Mutter ließ Knochenbrüche ihres Kindes unbehandelt: Haftstrafe zur Bewährung

Es gibt Straftat­en, die bei Unbeteiligten ein­fach nur Fas­sungslosigkeit aus­lösen. In diese Kat­e­gorie fällt auch der Tatvor­wurf der Ver­let­zung der Für­sorge- oder Erziehungspflicht von Schutzbe­fohle­nen, der heute im Amts­gericht Unna ver­han­delt wurde, oder bess­er: ver­han­delt wer­den sollte.  Denn die Angeklagte, eine 26-jährige Mut­ter aus Holzwickede,  erschien erst gar nicht vor Gericht.

Die Anklage wirft der Holzwicked­erin vor, dass sie die schw­eren Ver­let­zun­gen, die sich ihr heute vier Jahre alter Sohn in der Zeit vom 10. Juli 2013 bis 11. Dezem­ber 2014 in Bergka­men und Zerb­st/Sach­sen-Anhalt zuge­zo­gen hat, nicht meldete, so dass diese Ver­let­zun­gen nicht ärztlich behan­delt wer­den kon­nten.

Da die 26-jährige Angeklagte heute nicht zu ihrer Ver­hand­lung vor dem Amts­gericht erschien und das Gericht  den Tatvor­wurf offenkundig nach Beweis­lage als erwiesen ansah, ein Straf­be­fehl gegen die 26-jährige. Richter Chris­t­ian Johann ahn­dete die ekla­tante Ver­let­zung der müt­ter­lichen Für­sorgepflicht mit ein­er Frei­heitsstrafe von zehn Monat­en, die er allerd­ings auf drei Jahre zur Bewährung aus­set­zte. Sollte die 26-Jährige keine Rechtsmit­tel gegen dieses Urteil ein­le­gen, wird es rechts­gültig.

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visage

Dipl.-Journalist

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