Neun Gelbe und Rote Karten: Gewalttätern droht Führerscheinentzug

Neun junge Gewalttäter haben im Kreis Unna die Gelbe Karte gezeigt bekommen. (Foto: Bundespolizei)

Neun jun­ge Gewalt­tä­ter haben im Kreis Unna die Gel­be Kar­te gezeigt bekom­men. (Foto: Bun­des­po­li­zei)

(PK) Jun­ge Gewalt­tä­ter müs­sen damit rech­nen, ihren Füh­rer­schein zu ver­lie­ren. Der Kreis Unna zeigt die­sen Delin­quen­ten in Zusam­men­ar­beit mit der Kreis­po­li­zei­be­hör­de und dem für Lünen zustän­di­gen Poli­zei­prä­si­di­um Dort­mund seit mehr als einem Jahr die Gel­be und die Rote Kar­te.

Die Gel­be Kar­te ist die letz­te War­nung, dass der Füh­rer­schein bei der näch­sten Tat weg ist“, erklärt Gün­ter Spar­brod, Lei­ter der Stra­ßen­ver­kehrs­be­hör­de des Krei­ses. Seit dem 1. Novem­ber 2013 ist die Ver­ein­ba­rung zur Bekämp­fung der Gewalt­kri­mi­na­li­tät in Kraft. Seit­dem beka­men neun jun­ge Män­ner Post von der Ver­kehrs­be­hör­de.

Die Regeln sind ein­fach: Wer als 14- bis 24-Jäh­ri­ger in einem Jahr drei­mal mit häus­li­cher Gewalt unter Alko­hol­ein­fluss oder fünf­mal mit ande­ren Gewalt­de­lik­ten straf­fäl­lig wird, sieht die Gel­be Kar­te. Wel­che Straf­ta­ten „zäh­len“, hat die Poli­zei in einem Straf­ta­ten­ka­ta­log fest­ge­legt. Wie im Fuß­ball folgt auf die Gel­be Kar­te bei der näch­sten schwer­wie­gen­den Tat eine Rote Kar­te. Der Platz­ver­weis gilt in die­sem Fall für den moto­ri­sier­ten Stra­ßen­ver­kehr.

Die jun­gen Gewalt­tä­ter müs­sen dann die medi­zi­nisch-psy­cho­lo­gi­sche Unter­su­chung (MPU) absol­vie­ren. In beson­ders schwe­ren Fäl­len kann die Stra­ßen­ver­kehrs­be­hör­de den Füh­rer­schein auch ohne MPU ein­zie­hen.

Von den neun jun­gen Män­nern, die der Kreis ange­schrie­ben hat, kas­sier­ten inzwi­schen vier eine Rote Kar­te. „Einer von ihnen darf den Füh­rer­schein gar nicht erst machen“, berich­tet Gün­ter Spar­brod.

Bei der Akti­on geht es einer­seits dar­um, jun­ge Gewalt­tä­ter an einer emp­find­li­chen Stel­le zu tref­fen – näm­lich beim Sta­tus­sym­bol Auto. Ande­rer­seits sol­len Gefah­ren für ande­re Ver­kehrs­teil­neh­mer ver­mie­den wer­den. Denn: Aggres­si­vi­tät ist nicht teil­bar, heißt es in einem Gerichts­ur­teil, das das Anwen­den der „Gel­ben Kar­te“ bestä­tigt. Tenor: Wer ande­re schlägt, beraubt, ver­ge­wal­tigt, erpresst oder miss­han­delt, der ist auch am Steu­er aggres­siv und damit unge­eig­net, ein Fahr­zeug zu len­ken.

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