Kreishausanierung vor zehn Jahren: PPP-Modell hat sich für Kreis gerechnet

Sie bereiteten das PPP-Modell Kreishaus vor bzw. setzten es um: Landrat Makiolla, der ehemalige Kreisdirektor und Kämmerer Rainer Stratmamn und Baudezernent Dr. Timpe (v.l.). (Foto C. Rauert – Kreis Unna)

Sie berei­te­ten das PPP-Modell Kreis­haus vor bzw. setz­ten es um, v.l.: Land­rat Makiol­la, der ehe­ma­li­ge Kreis­di­rek­tor und Käm­me­rer Rai­ner Strat­mamn und Bau­de­zer­nent Dr. Tim­pe. (Foto C. Rau­ert – Kreis Unna)

(PK) Fast auf den Tag genau vor zehn Jah­ren fuhr viel Pro­mi­nenz vor dem Kreis­haus Unna vor und wur­de mit „gro­ßem Bahn­hof“ emp­fan­gen. Aus gutem Grund: Der Kreis hat­te bun­des­weit Auf­merk­sam­keit erregt, weil er die Sanie­rung des 1964 ein­ge­weih­ten Kreis­hau­ses über ein PPP-Modell (Public Pri­va­te Part­nership) rea­li­sier­te.

Als pri­va­ten Part­ner für die Bau­maß­nah­me der Extra­klas­se hol­te sich der Kreis den Welt­kon­zern Bil­fin­ger Ber­ger ins Boot. Der ver­setz­te das maro­de Gebäu­de bei der von Janu­ar 2005 bis Juli 2006 lau­fen­den Sanie­rung bau­lich, tech­nisch und ener­ge­tisch in einen Top-Zustand und über­nahm anschlie­ßend für 25 Jah­re als Päch­ter den Betrieb.

Bis zur Rück­über­ta­gung im Jahr 2031 zeich­net der pri­va­te Part­ner damit über die eigens dafür gegrün­de­te Pro­jekt- und Betriebs­ge­sell­schaft Kreis­haus Unna (PBKU) für die Bewirt­schaf­tung des Kreis­hau­ses Unna sowie der Dienst­ge­bäu­de Pla­ta­nen­al­lee 16 und Han­sastra­ße 4 in Unna ver­ant­wort­lich. Der Kreis – bis zur Rück­über­tra­gung des Gebäu­des Mie­ter im „eige­nen Haus“ — zahlt für die Lei­stun­gen sowie Zin­sen und Til­gung ein monat­li­ches Ent­gelt, der­zeit ins­ge­samt rund 339.000 Euro.

Kreis zahlt monatliche Miete von rd. 339.000 Euro

Dafür bekommt man ein Ein­fa­mi­li­en­haus“, ver­an­schau­licht Land­rat Micha­el Makiol­la die­sen Betrag. Er betont aber auch: „Hät­ten wir sel­ber gebaut, wäre es deut­lich teu­rer gewor­den.“ Das erga­ben sei­ner­zeit ver­schie­de­ne Berech­nun­gen, die Bau­de­zer­nent Dr. Det­lef Tim­pe anstel­len ließ.

Den letz­ten Aus­schlag für die von der Ver­wal­tung vor­ge­schla­ge­ne und der Poli­tik beschlos­se­ne Part­ner­schaft mit Bil­fin­ger Ber­ger gaben nicht nur die beim PPP-Modell gerin­ge­ren Kosten: rund 24 Mil­lio­nen Euro und damit Ein­spa­run­gen von sechs Mil­lio­nen Euro gegen­über der Eigen­bau­va­ri­an­te.

Von zen­tra­ler Bedeu­tung war auch, dass über den pri­va­ten Part­ner 80 Pro­zent der Auf­trä­ge an das hei­mi­sche Hand­werk ver­ge­ben wer­den konn­ten. „Die öffent­li­che Hand muss euro­pa­weit aus­schrei­ben und dann hät­ten wir nicht Beschäf­ti­gung für die Regi­on schaf­fen kön­nen“, betont Land­rat Makiol­la.

Einen wei­te­ren Plus­punkt nennt Bau­de­zer­nent Tim­pe: „Der Ver­trag regelt, dass und wie das Gebäu­de in Schuss zu hal­ten ist. Wir bekom­men damit 2031 ein immer noch in Top-Zustand befind­li­ches Haus zurück. Die dafür not­wen­di­ge dau­er­haf­te Pfle­ge des Objekts wür­den wir ange­sichts knap­per Kas­sen allei­ne so auf kei­nen Fall hin­be­kom­men.“

Mehr zur Kreis­haus­sa­nie­rung 2005/2006 und das PPP-Modell fin­det sich im Inter­net unter www.kreis-unna.de (Such­be­griff PPP-Modell).

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visage

Dipl.-Journalist

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