Neue Regeln für Öltankbesitzer: Umweltauflagen verschärft

Diese Öltanks müssen aufgrund der Verformungen getauscht werden. (Foto: Gisbert Schmidt – Kreis Unna)

Die­se Öltanks müs­sen auf­grund der Ver­for­mun­gen getauscht wer­den. (Foto: Gis­bert Schmidt – Kreis Unna)

Wer sein Haus mit Öl heizt, soll­te sie ken­nen: die AwSV. Gemeint ist die neue Ver­ord­nung über Anla­gen zum Umgang mit was­ser­ge­fähr­den­den Stof­fen – wich­tig also für Öltank­be­sit­zer. Seit August 2017 gel­ten die­se neu­en Regeln. Sie betref­fen die Kon­trol­le, War­tung und Erneue­rung von Öltanks.

Das Bun­des­mi­ni­ste­ri­um für Umwelt, Natur­schutz, Bau und Reak­tor­si­cher­heit hat damit die Umwelt­auf­la­gen für Heiz­öl­tanks ver­schärft“, sagt Mar­ten Bro­der­sen, Sach­ge­biets­lei­ter Was­ser und Boden der Kreis­ver­wal­tung Unna. „Dabei geht es vor allem um die Prüf­vor­schrif­ten in Was­ser­schutz- und Über­schwem­mungs­ge­bie­ten.“ Daher soll­ten sich Öltank­be­sit­zer die­se Ver­ord­nung anse­hen, rät Bro­der­sen.

Neue Regeln für mehr Sicherheit

Nach der Ver­ord­nung müs­sen künf­tig auch klei­ne­re Tanks regel­mä­ßig geprüft wer­den: War bis­her bei ober­ir­di­schen Tanks mit einem Fas­sungs­ver­mö­gen von 5.000 Litern alle fünf Jah­re eine Prü­fung nötig, müs­sen seit 1. August alle Tanks mit mehr als 1.000 Litern regel­mä­ßig von Sach­ver­stän­di­gen geprüft wer­den. „Je nach Alter der Tank­an­la­ge gel­ten aber Über­gang­fri­sten bis zur ersten Prü­fung“, sagt Bro­der­sen.

Auf eine grö­ße­re Sicher­heit wird künf­tig auch in Über­schwem­mungs- und Hoch­was­ser-Risi­ko­ge­bie­ten geach­tet. In erste­ren müs­sen näm­lich alle Anla­gen bis zum 5. Janu­ar 2023 hoch­was­ser­si­cher nach­ge­rü­stet wer­den. In Hoch­was­ser-Risi­ko­ge­bie­ten bis zum 5. Janu­ar 2033. „Dabei geht es einer­seits um Maß­nah­men, um Was­ser vom Tank fern­zu­hal­ten, aber auch dar­um, die Tanks gegen Auf­trieb bei Über­schwem­mung zu sichern“, so Bro­der­sen. Ob ein Haus in einem sol­chen Gebiet liegt, kann beim Sach­ge­biet Was­ser und Boden erfragt wer­den.

Prüfen, Reinigen, Stilllegen

Neu ist auch, dass alle sicher­heits­re­le­van­ten Arbei­ten wie Errich­tung, Innen­rei­ni­gung, Instand­set­zung und Still­legung künf­tig nur noch von Fach­be­trie­ben durch­ge­führt wer­den dür­fen. Auch älte­re Kunst­stoff­be­häl­ter rücken in den Fokus der Prü­fer und Behör­den: Tre­ten bei Kunst­stoff­tanks Mate­ri­al­er­mü­dung, Brü­che oder Ver­for­mun­gen auf, soll­te der betrof­fe­ne Tank aus­ge­tauscht wer­den. „Das heißt aber nicht, dass alle alten Kunst­stoff­tanks außer Betrieb genom­men wer­den müs­sen“, unter­streicht Bro­der­sen.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen, Ansprech­part­ner sowie eine Über­sicht der Prüf­pflicht und eine Liste mit Sach­ver­stän­di­gen gibt es unter www.kreis-unna.de (Such­be­griff: was­ser­ge­fähr­den­de Stof­fe). All­ge­mei­ne Fra­gen beant­wor­tet Gis­bert Schmidt unter Tel. 02 30 3 / 27 17 69. Die neue Ver­ord­nung ist unter www.bmub.bund.de/P4372/ zu fin­den. (PK | PKU)

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