Lebensmittelkontrolle wieder vor Ort: Mehr als 3.500 Betriebskontrollen

(PK) Lebens­mit­tel­kon­trollen sind ange­wandter Ver­brau­cher­schutz. Um Men­schen vor Gesund­heits­ge­fahren und vor Täu­schung zu schützen, führten die Lebens­mit­tel­kon­trol­leure und Tier­ärzte des Kreises 2015 ins­ge­samt 3.571 Kon­trollen (2014: 3.728) durch und zogen 2.133 Proben (2014: 2.174).

So sorgten die Mit­ar­beiter das Kreises Unna dafür, dass öffent­lich und euro­pa­weit vor einem Gläserset und einer Kin­der­re­gen­jacke gewarnt wurde: Die Gläser hatten einen mit Chrom und Cad­mium bela­steten Trinkrand, die Kin­der­re­gen­jacke wiesen einen bedenk­li­chen Dime­th­oxy­ben­zi­din­ge­halt auf. Beide Artikel wurden zurück­ge­rufen. „Wir konnten eine akute Gesund­heits­ge­fahr für den Ver­brau­cher nicht aus­schließen“, erklärt Dr. Anja Dirksen, die die Lebens­mit­tel­über­wa­chung des Kreises leitet. Eine euro­päi­sche Schnell­warn­mel­dung erging auf Initia­tive des Kreises auch zu Spiel­zeug­hand­schellen für Kinder. „Hier war der Nickel-Gehalt unzu­lässig“, berichtet Dr. Dirksen.

Grund­sätz­lich tragen die­je­nigen, die Lebens­mittel, Kos­metik und son­stige Bedarfs­ge­gen­stände wie bei­spiels­weise Klei­dung, Spiel­waren oder Scherz­ar­tikel her­stellen, wei­ter­ver­ar­beiten oder ver­kaufen, die Ver­ant­wor­tung für die Sicher­heit ihrer Pro­dukte. Dr. Dirksen unter­streicht: „Sie müssen also dafür sorgen, dass ihre Waren den recht­li­chen Vor­schriften ent­spre­chen.“

Zwei Tier­ärzte, acht Lebens­mit­tel­kon­trol­leure und eine Kon­trollas­si­stentin der Kreis­ver­wal­tung über­prüfen regel­mäßig, ob die Betriebs­in­haber ihrer Sorg­falts­pflicht wirk­lich nach­kommen. Ins­ge­samt über­prüften sie im letzten Jahr 4.874 Betriebe (2014: 4.646) in den zehn Städten und Gemeinden im Kreis­ge­biet. Sie führten dabei unan­ge­mel­dete Kon­trollen und Pro­benahmen durch – von der Pro­duk­tion bis zur Laden­theke. Wie oft sie die Betriebe über­prüfen, richtet sich nach dem Ergebnis einer Risi­ko­be­wer­tung, die auf­grund der jewei­ligen Betriebsart und der bisher fest­ge­stellten betrieb­li­chen Hygiene erfolgt.

Bei den Kon­trollen werden z.B. die Hygiene, der sach­kun­dige Umgang mit Lebens­mit­teln, deren Zusam­men­set­zung und Kenn­zeich­nung, ebenso wie die Eigen­kon­trollen und deren Doku­men­ta­tion über­prüft. „Werden Mängel fest­ge­stellt, treffen die Mit­ar­beiter des Kreises vor Ort die not­wen­digen Maß­nahmen“, erläu­tert Dr. Anja Dirksen.

Zwei Bußgelder in Holzwickede verhängt

Diese vari­ieren von der Beleh­rung über Anord­nungen zur Abstel­lung bau­li­cher oder hygie­ni­scher Mängel, die Anord­nung von Per­so­nal­schu­lungen, das Verbot des Inver­kehr­brin­gens von Lebens­mit­teln bis hin zur vor­über­ge­henden Schlie­ßung oder dem Entzug einer Zulas­sung. Schwere Mängel oder wie­der­holte Mängel können mit Buß­gel­dern geahndet werden oder zur Straf­an­zeige gebracht werden.

Nach den mehr als 3.500 Betriebs­kon­trollen gab es 358 Bean­stan­dungen (2014: 271). Außerdem wurden 19 Buß­gelder ver­hängt, das sind vier mehr als im Vor­jahr. Von den 2.133 Pro­be­ent­nahmen waren 13 durch Ver­brau­cher­infor­ma­tionen aus­ge­löst worden. Ins­ge­samt zeichnet sich auch hier ein zufrie­den­stel­lendes Bild, denn nur in fünf Fällen musste ein Buß­geld ver­hängt werden. 70 Mal wurde das Pro­ben­er­gebnis an eine andere Behörde wei­ter­ge­leitet. Das ist z.B. dann der Fall, wenn das beprobte Unter­nehmen seinen Sitz außer­halb des Kreises hat.

Großen Bera­tungs­be­darf stellten die Lebens­mit­tel­kon­trol­leure fest, wenn es um die Umset­zung der neuen Lebens­mit­tel­kenn­zeich­nungs­pflicht geht. Unter anderem muss seit Dezember 2014 deut­lich auf bestimmte all­er­gie­aus­lö­sende Inhalts­stoffe hin­ge­wiesen werden. „Wir haben viele Gespräche mit den Gewer­be­trei­benden geführt, damit sie ganz genau wissen, was zu tun ist“, sagt Dr. Anja Dirksen.

Die ver­gleichs­weise kleine Zahl an Bean­stan­dungen zeigt, dass wir mit unserem Kon­zept der früh­zei­tigen Bera­tung und Beglei­tung und regel­mä­ßigen Kon­trolle richtig liegen und ein­greifen, bevor es zu grö­ßeren Pro­blemen kommt“, sagt Sach­ge­biets­lei­terin Dr. Anja Dirksen.

Eine Über­sicht der Ergeb­nisse der Lebens­mit­tel­kon­trollen 2015 finden Sie hier

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