NABU in beratender Funktion im Umweltausschuss nicht erwünscht

Sei­ne bera­ten­de Mit­wir­kung ist im Umwelt­aus­schuss nicht erwünscht: Jörn Raf­fel von der NABU Orts­grup­pe, hier bei einem Vor­trag im Senio­ren­treff. (Foto: prti­vat)

Die Gemein­de Holzwicke­de wird die Orts­grup­pe Holzwicke­de des Natur­schutz­bun­des Deutsch­land (NABU) nicht inten­si­ver in die Arbeit des Umwelt­aus­schus­ses ein­bin­den. Dar­auf ver­stän­dig­te sich der Haupt- und Finanz­aus­schuss in sei­ner Sit­zung heu­te (16. Febru­ar) mit Stim­men­mehr­heit der SPD und CDU.  

Vor­an­ge­gan­gen war eine län­ge­re Dis­kus­si­on um einen Antrag der FDP, die „das fun­dier­te Sach­wis­sen und den Sach­ver­stand“ der NABU-Orts­grup­pe ger­ne in die Aus­schuss­ar­beit ein­flie­ßen las­sen woll­te, wie ihr Spre­cher Jochen Hake den Antrag begrün­de­te. Der NABU arbei­tet auf Lan­des und Bun­des­ebe­ne mit dem BUND und allen ande­ren Umwelt­in­itia­ti­ven und -orga­ni­sa­tio­nen eng zusam­men. Zudem gehe es nicht um Par­tei­pro­porz in die­ser Fra­ge. Der vom NABU ent­sand­te Ver­tre­ter soll­te künf­tig nur eine Ein­la­dung zu den Sit­zun­gen erhal­ten und mit bera­ten­der Stim­me dar­an teil­neh­men dür­fen.

Nach Ansicht der Ver­wal­tung wür­de die Auf­nah­me der NABU Orts­grup­pe eine Ungleich­be­hand­lung gegen­über ande­ren in der Gemein­de Holzwicke­de täti­gen ehren­amt­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen und Per­so­nen dar­stel­len. Des­halb soll­te die Zustän­dig­keits­ver­ord­nung nicht geän­dert wer­den. Statt­des­sen schlug die Ver­wal­tung vor, den Ver­tre­tern der NABU Orts­grup­pe künf­tig eine Ein­la­dung zu den Sit­zun­gen zukom­men zu las­sen. Die­sem Vor­schlag folg­te der Aus­schuss schließ­lich ein­stim­mig, nach­dem der wei­ter­ge­hen­de Antrag der FDP, dem NABU auch eine bera­ten­de Stim­me zu ermög­li­chen zuvor mit knap­per Mehr­heit des Aus­schus­ses abge­lehnt wor­den war.

NABU bekommt lediglich Einladung

Jörn Raf­fel von der NABU-Orts­grup­pe hat­te zuvor noch ver­geb­lich dar­auf hin­ge­wie­sen, dass das Argu­ment der Ungleich­be­hand­lung nicht zieht: Der NABU stimm­te sich mit dem BUND und ande­ren Umwelt- und Natur­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen auf Lan­des- und Bun­des­ebe­ne eng ab. „Die Gleich­be­hand­lung ist also gege­ben.“

Die Spre­cher der SPD und CDU-Frak­ti­on ver­si­cher­ten zwar in der Sit­zung, dass sie das ehren­amt­li­che Enga­ge­ment aus­drück­lich begrü­ßen. FDP-Spre­cher Jochen Hake zeig­te sich den­noch ent­täuscht von den Stel­lung­nah­men der bei­den gro­ßen Frak­tio­nen. Die Ent­schei­dung sei „schon ein Schlag ins Gesicht der­je­ni­gen, die in Holzwicke­de ehren­amt­lich für den Natur- und Umwelt­schutz tätig sind“. Es sei eben schon ein Unter­schied, ob der NABU frei­wil­lig an einer Sit­zung teil­nimmt oder als bera­ten­des Mit­glied dazu ein­ge­la­den wird.

Man will den NABU nicht dabei haben, weil wir zu oft deut­li­che Kri­tik äußern. Aber dazu haben wir auch noch ande­re Mög­lich­kei­ten.“

Jörn Raf­fel , NABU Orts­grup­pe Holzwicke­de

Auch Fried­helm Klemp (Die Grü­nen) hat­te sich für eine bera­ten­de Funk­ti­on des NABU aus­ge­spro­chen. Auch der Bür­ger­block wur­de über­stimmt, deren Spre­cher Jörg Düll­mann sich noch dar­über gewun­dert hat­te, dass der Umwelt­aus­schuss in die­ser Fra­ge über­gan­gen wor­den ist.

Nach der Sit­zung äußer­te Jörn Raf­fel sein Unver­ständ­nis über die­se Ent­schei­dung. Der Ver­tre­ter der NABU-Orts­grup­pe glaubt auch den Grund zu ken­nen, war­um sich eine knap­pe Mehr­heit gegen den NABU als Mit­glied des Umwelt­aus­schus­ses aus­ge­spro­chen hat. „Man will den NABU nicht dabei haben, weil wir zu oft deut­li­che Kri­tik äußern. Aber dazu haben wir auch noch ande­re Mög­lich­kei­ten.“

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Dipl.-Journalist

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