Künstler als Ansprechpartner vor Ort: Rolf Escher besucht Haus Opherdicke

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Rolf Escher (M.) signiert einen Kata­log für Ingrid und Dr. Hans Wil­le. (Foto: Kreis Unna)

(PK) Unter dem Titel „Lebens­li­ni­en“ prä­sen­tiert der Kreis Unna auf Haus Opher­dicke bis zum 14. August mehr als 100 Arbei­ten des Zeich­ners und Gra­fi­kers Rolf Escher. Einen beson­de­ren Kunst­ge­nuss gibt es am Sonn­tag, 22. Mai: Um 14.30 Uhr steht der Künst­ler vor Ort als Ansprech­part­ner zur Ver­fü­gung.

Die retro­spek­tiv ange­leg­te Aus­stel­lung umfasst das Œuvre Rolf Eschers über einen Zeit­raum von fünf Jahr­zehn­ten und zeigt die moti­vi­sche Viel­falt in sei­nem beein­drucken­den zeich­ne­ri­schen wie auch druck­gra­fi­schen Werk.

Eine kun­di­ge Ein­stim­mung in die Aus­stel­lung gibt es immer sonn­tags bei den öffent­li­chen Füh­run­gen um 11.30 und um 14.30 Uhr.

Der 1936 in Hagen gebo­re­ne und heu­te in Ber­lin und Essen leben­de Rolf Escher absol­viert zunächst von 1956 bis 1962 ein Stu­di­um an der Kunst­aka­de­mie in Düs­sel­dorf sowie an der Uni­ver­si­tät zu Köln. 1965 ver­legt er sei­nen Wohn­sitz samt Ate­lier nach Essen und rich­tet sich dort drei Jah­re spä­ter eine eige­ne Radier­werk­statt ein. Ab 1976 bis zum Jahr 2000 übt Rolf Escher eine Pro­fes­sur für Illu­stra­ti­on im Fach­be­reich Design der Fach­hoch­schu­le Mün­ster aus und prägt somit Gene­ra­tio­nen von Stu­den­ten in ihrem Wir­ken.

Zahl­rei­che Prei­se, inter­na­tio­na­le Aus­stel­lun­gen und Aus­zeich­nun­gen beglei­ten Eschers künst­le­ri­schen Weg, dem er immer wie­der durch Stu­di­en­rei­sen nach Ita­li­en, Frank­reich und Süd­deutsch­land neue Impul­se ver­leiht.

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Das Erwa­chen der Din­ge“, Zeich­nung von Rolf Escher, 2002. (Foto: Sim­mi)

Die inten­si­ve Aus­ein­an­der­set­zung, das genaue Sehen und detail­lier­te Zeich­nen eines bestimm­ten Motivs in diver­sen Vari­an­ten führt zu viel­sei­ti­gen The­men­kom­ple­xen. Es ent­ste­hen Werk­zy­klen wie z. B. „Histo­ri­sche Schau­plät­ze in Ita­li­en“, der „Vene­dig-Zyklus“ oder „Alte euro­päi­sche Biblio­the­ken und Archi­ve“ sowie die „Thea­ter­räu­me“ und die „Vani­tas-Moti­ve“.

Rolf Eschers Wer­ke erzäh­len in detail­ge­treu­em Rea­lis­mus, gepaart mit sur­rea­len Ele­men­ten, von der Ver­gäng­lich­keit der Zeit. Dabei spie­geln sei­ne kom­po­si­to­ri­schen Insze­nie­run­gen geleb­te Geschich­te wider. „Der Künst­ler begnügt sich jedoch nicht mit der Wie­der­ga­be des Sicht­ba­ren, son­dern sucht nach dem, was unter der Ober­flä­che ver­bor­gen ist“, so Tho­mas Heng­sten­berg, der Aus­stel­lungs­ma­cher des Krei­ses.

Eschers Arbei­ten schei­nen Moment­auf­nah­men zwi­schen Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart oder sogar zwi­schen rea­ler Welt und sur­rea­ler Vor­stel­lung zu sein. Histo­ri­sche Schau­plät­ze wie der Dogen­pa­last in Vene­dig oder die Anna Ama­lia Biblio­thek in Wei­mar sind hier­bei nicht nur Büh­nen, son­dern laut Escher „magi­sche Orte“, die ihn vor rea­ler Kulis­se zur Ver­frem­dung inspi­rie­ren.

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visage

Dipl.-Journalist

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