. „Ohne Sie hät­ten wir die­se auch wegen des engen Zeit­fen­sters enor­me Her­aus­for­de­rung nicht gemei­stert“, fand Land­rat Makiol­la deut­li­che Wor­te des Dan­kes an die Adres­se des DRK-Kreis­ver­ban­des.

Des­sen Geschäfts­füh­rer Micha­el Lihl nahm den Dank stell­ver­tre­tend für die in Bönen und in Wer­ne ein­ge­setz­ten Hel­fer ent­ge­gen. „Das DRK hat sich wie­der als lei­stungs­star­ke Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on erwie­sen. Vor allem haben wir ger­ne gehol­fen, als Not am Mann war“, unter­strich Lihl.

Dass die Auf­for­de­rung der Bezirks­re­gie­rung so schnell umge­setzt wer­den konn­te, ist auch der unkom­pli­zier­ten Zusam­men­ar­beit zwi­schen dem Kreis und der Gemein­de Bönen bzw. der Stadt Wer­ne zu dan­ken. „Die bei­den Ver­wal­tungs­spit­zen haben uns spon­tan ihre Hil­fe ange­bo­ten und von Anfang an Hand in Hand mit allen ande­ren Betei­lig­ten zusam­men­ge­ar­bei­tet“, beton­te Land­rat Micha­el Makiol­la.

Ein wei­te­rer, aus­drück­li­cher Dank galt der Kar­di­nal-von-Galen-Schu­le in Wer­ne-Stock­um sowie den Ver­ei­nen in Bönen und Stock­um, die „von einem Tag auf den ande­ren“ auf die Nut­zung „ihrer“ Sport­stät­ten ver­zich­ten muss­ten. Nach dem Rück­bau der Anla­gen wer­den even­tu­el­le Schä­den besei­tigt, ehe die Ver­ei­ne bzw. die Stock­u­mer Schu­le die Ein­rich­tun­gen wie­der für den Sport nut­zen kön­nen.

 

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Dipl.-Journalist

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