Kein Kind zurücklassen“: Modellvorhaben kommt voran

Ver­treter von 40 Kom­munen tauschten sich in Gel­sen­kir­chen über die Arbeit im Modell­vor­haben „Kein Kind zurück­lassen“ aus. (Foto: Martin Scherag – ISA)

Kein Kind zurück­lassen! Kom­munen in NRW beugen vor.“ So lautet ein 2012 vom Land auf den Weg gebrachtes Modell­vor­haben. Das Kreis-Jugendamt war von Beginn an mit dabei. Inzwi­schen machen lan­des­weit 40 Kom­munen mit. Anfang des Monats rückten sie beim 16. Lern-Netz­werk-Treffen noch enger zusammen.

Kekiz – so die Abkür­zung des Modell­vor­ha­bens – schmiedet Prä­ven­ti­ons­ketten zum Wohle des Nach­wuchses und ist jetzt in der Fläche ange­kommen: Über die betei­ligten 40 Kom­munen werden 60 Pro­zent der Kinder und Jugend­li­chen im Land erreicht. Der erste Aus­tausch mit neuen und erfah­renen Akteuren in Gel­sen­kir­chen stand des­halb nicht ganz zufällig unter dem Motto „Das Lern-Netz­werk wächst (zusammen)“.

Wie gut es den Kom­munen gelingt, bei der Vor­beu­gung „vom Kind her zu denken“, unter­strich Bernd Neu­en­dorf, Staats­se­kretär im NRW-Fami­li­en­mi­ni­ste­rium: „Sie ändern ein­ge­spielte Abläufe und denken über die eigenen Zustän­dig­keiten hinaus.“

ASD baut Beratungsangebot auch in Holzwickede aus

Der Kreis als Jugendamt für Bönen, Fröndenberg/​Ruhr und Holzwickede hat das in den letzten Jahren mehr­fach bewiesen. Er rich­tete seine Arbeit neu aus und baute unter dem Leit­satz „Brücken für Fami­lien“ nicht nur das „klas­si­sche“ Bera­tungs­an­gebot des All­ge­meinen Sozi­al­dien­stes (ASD) in den drei Kom­munen aus.

Die Ver­wal­tung ver­netzte sich mit Kitas, Schulen, dem Kin­der­schutz­bund, der Schuld­ner­be­ra­tung oder auch dem Job­center, denn: „Wir wollten nicht länger nur aus unserem Blick­winkel heraus arbeiten, son­dern vom Kind her zu denken lernen“, erklärt Fach­be­reichs­lei­terin Sandra Waßen.

Des­halb werden die ver­schie­denen Ange­bote für Kinder, Jugend­liche und Fami­lien vor Ort mit­ein­ander ver­bunden, so dass der Nach­wuchs in den jewei­ligen Lebens­phasen bei Bedarf recht­zeitig die pas­sende Unter­stüt­zung erhält.

Wie wichtig und richtig das ist, hob bei dem Gel­sen­kir­chener Treffen auch Prof. Dr. Doris Bühler-Nie­der­berger von der Ber­gi­schen Uni­ver­sität Wup­pertal hervor. In ihrem Vor­trag über „Ungleiche Kind­heiten“ erin­nerte sie daran, dass sich die Vor­stel­lungen von einer „guten Kind­heit“ im Laufe der Geschichte immer wieder gewan­delt haben. „Wir müssen uns des­halb von augen­schein­lich selbst­ver­ständ­li­chen Vor­stel­lungen lösen und die Anliegen, Wün­sche und Bedürf­nisse der Kinder immer wieder neu in Erfah­rung bringen.“ (PK | PKU)

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