Kita-Neubau auf dem Festplatz: Plötzlich sollen die Schützen der Problemlöser sein

Diese perspektivischee Skitzze des Planungsbüros Weiss und Wessels zeigt, wie sich die Kita Sonnenschein auf dem Festplatz einfügen sollte. Ein Verschieben des Gebäudes nach vorne bis zum Hochbeet lehnen die Schützen ab. (Foto: Weiss und Wessels)

Bei der Suche nach einem Kita-Standort in der Gemeindemitte wird die Gemengenlage immer unübersichtlicher. Nachdem der Umweltausschuss es abgelehnt hat, für den Bau der Kita im Emscherpark Bäume zu fällen, zeigt sich, dass wohl auch bei einem Bau der Kita auf dem Festplatz eine größere Zahle Bäume gefällt werden müsste.

Die CDU, die gemeinsam mit dem Bürgerblock bereits die Reaktivierung des alten Standortes beantragt hat, hat deshalb angeregt, das Gebäude auf dem Festplatz um 90 Grad zu drehen und es nach vorne zu verschieben  des gemauerten Hochbeetes. So könnte die Außenfläche für die Kita vergrößert und damit auch Bäume erhalten werden.

Nach Ansicht der Grünen, die bei den anstehenden Abstimmungen im Fachausschuss und Rat wieder das Zünglein an der Waage sein werden, könnte „die Fläche außerdem durch Anpflanzungen auch für die Anwohner aufgewertet werden“, so ihr Sprecher Friedhelm Klemp: „Damit wäre auch der Klagezustand aufgehoben“, glaubt der Fraktionsvorsitzende der Grünen. „Es gab auch schon Zustimmung von Anwohnern.“

Der Haken: Vom Schützenverein gibt es leider keine Zustimmung zu einer solchen Planung.

Schützen lehnen andere Planung ab

BSV-Vorsitzender Karl-Heinz Pakusch traf sich mit  dem Fachbereichsleiter der Technischen Dienste zu einem Ortstermin und ließ sich die Planung von Uwe Nettlenbusch vorstellen. „Mit einer Verschiebung des Baukörpers der Kita weiter auf den Festplatz sind wir nicht einverstanden“, betont Pakusch. „Der Festplatz ist dann für uns weg. Wo sollen wir denn dann die Kirmes aufbauen?“

Die Schützen seien die ersten gewesen, die mit dem Bau der Kita auf dem Festplatz einverstanden waren, erinnert der BSV-Vorsitzende. „Aber der Bau soll im Bereich der Rollschuhbahn bleiben und nicht darüber hinaus reichen. Dafür sollte dann das Hochbeet verschwinden.“

Dass der Bürgerschützenverein sein Schützenfest auf dem Platz von Louviers feiern kann, habe die Gemeinde vertraglich zugesichert, so Pakusch. „Wir haben unsererseits auch Verträge mit unseren Lieferanten und den Schaustellern. Das ändert man nicht mal eben so. Alles in allem hängt an unserem Fest inzwischen eine sechsstellige Summe.“  

Grünen-Sprecher Friedhelm Klemp sieht das offenbar anders: „Die Schützen könnten der Problemlöser sein. Die Verwaltung sollte noch mal mit dem Schützenverein verhandeln. Es muss doch möglich sein, das Fahrgeschäft Selbstfahrer anderswo zu platzieren“, glaubt Klemp.

Bürgermeisterin kündigt Pressemitteilung an

Wie alle, die im Umweltausschuss gegen die Baumfällung im Emscherpark waren, stecken die Grünen in einem Dilemma, wenn auf dem Festplatz kaum weniger Bäume als im Park gefällt werden müssten.

Die Verwaltung hält sich derweil bedeckt: Auf Nachfrage gab es vom Fachbereichsleiter Technische Dienste und auch vom 1. Beigeordneten weder einen Rückruf geschweige denn eine Antwort.  Bürgermeisterin Ulrike Drossel kündigte für Freitag (4. Oktober) eine Pressemitteilung zum Thema an: „Momentan ist die Informationslage ziemlich unübersichtlich geworden. Deshalb wollen wir morgen mit einer Pressemitteilung informieren. Solange bitte ich noch um etwas Geduld.“

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Dipl.-Journalist

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