Lkw-Verbot auf Rausinger Straße eine „harte Nuss“ für Verkehrspolitiker

Ein Abbiegeverbot für Lkw über 7,5 t in die Rausinger Straße ist leider nicht möglich. Selbst Lkw mit einer Länge über zehn Meter können gefahrlos aus der Rausinger Straße nach links in die Nordstraße abbiegen. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Ein Verbot der Ein­fahrt für Lkw über 7,5 t aus der Nord­straße in die Rausinger Straße ist leider nicht mög­lich. Eine Gefah­ren­lage ist nicht gegeben. Selbst Lkw mit einer Länge über zehn Meter können gefahrlos in die Rausinger Straße ein­biegen. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Den Schwer­last­ver­kehr würden alle Par­teien gerne aus der Rausinger Straße ver­bannen. Im Ver­kehrs­aus­schuss gestern (7.3.) standen gleich zwei Anträge der SPD zu diesem Thema auf der Tages­ord­nung. Aller­dings erwies sich das gut­ge­meinte Vor­haben bei allem guten poli­ti­schen Willen prak­tisch als nicht umsetzbar.

Ein Verbot der Ein­fahrt für den Schwer­last­ver­kehr von der Nord­straße aus, wie es die SPD mit ihrem Antrag for­derte, ist stra­ßen­ver­kehrs­recht­lich nicht rea­li­sierbar. Das stellte Michael Arnold vom Stra­ßen­ver­kehrsamt des Kreises in der Sit­zung fest. Arnold ist übri­gens Anlieger der Rausinger Straße und kennt die Pro­ble­matik aus eigener Anschauung.

Schon vor zwei Jahren hatte das Stra­ßen­ver­kehrsamt eine nega­tive Stel­lung­nahme abge­geben zu einem Lkw-Verbot. Sei­ner­zeit wollte die Holzwickeder Politik ein Fahr­verbot für Lkw über 7,5 t Gesamt­ge­wicht beschließen von der Nord­straße bis Höhe Rausinger Straße 102. Mög­lich wäre das Verbot nur bei einer Gefah­ren­lage gewesen, die der Gesetz­geber in sol­chen Fällen for­dert. Die liegt aber nicht vor, weil selbst Lkw mit einer Länge von mehr als zehn Metern gefahrlos aus der Rausinger Straße nach links oder in die Nord­straße abbiegen können. Dass sie dabei kurz­fri­stig die ganze Kreu­zung zustellen, spielt keine Rolle.

Änderung des Flächennutzungsplans

Diese Stel­lung­nahme gilt noch immer, wes­halb sich die Holzwickeder Politik etwas anderes ein­fallen lassen muss, wenn sie ver­hin­dern will, dass Lkw wei­terhin die Rausinger Straße Rich­tung Nord­straße befahren, anstatt die gewünschte andere Rich­tung über die Schä­fer­kamp­straße zu nehmen. Aller­dings gibt der Gesetz­geber den Holzwicke­dern hier eine harte Nuss zu knacken, wie die Dis­kus­sion im Ver­kehrs­aus­schuss zeigte.

Wenn Schilder nichts bringen, dann lassen wir es.“

Dieter Linke, ver­kehrs­po­li­ti­scher Spre­cher der SPD

Mög­lich wäre etwa, die Rausinger Straße von einer Haupt- in eine Neben­straße umzu­widmen. Dazu müsste aller­dings der Flä­chen­nut­zungs­plan in Rausingen geän­dert werden – zumin­dest für den Bereich zwi­schen Nord­straße und etwa Höhe Rausinger Halle. Abge­sehen von den Kosten für die Plan­än­de­rung wäre damit aber auch nur erreicht, dass ein Lkw-Verbot durch Beschil­de­rung aus­ge­wiesen werden kann. Dass Ver­kehrs­schilder allein wenig nützen, wissen die Ver­kehrs­po­li­tiker jedoch nur zu gut. „Wenn Schilder nichts bringen, dann lassen wir es“, so SPD-Spre­cher Dieter Linke.

Fahrbahneinbauten effektiver

Ein­zige effek­tive Maß­nahme wären Fahr­bahn­ein­bauten (z.B. Pflanz­nasen), bestä­tigt auch Frank Schwal­bach von den Tech­ni­schen Dien­sten der Gemeinde. Diese können im hin­teren Bereich der Rausinger Straße aber nicht ange­legt werden, weil die Wie­der­holt-Werke und die anderen Unter­nehmen vom Schwer­last­ver­kehr erreichbar sein müssen. Aber auch im vor­deren Bereich dürfen keine Fahr­bahn­ein­bauten ange­legt werden, weil es sich 1. Um eine Haupt­ver­kehrs­straße han­delt und 2. auch land­wirt­schaft­li­cher Ver­kehr in Rich­tung Nord- und Steh­fen­straße wei­terhin mög­lich sein muss.

Die Frak­tionen wollen des­halb weiter beraten und auf neue Infor­ma­tionen bis zum näch­sten Fach­aus­schuss im Juni warten. Die Hoff­nung der Politik: Da auch noch eine Rad- und Geh­we­ge­maß­nahme für die Rausinger Straße geplant ist, könnten sich viel­leicht neue Mög­lich­keiten ergeben, um die Brummis zu ver­bannen.

Unternehmen müssen erreichbar sein

Auch ihren zweiten Antrag zum Thema zog die SPD wieder zurück. Damit hatte sie ein Rechts­ab­bie­ge­verbot für Lkw gefor­dert, die aus der Werks­au­fahrt von Wie­der­holt in Höhe der Vor­ma­te­ri­al­halle mög­lichst nach links über die Schä­fer­kamp­straße abfahren sollen. Doch auch das ist bisher nicht mög­lich. Denn die aus­fah­renden Lkw müssen nach rechts abbiegen, um den Zulie­ferer von Wie­der­holt, Spalt­band Neu­mann, zu errei­chen. Schon einmal hatte Wie­der­holt des­halb ein Veto gegen ein sol­ches Rechts­ab­bie­ge­verbot ein­ge­legt. Die Ver­wal­tung soll nun klären, ob die Begrün­dung von damals noch aktuell ist.

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.