Kokain am Steuer: 29-Jährige zu sechs Monaten Haft zur Bewährung verurteilt

Sich unter Koka­i­n­ein­fluss hinter das Steuer eines Pkw zu klemmen ist allein schon keine gute Idee. Wenn man dann aber auch noch keine Fahr­erlaubnis hat und das Auto gar nicht für den Stra­ßen­ver­kehr zuge­lassen ist, einen Unfall baut und Fah­rer­flucht begeht, kann man von Glück sagen, nur mit einer Frei­heits­strafe von sechs Monaten, aus­ge­setzt auf zwei Jahre zur Bewäh­rung, davon gekommen zu sein.

Für eine 29-jäh­rige Dort­mun­derin endete dieses Sze­nario heute (22. November) auf der Ankla­ge­bank des Amts­ge­richts Unna genau so. Um die Ange­klagte über­haupt dorthin zu bekommen, musste sie in Haft genommen und vor­ge­führt werden. Denn zweimal hatte die junge Frau, die von Hartz IV lebt, ihren Ver­hand­lungs­termin schon unent­schul­digt geschwänzt.

Am Niko­laustag (6. Dezember) des Jahres 2015 war sie mit einem Begleiter in ihrem nicht zuge­las­senen Opel Omega ohne Fahr­erlaubnis unter­wegs auf dem Weg zu McDonald‘s an der Wil­helm­straße. Als sie in eine Poli­zei­kon­trolle geriet, gab die Ange­klagte Gas und flüch­tete mit über­höhtem Tempo. Weit kamen sie und ihr Bei­fahrer nicht. Beim Abbiegen von der Wil­helm- in die Sach­sen­straße flog der Pkw aus der Kurve und krachte in einen Vor­garten, wo er über 2 000 Euro Sach­schaden hin­ter­ließ. Die Ange­klagte und ihr Bei­fahrer begingen anschlie­ßend Fah­rer­flucht.

Ohne Zulassung und Fahrerlaubnis, Fahrerflucht nach Unfall

Heute hatte sich die 29-Jäh­rige schließ­lich wegen einer ganzen „Latte“ von Straf­taten zu ver­ant­worten: vom vor­sätz­lich gefähr­li­chen Ein­griff in den Stra­ßen­ver­kehr, dem Fahren ohne Fahr­erlaubnis, dem Ver­wenden einer unechten Urkunde bis hin zum uner­laubten Ent­fernen vom Unfallort.
Die 29-Jäh­rige räumte ihre Ver­gehen heute unum­wunden ein. Sie habe sei­ner­zeit unter Koka­i­n­ein­fluss gestanden. „Es war das erste Mal, dass ich Kokain kon­su­miert hatte“, so die Ange­klagte. Darum sei sie von der Wir­kung etwas über­rascht worden. Drogen kon­su­miere sie aller­dings schon viel länger. „Sonst nehme ich nur Amphet­amine und Haschisch.“
Tat­säch­lich scheint die junge Frau kein Unschulds­lamm zu sein, wie ihr langes Vor­stra­fen­re­gi­ster mit zwölf Vor­be­la­stungen, aller­dings keine ein­schlä­gigen, nahe­legt: Dieb­stahl, Unter­schla­gung, Sach­be­schä­di­gung, Belei­di­gung, Bedro­hung, Betrug, Ver­stoß gegen das Betäu­bungs­mit­tel­ge­setz und einiges mehr – ein „bunter Strauß“ aus dem Gesetz­buch.

Die Ankla­ge­ver­tre­terin sah die ihr am Niko­laustag vor­ge­wor­fenen Taten als erwiesen an. Zugute hielt sie der Dort­mun­derin, dass sie geständig ist und an ihrer Dro­gen­ab­hän­gig­keit arbeitet. Den­noch for­derte sie eine Gesamt­strafe von einem Jahr zur Bewäh­rung aus­ge­setzt und Sozi­al­ar­beit sowie eine Sperr­frist von zwei Jahren und sechs Monaten, bis sich die Ange­klagte wieder um eine Fahr­erlaubnis bemühen darf.

Auflage: Sozialarbeit und regelmäßige Drogentests

Die Ver­tei­di­gerin hielt die Taten eben­falls für erwiesen, plä­dierte aber auf eine mil­dere Strafe. Ihre Man­dantin sei geständig und zeige Reue. Die kurze Haft habe ihre Man­dantin sicht­lich beein­druckt. Zur Tat­zeit habe sie sich außerdem in einer schwie­rigen Lebens­phase befunden, weil sich ihre lang­jäh­rige Part­nerin gerade von ihr getrennt hätte.

Richter Chri­stian Johann ver­ur­teilte die 29-Jäh­rige schließ­lich zu einer Haft­strafe von sechs Monaten, zur Bewäh­rung auf zwei Jahre aus­ge­setzt. Gleich­zeitig ver­hängte er eine Füh­rer­schein­sperre von 18 Monaten. Außerdem ver­pflich­tete er die 29-Jäh­rigen zu 100 Stunden gemein­nüt­ziger Arbeit, dem Kon­takt zur Dro­gen­hilfe sowie zu regel­mä­ßigen Dro­gen­tests in den näch­sten zwölf Monaten. 

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.