„Melancholie und Verheißung“: Kreis zeigt Werke von Edgard Ende auf Haus Opherdicke

Edgar Ende, De Profundis, 1951, Öl auf Leinwand, 60 x 80,3 cm, Privatsammlung, Herzogenrath, Foto: Thomas Kersten, © Michael Ende Erben/VG Bild-Kunst, Bonn 2018  (Hinweis von VG Bild-Kunst: Die kostenfreie Veröffentlichung der Bilder ist nur im Rahmen der aktuellen Berichterstattung erlaubt ab 3 Monate vor Ausstellungsbeginn bis 6 Wochen nach Ende der Ausstellung.)
Edgar Ende, De Profundis, 1951, Öl auf Leinwand, 60 x 80,3 cm, Privatsammlung, Herzogenrath, Foto: Thomas Kersten, © Michael Ende Erben/VG Bild-Kunst, Bonn 2018 

Mit der aufgespannten Stimmungslage von Melancholie und Verheißung präsentiert der Kreis Unna auf Haus Opherdicke einen Einblick in die fantastische künstlerische Welt von Edgar Ende: „Melancholie und Verheißung“ ist auch der Titel einer Ausstellung mit Endes Werken, die am Sonntag (23. September), um 11.30 Uhr, eröffnet wird.

 Die traumhaften und visionären Bilder des Malers und Grafikers von Edgar Ende stehen einerseits in der Tradition der metaphysischen Malerei und machen andererseits Ende zu dem wichtigsten deutschen Vertreter des Surrealismus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Seine vor und nach dem Inferno des Zweiten Weltkrieges entstandenen Malereien strahlen in ihren entrückten und transformierten Motiven und in ihrer pastosen, dunkeltonigen Farbigkeit eine eigene Faszination aus, die zugleich anzieht und irritiert.

Wichtiger Vertreter des deutschen Surrealismus

Edgar Ende, geboren 1901 in Hamburg-Altona, machte zunächst nach seiner Schulausbildung eine Lehre als Dekorationsmaler. Währenddessen nahm er als Gasthörer an Abendkursen der Handwerkerund Kunstgewerbeschule in Altona teil, die er daraufhin als ordentlicher Student besuchte, wie auch später die Hochschule für freie und angewandte Kunst in Hamburg. 1924 beteiligte er sich als Künstler erstmals an der jährlichen Ausstellung der Hamburger Secession.

Anfang der 1920er Jahre entwickelte Ende seine ganz eigene Methode der Bildfindung. Er zog sich in sein abgedunkeltes Atelier zurück, abgeschirmt von der Umwelt. Dort wartete er darauf, dass ihn Visionen inspirierten und er seine Eingebungen im Schein einer Taschenlampe auf Notizzettel skizzieren konnte. Verbunden mit der Fähigkeit, das Bewusstsein wirklich zu entleeren, gelangte er zu Bildideen, die es in der Form und in der Menge noch nicht gegeben hatte.

Unter den Nazis als Entartete Kunst diskreditiert

Die Dunkelkammerskizzen sind zentral in der Ausstellung auf Haus Opherdicke präsent, von den kleinen Notizzetteln an sich, über Zeichnungen und Gouachen bis hin zu den daraus entstandenen und ausformulierten Ölbildern.

Der Künstler zog 1928 in die Nähe von München. Im nächsten Jahr heiratete er und sein Sohn Michael wurde geboren. 1936 wurde ihm der Bezugsschein für den Kauf von Malmaterialien verweigert und seine Werke als Entarteten Kunst diskreditiert.

Bei einem britischen Fliegerangriff auf München 1944 wurden Teile seiner Werke, vor allem aber seine Grafiken und viele seiner Skizzen, vernichtet. In der Nachkriegszeit knüpfte Ende an seinen Erfolg an, unter anderem mit der Teilnahme an der Biennale in Venedig. Er nahm jährlich an der Großen Kunstausstellung im Haus der Kunst in München teil, wurde zu ihrem Präsidenten gewählt, bis er 1965 verstarb.

  • Termin: Sonntag (23. September), 11.30 Uhr, Haus Opherdicke, Dorfstr. 29
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