Kiloweise Drogen gebunkert: 26-jährigem Holzwickeder droht ohne Aussage Haftstrafe

Was die Anklage dem 26-jähri­gen Holzwicked­er vor­wirft, ist nicht von Pappe: Mitte 2016 soll der Angeklagte in sein­er Woh­nung in Holzwickede ein Kilo­gramm Mar­i­hua­na gebunkert und davon 200 Gramm im Wert von 900 Euro an einen Abnehmer verkauft haben.

Im Juni 2017 fan­den die Dro­gen­fah­n­der dann in sein­er Woh­nung erneut ein halbes Kilo­gramm Mar­i­hua­na sowie Haschisch und Ecsta­sy. Schließlich soll der Holzwicked­er, der nach eige­nen Angaben vom Geld sein­er Eltern lebt, Ende 2016 auf der Inter­net­plat­tform eBay ein hochw­er­tiges Moun­tain­bike im Wert von rund 3 000 Euro verkauft haben, das gestohlen und an dem die Rah­men­num­mer ent­fer­nt wor­den war.

Zu diesen Anklagevor­wür­fen ver­weigerte der 26-Jährige heute auf Nach­frage vor dem Schöf­fen­gericht Unna jede Aus­sage. Sein Anwalt erk­lärte lediglich dazu, dass sein Man­dant selb­st Kon­sument von Mar­i­hua­na und Ecsta­sy sei. Eine Aus­sage wolle sein Man­dant nicht machen, deutete der Anwalt an, weil er Angst vor Repres­salien aus dem Rock­er­m­i­lieu habe.

Angst vor Repressalien aus Rocker-Milieu

Damit war der Angeklagte allerd­ings bei Richter Jörg Hücht­mann an den Falschen ger­at­en: Dieser wies den Angeklagten und auch seinen Anwalt zunächst darauf hin, dass es eine Kro­nzeu­gen-Regelung gibt, nach der ein­er Vergün­s­ti­gung bei der Strafzumes­sung rech­nen kann, wenn er maßge­blich zur umfassenden Aufk­lärung ein­er Straftat beiträgt.  Anschließend gab der Richter unmissver­ständlich zu erken­nen, dass es angesichts der Schwere der ihm vorge­wor­fe­nen Straftat­en für den Holzwicked­er wohl nur dann eine Möglichkeit gibt, um eine län­gere Haft­strafe herum zu kom­men, wenn er zur Aufk­lärung beiträgt.

Schließlich unter­brach er die Sitzung für 20 Minuten, um dem Angeklagten nach dieser klaren Ansage noch ein­mal Gele­gen­heit zu geben, sich mit seinem Rechts­bei­s­tand zu berat­en. Nach der Pause zeigte sich der Angeklagte bere­it zur Aus­sage. Er habe gehört, dass ein gewiss­er Ali K. Dro­gen verkaufe. Allerd­ings habe er schon länger keinen Kon­takt mehr zu ihm. Wann und wo er ihn ken­nen­gel­ernt habe, wusste er auf Befra­gung auch nicht mehr so genau.

Strafvergünstigung nur gegen umfassende Aufklärung

Wenn Sie in dieser Pauschal­ität verbleiben wollen, lassen Sie uns das alles hier sofort abblasen“, zeigte sich der Richter sichtlich verärg­ert. „Meine Geduld ist begren­zt. Sie eiern hier herum, obwohl Sie von uns eine Chance kriegen. Sie müssen uns schon Ross und Reit­er nen­nen.“ Das Gericht könne auch gle­ich zu seinen Vorstrafen kom­men und dann zu einem Urteil, so der Richter weit­er: „Aber das wür­den Sie nicht lustig find­en, kann ich Ihnen ver­sprechen.“

Meine Geduld ist begren­zt. Sie eiern hier herum, obwohl Sie von uns eine Chance kriegen. Sie müssen uns schon Ross und Reit­er nen­nen.“

Richter Jörg Hücht­mann zum Angeklagten

Der Vertei­di­ger bat daraufhin um Bedenkzeit für seinen Man­dan­ten: „Er ist sichtlich nervös und über­fordert mit der Erin­nerung. Es wäre vielle­icht hil­fre­ich, wenn er sein beschlagnahmtes Handy zur Hil­fe nehmen kön­nte.“

Das sah auch das Gericht ein. Eben­so wie die Tat­sache, dass man sich in der Dro­gen­szene nicht unbe­d­ingt mit vollem Namen und Adresse vorstellt. Schließlich kön­nten aber auch die Ermit­tler dem Angeklagten auf die Sprünge helfen mit ihren Fra­gen.

Aus diesem Grund wurde die Ver­hand­lung zunächst vertagt, damit der Angeklagte zunächst noch ein­mal befragt wer­den kann. „Aber hüten Sie sich davor, falsche Angaben zu machen“, warnt Richter Jörg Hücht­mann den Holzwicked­er zum vor­läu­fi­gen Abschied. „Das wird Ihnen son­st entset­zlich auf die Füße fall­en.“

 

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visage

Dipl.-Journalist

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