Katzenelend erschreckend: Grüne fordern Kastrationspflicht

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Der Ein­druck täuscht: Viele Katzen im Kreis Unna leben in erscheckendem Elend. Dagegen wollen die Grünen nun etwas tun. (Foto: Peter Gräber)

Kat­zen­elend nimmt wieder erschreckende Aus­maße an. Des­halb for­dern die Grünen im Kreis Unna, end­lich eine Kenn­zeich­nungs- und Regi­strie­rungs­pflicht auf den Weg zu bringen. Einen ent­spre­chenden Antrag haben die Grünen im Kreis jetzt gestellt. Darin for­dern sie auch, eine Kat­zen­schutz­ver­ord­nung für das gesamte Kreis­ge­biet zu erar­beiten.

Zu Beginn des Monats Juli war das Krei­stier­heim gezwungen, die Türen für Besu­cher geschlossen zu halten: Die Ver­sor­gung und Pflege der zahl­rei­chen abge­ge­benen Fund­katzen for­dert das Per­sonal zu sehr, als dass es noch Zeit für die Ver­mitt­lung der übrigen Tiere hätte.

Diese Tat­sache ist auch den Ehren­amt­li­chen des Tier­schutz­ver­eins Unna nicht fremd: Die von ihnen betreuten Kat­zen­sta­tion in Unna-Massen ist voll. Und auch hier hält der Kat­zen­kin­der­garten die Helfer ständig auf Trab.

Was sich süß und ver­spielt anhört, ist aller­dings ein sehr ern­stes tier­schutz­re­le­vantes und kosten­in­ten­sives Pro­blem. Geht man davon aus, dass eine Katze durch­schnitt­lich zweimal pro Jahr ca. drei Junge bekommt und diese sich auch immer weiter fort­pflanzen, hat allein dieses Kat­zen­paar nach drei Jahren bereits fast 500 Nach­kommen. Zwi­schen April und Sep­tember kommt es jedes Jahr des­halb zu Gebur­ten­schwemmen. Da die frei lebenden Katzen, ob aus­ge­setzt oder anders ver­wil­dert, fast nie in der Lage sind, sich selber aus­rei­chend zu ernähren, klappt das schon gar nicht im Falle von Nach­wuchs.
Fast alle frei lebenden Katzen sind nach­weis­lich in einem sehr schlechten Zustand: gra­vie­rende Ver­let­zungen, Augen­er­kran­kungen, „Katzen-Aids“ und immer wieder Unter­ernäh­rung.

Sprunghafte Vermehrung

So haben es sich die Tier­schutz­ver­eine zur Auf­gabe gemacht, zur Ver­hin­de­rung von wei­terem Kat­zen­elend Fut­ter­stellen ein­zu­richten. Die hier ange­trof­fenen Katzen werden mög­lichst gut ver­sorgt und mög­lichst kastriert. Aller­dings ist dieses immer nur ein sprich­wört­li­cher Tropfen auf den heißen Stein, da nicht alle Katzen zu diesem Zweck ein­ge­fangen werden können. Frei lebende Katzen treffen so auf Haus­katzen und -kater mit Frei­gang. Und ver­mehren sich weiter und weiter. Daher sollten Katzen, die sich auch draußen auf­halten, immer früh­zeitig kastriert werden.

Unser Antrag geht mit der ‚Erar­bei­tung geeig­neter Maß­nahmen zur Abwehr von Gefahren für frei­le­bende Katzen’ noch einen Schritt weiter,“ so Ste­phanie Schmidt, tier­schutz­po­li­ti­sche Spre­cherin der Frak­tion. „Wenn die Tiere auch noch unter der Nar­kose für die Kastra­tion durch eine Ohr­kerbe, eine Täto­wie­rung oder einen Mikro­chip gekenn­zeichnet und dann bei TASSO oder dem Deut­schen Haus­tier-Regi­ster ein­ge­tragen werden, finden ihre Besitzer sie bei Ver­lust schneller wieder. Übri­gens gibt es in Frön­den­berg und in Schwerte die Kastra­ti­ons­pflicht schon.“

Katzenschutzverordnung aus Respekt vor Mensch und Tier

Mit einer Kenn­zeich­nungs-, Regi­strie­rungs- und Kastra­ti­ons­pflicht ist ein Weg gewählt, so die Grünen in der Begrün­dung ihres Antrages, der dem Tier und den Hal­tern Respekt zollt, dem Arten­schutz dient und durch eine Ver­min­de­rung der Anzahl dieser Katzen deren Schmerzen, Leiden oder Schäden ver­rin­gern kann. Die Abwehr von Gefahren für frei­le­bende Katzen, aber auch für Katzen mit Frei­gang (Besit­zer­katzen), im Sinne des Tier­schutz­ge­setzes wird damit erfüllt, in Ver­ant­wor­tung des Men­schen für das Tier als Mit­ge­schöpf, dessen Leben und Wohl­be­finden zu schützen.

Als Kat­zen­halter im vor­ste­henden Sinne soll dabei auch gelten, wer frei­lau­fenden Katzen regel­mäßig Futter zur Ver­fü­gung stellt.

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