Mauerblümchen am Haus Opherdicke sind wahre Überlebenskünstler

Opherdicke Natursteinmauer

Die Natur­stein­mauer am Haus Opher­dicke ist ein arten­rei­cher Lebens­raum für Fauna und Flora. (Foto: Werner Hessel)

In der klein­flä­chigen Gemeinde Holzwickede kommen noch Reste von inter­es­santen Lebens­räumen mit einer sel­tenen und arten­rei­chen Flora und Fauna vor. Noch kann man sie ent­decken und bewun­dern. Man muss nur ein Auge dafür haben.

Ein Bei­spiel ist das Haus Opher­dicke, das mit seinen abwechs­lungs­rei­chen Aus­stel­lungen, seinem Ambi­ente und der neu gestal­teten Park­an­lage stets viele Besu­cher anlockt. Was aber kaum ein Besu­cher beachtet, sind die lebenden „Bewohner“ in den Fugen der alten Natur­stein­mauern an dem kreis­ei­genen Gut.

Mauerritzen als Lebensraum erobert

Jede Pflanzen- und Tierart stellt an ihrem Standort zum Über­leben ganz unter­schied­liche Bedin­gungen. Einige an Trocken­mauern spe­zia­li­sierte Pflan­zen­arten haben hier als wahre „Über­le­bens­künstler“ einen idealen Lebens­raum in den Mau­er­ritzen gefunden. So findet man hier unter anderen das sehr zier­liche und aus­dau­ernde Mauer-Zim­bel­kraut mit seinen schönen hell­vio­letten Blü­ten­flor von Juni bis Sep­tember. Es bildet kleine Tep­piche vor­nehm­lich auf der West­seite der Natur­stein­mauer. Dieses Stau­den­ge­wächs hat seine Heimat im Mit­tel­meer­ge­biet (Ita­lien) und ist ein wahrer Lebens­künstler. Davon kann man sich auch Vorort über­zeugen. Ursprüng­lich wurde diese Pflanze bei uns als Zier­pflanze kul­ti­viert. Heute ist sie weit ver­breitet.

Nicht zu über­sehen sind an den Natur­stein­mauern ver­schie­dene Farn­ge­wächse, wie der braun­stie­lige Strei­fen­farn oder der Tüp­fel­farn, die zum Teil ganze Natur­stein­mauern und deren Kronen über­decken. Somit ist das ganze Jahr eine immer­grüne und leben­dige Pflan­zen­pracht vor­handen.

Die Fugen sind aber nicht nur Lebens­raum für Pflanzen, son­dern auch für bestimmte Tier­arten. Bekannte Bewohner der Trocken­mauern sind die Maue­rei­dechsen, die man an warmen Som­mer­tagen und bei Son­nen­schein gut ent­decken kann. Aber auch Insekten finden hier in den Fugen ein geeig­netes Biotop und sogar Über­win­te­rungs­mög­lich­keiten. Insekten sind viel­leicht nicht so auf­fällig, wie bunte, blü­hende Pflanzen, darum kommen sie aber um so arten­rei­cher an „lebenden Mauern“ vor.

Bereits im Februar/​März wird die lebende Natur­stein­mauer zum Treff­punkt unzäh­liger Fliegen, Wespen, Bienen, Schmet­ter­lingen (Zitro­nen­falter, Tag­pfau­en­auge) und Spinnen, die nun aus der Win­ter­starre erwa­chen und ihre Win­ter­quar­tiere in den tiefen Mau­er­spalten ver­lassen.

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