Kein Kompromiss zum Kita-Neubau in Sicht: Altlastenfrage lässt keine andere Planung zu

Ein Bebauungsplan, zwei Meinungen: Wilfried Brinkmann und Reinhard Gerlings (v.l.) diskutieren über die Lage des Baukörpers der Kita - ohne Ergebnis. (Foto: P. Gräber - Enmscherblog.de)
Wil­fried Brink­mann und Rein­hard Ger­lings (v.l.) dis­ku­tieren über die Lage der Kita im Park. Jetzt stellt sich heraus: Auf dem Standort war früher auch eine Müll­kippe. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Zu einer gemein­samen Linie beim Bau der neuen Kita in der Gemein­de­mitte werden die Politik und Ver­wal­tung wohl nicht mehr finden. Wie es aus­sieht, wird es des­halb im Umwelt­aus­schuss nächste Woche zur Nagel­probe kommen: Wer stimmt für die Bäume und damit gegen die neue Kita und wer will Bäume für die neue Kita opfern. Das zeichnet sich nach einem Treffen des Älte­sten­rates gestern ab. Ein Kom­pro­miss oder gar eine Eini­gung konnte dabei nicht erzielt werden. 

An dem Treffen teil nahmen die Spitzen der Frak­tionen im Rat und der Ver­wal­tung sowie Ver­treter der Inve­storen und Träger der Ein­rich­tung. Wer gehofft hatte, dass sich die Ver­ant­wort­li­chen darauf ver­stän­digen könnten, wie der Bau­körper der Kita scho­nender für die Bäume auf dem Standort rea­li­siert werden kann, sieht sich getäuscht.

Zwar haben alle Betei­ligten Still­schweigen bis zum Umwelt­aus­schuss nächste Woche ver­ein­bart. Doch immerhin so viel wollte Bür­ger­mei­sterin Ulrike Drossel bestä­tigen: „Es wurden meh­rere Vari­anten der Pla­nung bei dem Treffen durch­ge­spro­chen. Eine Eini­gung konnte aber nicht erzielt werden. Bis zur Sit­zung am Montag wollen die Frak­tionen nun weiter beraten, wie sie zur Fäl­lung der Bäume stehen.“ Im Umwelt­aus­schuss geht es am Montag zwar „nur“ um die Zustim­mung zum Fällen von maximal elf Bäumen. Doch dass mehr auf dem Spiel steht, weiß auch die Bür­ger­mei­sterin. „Wenn die Bäume nicht gefällt werden sollen, stünde der Kita-Standort natür­lich auch für den Pla­nungs- und Bau­aus­schuss danach nicht mehr zur Ver­fü­gung.“

Standort war früher Müllkippe

Das gelbe Flatterband auf der Freifläche soll die genaue Größe des Baukörpers der Kita anzeigen. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Das gelbe Flat­ter­band auf der Frei­fläche zeigt einen alter­na­tiven Standort der Kita an. Doch in diesem Bereich müsste zunächst die Alt­la­sten­frage geklärt werden. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Was keiner der Betei­ligten heute offen sagte: Zumin­dest theo­re­tisch gibt es noch ein wei­teres Bau­feld inner­halb des Bebau­ungs­planes, das im vor­deren Bereich außer­halb des Baum­be­standes liegt. Doch über­ra­schend, zumin­dest für die mei­sten Teil­nehmer, infor­mierte die Ver­wal­tung bei dem Treffen gestern dar­über, dass im Bereich des alter­na­tiven Bau­feldes Alt­la­sten im Boden ver­mutet werden, da dort früher eine Müll­kippe war. Als Kon­se­quenz aus dieser Infor­ma­tion müsste zunächst die Alt­la­sten­frage abge­klärt werden. Das for­male Ver­fahren würde jedoch eine Ver­zö­ge­rung des Kita-Neu­baus nicht von ein paar Wochen, son­dern von meh­reren Monaten nach sich ziehen. Das will keine der Frak­tionen.

Als Kom­pro­miss für alle, die keine Bäume opfern wollen, bliebe prak­tisch nur das Umsetzen der größten Bäume, was nun­mehr tat­säch­lich eine ernst­hafte Option sein soll.

Offen äußern wollten sich gestern keiner der Teil­nehmer des Tref­fens zu kon­kreten Inhalten. Ledig­lich der Pla­nungs- und Bau­aus­schuss­vor­sit­zende Wil­fried Brink­mann (BBL) sagte auf die Frage, ob noch alter­na­tive Pla­nungen auf dem Standort mög­lich sind, was er schon immer gesagt hat: „Eine andere Rea­li­sie­rung des Bau­kör­pers ist auf diesem Standort nicht mög­lich. Wir haben alles pro­biert, aber es hat nicht zum Erfolg geführt.“ 

Umsetzen der Bäume eine Option 

Fried­helm Klemp, Frak­ti­ons­chef der Grünen, äußerte sich da etwas opti­mi­sti­scher: „Wir haben fest­ge­stellt, dass es auch noch andere Vari­anten der Pla­nung gibt, die mög­lich wären. Etwa ein Neubau auch im vor­deren Bereich des Stand­ortes, so wie beim öffent­li­chen Orts­termin vor einer Woche von einem Anwohner mit gelben Flat­ter­band dar­ge­stellt.“ Der Fäl­lung von elf Bäumen wollen die Grünen nicht zustimmen. „Dar­über reden wir in der Frak­ti­ons­sit­zung heute Abend auch noch.“

Jochen Hake zeigte sich heute „traurig, dass wir keine Eini­gung erzielen konnten.“ Der FDP-Chef bedauert. „Ich hätte mir schon etwas mehr Quer­denken gewünscht bei der ganzen Pla­nung. Ich weiß nicht, ob da jetzt noch ein Kom­pro­miss mög­lich ist. Ich bin da weniger opti­mi­stisch.“ 

Ähn­lich äußerten sich heute auch SPD- und CDU-Ver­treter, die anson­sten auf das ver­ein­barte Still­schweigen bis zur öffent­li­chen Sit­zung am Montag ver­wiesen.

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