Kunstareal Emscherquelle: Holzwickede ist Spielort der Emscherkunst

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Der schwe­di­sche Künstler Henrik Håk­ansson am Emscher­quellhof Holzwickede mit seiner Arbeit „The Insect socie­ties (part 1)“ (Foto: Thor­sten Arendt/​Emscherkunst).

Die inter­na­tio­nale Aus­stel­lung Emscher­kunst 2016 zeigt vom 4. Juni bis 18. Sep­tember 2016 zeit­ge­nös­si­sche Posi­tionen der Kunst in Natur und Stadt mitten im Ruhr­ge­biet. Holzwickede mit der Emscher­quelle wird dabei zu einem von sieben Kunst­arealen. Neben einem von vier Besu­cher­zen­tren sind hier künst­le­ri­sche Arbeiten von Ai Weiwei, Henrik Håk­ansson und zeit­weise von Stracke & Seibt zu sehen. Kurator Prof. Flo­rian Matzner stellte heute gemeinsam mit Holzwickedes Bür­ger­mei­sterin Ulrike Drossel im Emscher­quellhof sein kura­to­ri­sches Kon­zept und die Kunst­werke vor. Vor Ort waren auch der Künstler Henrik Håk­ansson sowie Dr. Simone Tim­merhaus (Emscher­ge­nos­sen­schaft, Co-Kura­torin) und Carola Kemme (Urbane Künste Ruhr, Pro­jekt­lei­tung).

Die Emscherkunst 2016 ist in Holzwickede angekommen

Holzwickedes Bür­ger­mei­sterin Ulrike Drossel: „Wir freuen uns, mit inter­na­tio­nalen Kunst­werken rund um den histo­ri­schen Emscher­quellhof an diesem großen Kunst­pro­jekt teil­zu­nehmen. Als Emscher­quell­ge­meinde heißen wir alle Besu­che­rinnen und Besu­cher in Holzwickede herz­lich Will­kommen und laden ein zur Über­nach­tung in das Kunst­pro­jekt der Zelte des chi­ne­si­schen Künst­lers Ai Weiwei. Das Gesamt­pro­jekt Emscher­kunst 2016 wertet das Image der Gemeinde Holzwickede als auch der Emscher­re­gion in der Sym­biose von Kunst und Natur auf. Als Bür­ger­mei­sterin der Gemeinde Holzwickede werde ich so oft wie mög­lich in den Abend­stunden am Emscher­quellhof sein, Gäste begrüßen und die Ent­wick­lungen der Kunst­pro­jekte ver­folgen.“

Wir freuen uns, mit inter­na­tio­nalen Kunst­werken rund um den histo­ri­schen Emscher­quellhof an diesem großen Kunst­pro­jekt teil­zu­nehmen. Als Emscher­quell­ge­meinde heißen wir alle Besu­che­rinnen und Besu­cher in Holzwickede herz­lich Will­kommen und laden ein zur Über­nach­tung in das Kunst­pro­jekt der Zelte des chi­ne­si­schen Künst­lers Ai Weiwei.“

Ulrike Drossel, Bür­ger­mei­sterin der Gemeinde Holzwickede

Unmit­telbar am Emscher­quellhof werden zwei künst­le­ri­sche Posi­tionen für das Publikum zu erleben sein. Der Schwede Henrik Håk­ansson ent­wickelte das Pro­jekt „The Insect Socie­ties (part 1)“ – zwei offene, weiß­lackierte Kuben­struk­turen aus Metall, die auf der Wie­sen­fläche hinter dem Quellhof als über­di­men­sional große Bie­nen­häuser fun­gieren (Höhe 3,42 Meter). Wild­bienen und Honig­bienen, aber auch andere Insekten sollen hier Blumen finden und in Bie­nen­stöcken sowie Nist­ge­le­gen­heiten leben. In den ver­gan­genen Wochen wurde auf der umge­benden Wiese eine Viel­zahl an ein­hei­mi­schen Wie­sen­blumen und Feucht­pflanzen gesät bzw. gepflanzt: Korn­blume, Acker­hunds­ka­mille, Klatsch­mohn, wilde Malve, aber auch Schlangen-Knö­te­rich und echtes Mädesüß locken die Insekten an. Über 50 ver­schie­dene Blumen- und Pflan­zen­arten werden über den Kunst­sommer eine leuch­tende und nahr­hafte Wiese ent­stehen lassen – die großen Insek­ten­häuser ragen weithin sichtbar aus der blu­migen Land­schaft heraus.

