Neues Pflegestärkungsgesetz: Mehr Leistung und mehr Geld im neuen Jahr

Anne Kappelhoff aus der Pflege- und Wohnberatung des Kreises Unna. (Foto: C. Rauert – Kreis Unna)

Anne Kap­pel­hoff aus der Pfle­ge- und Wohn­be­ra­tung des Krei­ses Unna. (Foto: C. Rau­ert – Kreis Unna)

(PK) Mehr Lei­stun­gen für Pfle­ge­be­dürf­ti­ge und Ange­hö­ri­ge: Ab dem 1. Janu­ar gilt das neue Pfle­ge­stär­kungs­ge­setz. „Damit wer­den vie­le Lei­stun­gen der gesetz­li­chen Pfle­ge­ver­si­che­rung erhöht oder kön­nen fle­xi­bler genutzt wer­den“, erläu­tert Anne Kap­pel­hoff von der Pfle­ge- und Wohn­be­ra­tung des Krei­ses Unna.

Eine der wich­tig­sten Neue­run­gen: Es gibt mehr Geld. Alle Lei­stungs­be­trä­ge der Pfle­ge­ver­si­che­rung wer­den um 4 Pro­zent ange­ho­ben. „Dafür müs­sen die Ver­si­cher­ten kei­nen Antrag stel­len, die Umstel­lung geschieht auto­ma­tisch“, sagt Anne Kap­pel­hoff und weist auf wei­te­re Schwer­punk­te der Geset­zes­än­de­rung hin.

Wenn Ange­hö­ri­ge eine Aus­zeit von der Pfle­ge brau­chen, kön­nen sie sich durch die so genann­te Ver­hin­de­rungs­pfle­ge ent­la­sten. Hier gibt es dem­nächst nicht nur mehr Geld, son­dern auch die Mög­lich­keit, die Ver­hin­de­rungs­pfle­ge mit der Kurz­zeit­pfle­ge zu kom­bi­nie­ren. Unab­hän­gig von der Pfle­ge­stu­fe erhal­ten Pfle­ge­be­dürf­ti­ge künf­tig 1.612 Euro (statt bis­her 1.550 Euro) für bis zu sechs Wochen (statt bis­her bis zu vier Wochen). „Neu ist auch, dass wei­te­re 806 Euro für Ver­hin­de­rungs­pfle­ge ver­wen­det wer­den kön­nen, wenn eine Kurz­zeit­pfle­ge nicht voll­stän­dig bean­sprucht wur­de“, betont Anne Kap­pel­hoff.

Weitere Änderungen im Überblick:

  •  Wer neben einer Tages­pfle­ge­ein­rich­tung auch Lei­stun­gen eines ambu­lan­ten Pfle­ge­dien­stes in Anspruch nimmt, hat mehr Geld zur Ver­fü­gung. Bis­lang wur­den die­se Lei­stun­gen auf­ein­an­der ange­rech­net. Ab Janu­ar kön­nen die Lei­stun­gen für Tages­pfle­ge in vol­lem Umfang neben dem Pfle­ge­geld oder den Lei­stun­gen für einen ambu­lan­ten Pfle­ge­dienst in Anspruch genom­men wer­den.
  •  Zukünf­tig erhält jeder Pfle­ge­be­dürf­ti­ge mit min­de­stens Pfle­ge­stu­fe 1 einen Zuschuss von 104 Euro pro Monat, um Ent­la­stungs­dien­ste in Anspruch neh­men zu kön­nen. Hier­von kann bei­spiels­wei­se eine Beglei­tung zum Arzt oder beim Spa­zier­gang orga­ni­siert wer­den.
  •  Der Zuschuss für Umbau­maß­nah­men in der eige­nen Woh­nung steigt von der­zeit 2.227 Euro auf bis zu 4.000 Euro. Für Pfle­ge­hilfs­mit­tel des täg­li­chen Ver­brauchs stei­gen die Zuschüs­se von 31 Euro auf 40 Euro pro Monat.
  •  Zur Finan­zie­rung steigt der Bei­trags­satz ab Janu­ar 2015 um 0,3 Pro­zent­punk­te auf 2,35 Pro­zent (2,6 Pro­zent für Kin­der­lo­se) an.

Für wei­te­re Fra­gen ste­hen die Mit­ar­bei­te­rin­nen der Pfle­ge- und Wohn­be­ra­tung im Kreis Unna täg­lich von 9 bis 12.30 Uhr und Don­ners­tag nach­mit­tags von 14 bis 17 Uhr per­sön­lich im Seve­r­inshaus, Nor­den­mau­er 18 in Kamen oder unter T. 0 23 07 / 2 89 90 60 oder 0 800 / 27 200 200 (kosten­frei) zur Ver­fü­gung. Ein Kon­takt ist auch per E-Mail an pwb.kamen@kreis-unna.de mög­lich. Infor­ma­tio­nen erhal­ten Rat­su­chen­de auch bei den Pfle­ge­stütz­punk­ten der AOK in Unna, Mär­ki­sche Stra­ße 2 unter T.  0 23 03 / 201–135 und der Knapp­schaft in Lünen, Arndt­stra­ße 4 unter T. 0 23 06 / 70 03 91.

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