Landwirt Achim Redix spendet tonnenweise Kartoffeln an Lebensmittelretter

Spendete ein paar Tonnen Kartoffeln an die Lebensmittelretter vom Verein Foodsharing: Landwoirt Achim Redix (3.v.l.) und Mit

Kartoffeln ohne Ende..: Landwirt Achim Redix (3.v.l.) hat einen ganzen Anhänger voller Kartoffeln an die Lebensmittelretter gespendet. Dennis Pelkmann (l.) und seine Helfer vom Verein Foodsharing holten die Kartoffeln heute auf dem Hof Redix ab. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Nicht auf dem Holzwickeder Wochenmarkt, wo er jeden Freitag steht, sondern auf dem Markt in Witten wurde der Holzwickeder Landwirt Achim Redix von zwei jungen Studentinnen angesprochen: „Die beiden jungen Damen gehören zum Verein Foodsharing und wollten wissen, ob ich nicht ein paar Lebensmittel abzugeben hätte“, erzählt Achim Redix. Damit, was dann passierte, hatten die beiden jungen Frauen nicht gerechnet.

Nach kurzer Überlegung bot der Holzwickeder Landwirt den jungen Frauen an: „Ihr könnt ein paar Kartoffeln bei mir in Holzwickede abholen“, meinte Redix verschmitzt. Dass es satte vier bis fünf Tonnen Kartoffeln sind, die er den Lebensmittelrettern kostenlos überlassen wollte, konnten die beiden jungen Frauen zunächst kaum glauben.

Doch heute Nachmittag war es tatsächlich soweit: Der Traktor mit Anhänger, vollgeladen mit vier bis fünf Tonnen Kartoffeln, hatte Redix auf seinem Hof abgestellt. Wenig später rollten die ersten Pkw und Kombis der Vereinsmitglieder ebenfalls auf seinem Hof, um die mitgebrachten Säcke, Kisten, Tonnen und Schubkarren voll mit Kartoffeln zu laden.

Foodsharing: Deutschlandweit schon rund 25.000 Mitglieder

Bei den Kartoffeln, die Redix an die Non-Profit-Organisation Foodsharing verschenkte, handelt es sich um die Marke Red Sonja. „Die Ware hat optische Mängel und ist eigentlich nicht mehr handelbar“, räumte der Kartoffelbauer ein. Fast alle Kartoffeln haben einen Wachstumsriss, sind also gespalten. „So etwas passiert, wenn es während der Wachstumsphase der Kartoffeln zunächst eine längere Trockenzeit gibt und sie dann plötzlich viel Regen bekommen“, erklärt der Fachmann. „Dann kriegen die Kartoffeln einen enormen Wachstumsschub, die Schale reißt ein, aber das Fruchtfleisch wächst weiter.“ In der Erde bleiben können solche Kartoffeln nicht. „Die mussten raus und geerntet werden – und ich habe nicht gewusst wohin damit“, so Redix.

Der Wachstumsriss ist allerdings nur ein optischer Mangel. „Abgesehen davon sind die Kartoffeln einwandfrei“, versichert der Landwirt.

Die Lebensmittelretter von Foodsharing suchen genau solche Lebensmittel. Der Verein ist eine Noin-Profit-Organisation und in Dortmund mit über 100 Mitgliedern recht gut vertreten, wie Dominik Pelkmann, Foodsharing-Botschafter, bestätigt. „Anders als etwa bei der Tafel kommt es nicht darauf an, ob jemand bedürftig ist. Vielmehr kann jeder, der Lebensmittel nicht einfach verkommen lassen und gegen Lebensmittelverschwendung protestieren will, die Ware abholen. „Deutschlandweit gibt es inzwischen schon rund 25.000 Foodsharer“, sagt Dominik Pelkmann. „Wir expandieren gerade auch in viele europäische Nachbarländer.“

Eine Konkurrenz zu den Tafeln, die Bedürftige versorgen, gibt es nicht, betont Pelkmann. „Wir haben sogar einen Kooperationsvertrag mit der Tafel abgeschlossen und im Rahmen dieser Vereinbarung auch schon selbst Lebensmittel an die Tafel geliefert.“

Mehr Informationen zum Verein Foodsharing finden Sie hier

 

visage
Dipl.-Journalist
Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.