Imkertag auf dem Emscherquellhof

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Henrik Håk­ansson mit den Bienen, die gestern am Emscher­quellhof in die Bie­nen­ki­sten der über­di­men­sional großen Bie­nen­häuser in Form von Kuben­struk­turen ein­zogen (Fotos: Thor­sten Arendt/​Emscherkunst).

In den beiden Kuben­struk­turen werden jeweils acht Bie­nen­ki­sten platz­iert und Nist­mög­lich­keiten für ver­schie­dene wei­tere Insekten ein­ge­ar­beitet. Unter Ein­bezug von lokalen Imkern und Experten schafft Håk­ansson eine geeig­nete Heimat für bedrohte Insek­ten­arten, die in ihrer Umwelt als Bestäuber agieren und somit die Arten­viel­falt der Emscher­re­gion erhalten. Besu­cher können wäh­rend der Aus­stel­lung das aktive Treiben der Insekten und das fort­wäh­rende Umschwärmen ihrer außer­ge­wöhn­li­chen Behau­sung beob­achten.

Am 26. Juni findet ein Imkertag (10 bis 18 Uhr) auf dem Emscher­quellhof statt, an dem sich ver­schie­dene Imker­ver­eine der Region vor­stellen.

Übernachten in den Zelten von Ai Weiwei

Auf dem Zeltplatz des chinesischen Künstlers Ai Weiwei werden Besucher im Rahmen der Emscherkunst 2016 am Emscherquellhof in Zelten übernachten können. (Foto: Emschergenossenschaft) Roman Mensing, Emscherkunst9

Auf dem Zelt­platz des chi­ne­si­schen Künst­lers Ai Weiwei werden Besu­cher im Rahmen der Emscher­kunst 2016 am Emscher­quellhof in Zelten über­nachten können. (Foto: Emscher­ge­nos­sen­schaft) Roman Men­sing, Emscher­kunst)

Vor Ort werden auch 50 Zelte des chi­ne­si­schen Künst­lers Ai Weiwei zu erleben sein. Zehn ver­schie­dene Designs ent­wickelte Ai Weiwei anläss­lich der Emscher­kunst 2013 für sein Pro­jekt „Aus der Auf­klä­rung“: Die Zelte zeigen Son­nen­blu­men­kerne, Krabben oder Stern­zei­chen und nehmen damit direkt Bezug auf sein bis­he­riges künst­le­ri­sches Schaffen. Mit dem Titel „Aus der Auf­klä­rung“ reflek­tierte Ai Weiwei 2013 die Situa­tion in seinem Hei­mat­land hin­sicht­lich der Unter­drückung freier Mei­nungs­äu­ße­rung durch die chi­ne­si­sche Regie­rung. Der Künstler bezieht sich auf die histo­ri­sche Zeit der euro­päi­schen Auf­klä­rung, sieht im Gegen­satz hierzu trotz wirt­schaft­li­chen Auf­schwungs des Reichs der Mitte die chi­ne­si­sche Zivil­be­völ­ke­rung in einem „Zeit­alter der Dun­kel­heit“. Damit stellt er auch einen Bezug zu der großen deut­schen Aus­stel­lung „Kunst der Auf­klä­rung“ her, die 2011 in Peking initi­iert wurde. Zeit­gleich wurde damals Ai Weiwei durch die chi­ne­si­sche Regie­rung inhaf­tiert und durfte lange Zeit China nicht ver­lassen. Mitt­ler­weile hat sich dies geän­dert und Ai Weiwei lebt u. a. in Berlin, hat dort eine Gast­pro­fessur.

