Mord am Hellweg: Hochkarätige Britische Nacht im Emscherquellhof

Im stimmungsvoll illuminierten Emscherquellhof  fand am Samstag die britische Krimi-Nacht statt.  (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Im stim­mungs­voll illu­mi­nierten Emscher­quellhof fand am Samstag die bri­ti­sche Krimi-Nacht statt. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Der stim­mungs­voll illu­mi­nierte Emscher­quellhof war am Sams­tag­abend (27. 10.) Tatort für eine aus­ge­wöhn­liche Bri­ti­sche Nacht. Im Rahmen von Europas größtem inter­na­tio­nalen Kri­mi­fe­stival, der Reihe Mord am Hellweg, prä­sen­tierten die Ver­an­stalter drei hoch­ka­rä­tige Autoren bri­ti­scher Kri­mi­nal­li­te­ratur: Jenny Black­hurst, Mark Bil­lingham und Ruth Ware. Ent­spre­chend groß war das Inter­esse: Gut 150 Inter­es­sierte wollten sich die Crime night an der Quelle der Emscher nicht ent­gehen lassen.

Günter Keil mode­rierte die bri­ti­sche Nacht, in der es Schlag auf Schlag ging: Den Auf­takt machte Jenny Black­hurst, die aus ihrem brand­neuen Werk „Das Böse in deinen Augen“ einige Kapitel im Ori­ginal las. Für die Pro­du­zentin psy­cho­lo­gi­scher Span­nung der Extra­klasse war die Lesung in Deutsch­land eine Pre­mière. In ihrem Roman geht es um die Kin­der­psy­cho­login Imogen Reid und den Fall eines elf­jäh­rigen Mäd­chens, dessen Wut gefähr­lich, ja sogar töd­lich zu sein scheint. Die Kapitel, die Jenny Black­hurst im Ori­ginal las, wurden anschlie­ßend durch Katja Rup­pen­thal auf Deutsch vor­ge­tragen.

Jenny Blackhurst, Ruth Ware und Thomas Billingham

Zum Auf­takt las Jenny Black­hurst (M.) aus ihrem jüng­sten Roman, über­setzt von Katja Rup­pen­thal (l.). Rechts im Bild: Mode­rator Günter Keil. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de) 

Nach knapp­einer Stunde kamen dann auch mit Ruth Ware und Mark Bil­lingham zu Wort. Ruth­Ware lässt ihre Figuren wie schon Agatha Chri­stie zumeist in geschlos­se­nen­Räumen, etwa bei einem Jung­ge­sel­len­ab­schied in einer ein­samen Villa oder aufder Jung­fern­fahrt eines Luxus­schiffes, auf­ein­an­der­treffen und setz dabei soman­ches mör­de­ri­sche Poten­zial frei. Gemeinsam mit der Schau­spie­lerin Nin­a­Petri, las sie aus ihrem Roman „Woman in Cabin 10“ vor. Darin geht es um die­Frage, wie eine Frau ver­schwinden kann, die es nie gegeben hat. Die­Jour­na­li­stin Lo Black­lock sieht sich mit dieser Fra­ge­stel­lung kon­fron­tiert, alssie an der Jung­fern­fahrt eines exklu­siven Kreuz­fahrt­schiffes vor dern­or­we­gi­schen Küste teil­nimmt. Ein­wahr­ge­wor­denen Traum. Doch in der ersten Nachtauf See erwacht sie von Geräu­schen in der Nach­bar­ka­bine. Sie hört, wie etwas Großes,Schweres ins Wasser geworfen wird. Doch trotz ein­deu­tiger Spuren ist die Nach­bar­ka­bine leer, ohne das gering­ste­An­zei­chen, dass hier jemand wohnte.

Deutsche Leseparts

Für den muskalischen Rahmen sorgte das Hellweg-Crime-Trio um den Saxophonisten Jörg Budde. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Für den mus­ka­li­schen Rahmen sorgte das Hellweg-Crime-Trio um den Saxo­pho­ni­sten Jörg Budde. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Die toten Katzen von London“ heißt der Roman, aus dem Erfolgs­autor Mark Bil­lingham. Die deut­schen Parts las Michael Müller (WDR-Spre­cher­en­semble). In den idyl­li­schen Vor­gärten einer fried­li­chen Wohn­ge­gend in London werden Katzen gefunden, die auf bru­talste Weise von einem unbe­kannten Men­schen getötet wurden. Als die toten Katzen steigt, wird DI Thomas Thorne beauf­tragt, dem sadi­sti­schen Treiben ein Ende zu setzen. Er macht sich nur wider­willig an die Arbeit – bis er erkennen muss, dass Tiere manchmal nur der Anfang sind und manche Morde ebenso schreck­liche wie über­ra­schende Motive haben. Mit diesem Buch beweist der Best­seller-Autor Mark Bil­lingham einmal mehr sein Können: abgründig,psychologisch und raf­fi­niert bis zum Schluss.

Für den musi­ka­li­schen Rahmen der Crime night sorgte das Hellweg-Crime-Trio um den Saxo­pho­ni­sten Jörg Budde.

Zwei weitere Tatorte im beschaulichen Holzwickede 

An diesem Wochen­ende war Holzwickede lagen noch zwei wei­tere Tat­orte der Reihe Mord am Hellweg im beschau­li­chen Holzwickede: Fast zeit­gleich am Sams­tag­abend (27.10) bat auf Haus Opher­dicke Mode­rator Volker Ste­phan zu einem Blind Crime Date den Ham­burger Thriller Autor Tibor Rode auf die Bühne. Rode las aus seinem aktu­ellen Thriller „Das Mor­pheus-gen“. Sein Vor­gänger „Das Mona-Lisa-Virus“ wurde in zehn Spra­chen über­setzt und war inter­na­tional erfolg­reich. Bei dem wit­zigen Prolog, bevor der unbe­kannte Autor ent­hüllt wurde, trat Landrat Michael Makiollla kurz als Graf Makiolla mit Vam­pir­zähnen auf. 

Und am heu­tigen Sonntag (28. Oktober) hielt der Bücherbus Emil, ein alter blauer eng­li­scher Dop­pel­deckerbus der Marke Bri­stol Lodekka, der seit dem Jahr 2009 in Sachen Lite­ratur in West­falen unter­wegs ist, auf dem Markt in Holzwickede. Jeweils um 11, 15 und 17.30 Uhr bat Ralf Kramp, der König des deut­schen Spaß-Krimis, bei Tee und Keksen zu Lesungen.

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