Letzter Drucker von Conrad Felixmüller berichtet über seine Arbeit

Con­rad Felix­mül­ler, Chri­sti­an Rohlfs, 1927, Holz­schnitt, Samm­lung Wil­ke, VG Bild-Kunst. (Foto: Tho­mas Ker­sten)

Vie­le der in der Aus­stel­lung auf Haus Opher­dicke gezeig­ten gra­fi­schen Arbei­ten von Con­rad Felix­mül­ler stam­men aus sei­ner Hand: Hans-Jür­gen Wil­ke ist ein wich­ti­ger Leih­ge­ber der Schau und zugleich der letz­te Drucker, der für den Künst­ler gear­bei­tet hat. Am Sonn­tag, 5. März um 14.30 Uhr berich­tet der Ber­li­ner im Spie­gel­saal von Haus Opher­dicke von sei­ner Tätig­keit. Die Teil­nah­me ist kosten­frei.

Die bis zum 26. März ver­län­ger­te Aus­stel­lung „Kunst ist eine histo­ri­sche Ange­le­gen­heit“ mit Wer­ken Con­rad Felix­mül­lers (1897–1977) bie­tet am kom­men­den Wochen­en­de ein beson­de­res Bon­bon. Der aus Ber­lin ange­rei­ste Hans-Jür­gen Wil­ke, der von 1970 bis zum Tode Felix­mül­lers 1977 als Drucker für den Künst­ler tätig war, ver­mit­telt mit Hil­fe von unter­schied­li­chen Druck­bö­gen und Druck­stöcken einen leb­haf­ten Ein­druck von sei­ner Arbeit.

Con­rad Felix­mül­ler gehört zu den bedeu­tend­sten Künst­ler­per­sön­lich­kei­ten sei­ner Gene­ra­ti­on. Zwi­schen Expres­sio­nis­mus und Neu­er Sach­lich­keit zei­gen sei­ne Bil­der ein­fühl­sa­me Por­träts und spie­geln Sze­nen des All­tags wider, ins­be­son­de­re sozi­al­kri­ti­sche Dar­stel­lun­gen des Arbei­ter­mi­lieus.

1920 wird ihm der säch­si­sche Staats­preis ver­lie­hen, der mit einem Sti­pen­di­um für einen zwei­jäh­ri­gen Auf­ent­halt in der Vil­la Mas­si­mo in Rom ver­bun­den ist. Der Künst­ler bit­tet dar­um, die­se Zeit im Ruhr­ge­biet ver­brin­gen zu dür­fen, um dort inten­si­ve Stu­di­en zu betrei­ben.

Con­rad Felix­mül­ler, Der Fischer von Helgoland,1924, Holz­schnitt, Samm­lung Wil­ke, VG Kunst-Bonn. (Foto: Tho­mas Ker­sten)

1933 gerät Con­rad Felix­mül­ler in das Visier der Natio­nal­so­zia­li­sten. Er wird mit 40 Wer­ken in der Dres­de­ner Aus­stel­lung „Ent­ar­te­te Kunst“ gezeigt, mehr als 150 sei­ner Arbei­ten wer­den bis 1939 ver­nich­tet.

Den Wie­der­auf­bau nach 1945 erlebt der Künst­ler in der dama­li­gen DDR. 1949 wird Felix­mül­ler als Pro­fes­sor an die Päd­ago­gi­sche Fakul­tät der Uni­ver­si­tät Hal­le beru­fen, wo er bis 1961 lehrt. Im Jahr 1967 zieht er nach Ber­lin-Zehlen­dorf (West­ber­lin) um und ver­bringt dort zehn wei­te­re, erfüll­te Schaf­fens­jah­re. Am 24. März 1977 stirbt Con­rad Felix­mül­ler am Schreib­tisch sei­nes Ber­li­ner Ate­liers.

Mit bedeu­ten­den Leih­ga­ben aus der Fami­lie und dem Freun­des­kreis des Künst­lers sowie den Samm­lun­gen Wil­ke, Bra­bant und Bun­te wie auch dem P. A. Böck­s­tie­gel-Freun­des­kreis und dem Von der Heydt-Muse­um Wup­per­tal zeigt die Aus­stel­lung einen reprä­sen­ta­ti­ven Quer­schnitt durch das Œuvre die­ses beein­drucken­den Malers und Gra­fi­kers. (PK | PKU)

  • Ter­min: Sonn­tag, 5. März, 14.30 Uhr, Spie­gel­saal Haus Opher­dicke, Dorf­str. 29
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