Mutmaßlicher Drängler wegen Nötigung vor Gericht: „Bin gar nicht gefahren“

Mit dem „Klas­siker“ aller Aus­reden, er sei nicht selbst gefahren, konnte ein mut­maß­li­cher Ver­kehrs­sünder heute (17. Januar) vor dem Amts­ge­richt Unna ein Urteil in seinem Ver­fahren wegen Nöti­gung zumin­dest noch hin­aus­zö­gern. Ob der 30-jäh­rige Ange­klagte damit durch­kommt, wird sich noch zeigen.

Der Vor­wurf: Am 27. Juli vorigen Jahres soll der 30-jäh­rige Ange­klagte aus Balve am Steuer seines Pkw BMW auf der Bun­des­straße 1 (A 44) in Höhe Holzwickede bei geschätzten Tempo 115 sehr dicht auf seinen Vor­der­mann auf­ge­fahren sein. Als dieser nicht flugs auf die rechte Seite wech­selte, soll der Ange­klagte den vor ihm fah­renden Pkw rechts über­holt haben, sich anschlie­ßend vor ihn gesetzt haben und bis zum Still­stand aus­ge­bremst haben.

Brüder nutzen BMW mit: Verhandlung vertagt

Die Anklage geht davon aus, dass der 30-Jäh­rige dieses gefähr­liche Ver­halten an den Tag gelegt hat, um seinen Vor­der­mann zu dis­zi­pli­nieren.
In der Ver­hand­lung äußerte sich der Ange­klagte nicht selbst, son­dern ließ seinen Ver­tei­diger reden. Der über­raschte das Gericht mit dem Hin­weis: „Mein Man­dant hat das Auto gar n0icht gefahren.“ Viel­mehr lebten im Haus seines Man­danten auch dessen zwei Brüder, die den BMW ab und zu eben­falls nutzen. Außerdem habe sein Man­dant das Auto gar nicht fahren können, da er zur Tat­zeit nach einer OP an Krücken ging. Den OP-bericht legte die Ver­tei­di­gung dem Gericht vor.

Für das Gericht reichte das aus, um die Ver­hand­lung zu ver­tagen. Bei dem neuen Termin sollen dann die beiden Brüder des Ange­klagten und auch der Fahrer des vor­aus­fah­renden Pkw als Zeuge ver­nommen werden.

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