In einem Email-Dialog mit Emscher­kunst-Kurator Flo­rian Matzner berich­tete Ai Weiwei 2013 über seine Inten­tion hin­sicht­lich der Zelte: „Ein wich­tiger Bestand­teil des Pro­jekts Emscher­kunst ist es, der Natur zurück­zu­geben, was ihr einst von der Indu­strie genommen wurde. Das Ziel von ´Aus der Auf­klä­rung´ ist es, den Men­schen eine Gele­gen­heit und die Inspi­ra­tion zu bieten, Zeit mit der Luft, dem Wind und den Jah­res­zeiten zu ver­bringen. Das Pro­jekt kann eine sinn­liche und ein­fühl­same Bezie­hung sowohl zur Öko­logie der Umge­bung wie auch zu den Benut­zern haben.“ 50 Zelte werden am Quellhof auf­ge­baut und zum Über­nachten ein­laden – gebucht werden die unge­wöhn­li­chen kleinen Kup­pel­zelte über den Partner Revierrad.

Pro Person kostet eine Über­nach­tung 15 Euro/​5 Euro für die zweite Person: www.emscherkunst.de/entdecken/uebernachtungen

ARCA von Stracke & Seibt

Das Künstlerinnen-Duo Stracke & Seibt wird sein Projekt WATER COLOR ebenfalls im Ausstellungsraum Emscherquelle präsentieren. (Foto: Roman Mensing - Emscherkunst.de)

Das Künst­le­rinnen-Duo Stracke & Seibt wird sein Pro­jekt WATER COLOR eben­falls im Aus­stel­lungs­raum Emscher­quelle prä­sen­tieren. (Foto: Roman Men­sing – Emscherkunst.de)

Mit einem wan­dernden Kunst­pro­jekt machen sich die deut­schen Künst­le­rinnen Clea Stracke und Verena Seibt auf ihren Weg durch das Neue Emschertal. Ihr Pro­jekt „ARCA“ besteht aus einem „trocken­ge­fal­lenen“ Expe­di­ti­ons­schiff, mobile For­schungs­sta­tion und glei­cher­maßen Ate­lier, von wel­chem aus gemeinsam mit den Besu­chern der Emscher­kunst Streif­züge in die umge­bende Natur erfolgen: Künst­le­ri­sche Spa­zier­gänge und zeich­ne­ri­sche Natur­stu­dien laden dazu ein, die umge­bende Natur mit anderen Augen zu sehen. ARCA wird vom 21. Juni bis 3. Juli in Holzwickede gastieren. Die Streif­züge finden wäh­rend des Aus­stel­lungs­zeit­raumes jeweils sams­tags und sonn­tags um 11 und 16 Uhr statt. Um Anmel­dung über Anja Plonka (anja.plonka@gmail.com) wird gebeten. Die Teil­nahme ist kosten­frei und Mate­ria­lien für die Streif­züge sind vor­handen.

Besucherzentrum Kunstareal Emscherquelle

Direkt im Emscher­quellhof, in der alten Deele, wird eines der vier Besu­cher­zen­tren der Emscher­kunst 2016 wäh­rend der Aus­stel­lungs­dauer behei­matet sein. Hier wird es die Emscher­kunst-Rad­karte (9 Euro) und wei­teres Infor­ma­ti­ons­ma­te­rial geben, Revierrad über­nimmt neben Rad­ver­leih auch die Koor­di­na­tion der Zelt­bu­chungen. Eine wei­tere Revier­rad­sta­tion am Bahnhof Holzwickede (Bahn­hof­straße 4) sorgt dafür, dass die mit dem Zug anrei­senden Besu­cher sich direkt mit dem Fahrrad auf die ins­ge­samt 50 Kilo­meter lange Kunst­route begeben können. Die Aus­stel­lung Emscher­kunst 2016 ist täg­lich bis auf mon­tags geöffnet (10 bis 18 Uhr), an vielen Kunst­werken stehen Emscher­kunst-Scouts bereit – sie geben Aus­kunft über die sieben unter­schied­li­chen Kunst­areale und ins­ge­samt 24 Kunst­werke.

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