Jugendarbeitslosigkeit: Halbierung bis 2020 bleibt das Ziel

Jobcenter-Geschäftsführer Uwe Ringelsiep, Martin Wiggermann, Landrat Michael Makiolla und Thomas Helm (v.li.) ziehen Bilanz für das Vorhaben, die Jugendarbeitslosigkeit zu halbieren. (Foto: Fabiana Regino – Kreis Unna)
Job­center-Geschäfts­führer Uwe Rin­gel­siep, Martin Wig­ger­mann, Landrat Michael Makiolla und Thomas Helm (v.li.) ziehen Bilanz für das Vor­haben, die Jugend­ar­beits­lo­sig­keit zu hal­bieren. (Foto: Fabiana Regino – Kreis Unna)

Die Jugend­ar­beits­lo­sig­keit soll bis 2020 in jeder Stadt und Gemeinde im Kreis hal­biert werden. Dafür macht sich ein kreis­weites Bündnis seit Ende 2014 stark. Defi­nierte Zwi­schen­ziele wurden 2016 und 2017 aber ver­fehlt. Das ist auch 2018 der Fall. Den­noch sind die Bünd­nis­partner sicher: „Wir schaffen das.“

Hal­bie­rung der Jugend­ar­beits­lo­sig­keit im Jahr 2020. Das heißt in abso­luten Zahlen: von 1.728 Arbeits­losen im Jahr 2013 unter 25 Jahren im Jahr 2013 runter auf 864 im Jahr 2020. Das Ergebnis im November 2018 lautet: 1.125 junge Arbeits­lose und damit knapp 105 mehr als für das nun endende Jahr als Ziel­marke defi­niert wurde. Der in den Vor­jahren ent­stan­dene Rück­stand konnte aber in diesem Jahr deut­lich redu­ziert werden, waren es im ver­gan­genen Jahr noch etwa 160 Arbeits­lose mehr als erwartet.

Ein paar Hürden mehr nehmen

Die Flücht­lings­be­we­gungen war bei Abschluss der Ver­ein­ba­rung Ende 2014 nicht erkennbar, dient den Ver­ant­wort­li­chen aber nicht als Ent­schul­di­gung. Im Gegen­teil: „Wir müssen jetzt ein­fach ein paar Hürden mehr nehmen“, so Thomas Helm, Vor­sit­zender der Geschäfts­füh­rung der Agentur für Arbeit Hamm. Dabei seien sich die Ver­ant­wort­li­chen sowohl der Risiken als auch der Chancen der Situa­tion bewusst. Ins­ge­samt ist Helm aber „guter Dinge“.

Zusätzliche Stellen im Jobcenter

Der Vor­sit­zende der Trä­ger­ver­samm­lung des Job­cen­ters Kreis Unna, Martin Wig­ger­mann, schlägt in die gleiche Kerbe und ver­weist auf einen Kreis­tags­be­schluss vom 12. Dezember 2017. Der macht bis 2020 den Weg für zusätz­liche Stellen im Job­center frei. Die Auf­gabe der künf­tigen Stel­len­in­haber: jeweils 20 Arbeits­lose unter 25 Jahre im Jahr in Arbeit zu bringen. Wig­ger­mann zeigt sich opti­mi­stisch und hat keine Zweifel, dass das Ziel bis 2020 rea­li­siert wird.

Landrat Michael Makiolla, ein Motor des kreis­weiten Bünd­nisses, weiß sich mit seinen Part­nern auch einig bei der Frage, was denn nun zu tun sei. „Die Unter­nehmen müssen mehr Aus­bil­dungs­plätze als bis­lang bereit­stellen“, appel­liert er an die regio­nale Wirt­schaft. Er hat dabei die Schräg­lage zwi­schen Angebot und Nach­frage im Blick, denn im Kreis­schnitt kommen auf einen Bewerber etwa 0,8 Stellen.

Matching zwischen Stellen und Bewerbern klappt nicht

Das ‚Matching‘ nach dem Motto ‚Gesucht – gefunden‘ klappt nicht richtig“, benennt Landrat Makiolla ein Pro­blem. Hier wie­derum soll unter anderem mit Ange­boten zur Berufs­ori­en­tie­rung, mit Berufs- und Aus­bil­dungs­messen, mit auf die Aus­bil­dung vor­be­rei­tenden Klassen oder der engeren Ver­zah­nung der Berufs­ein­stei­ger­be­gleiter der Arbeits­agentur mit den Schulen gegen­ge­steuert werden.

Die aktu­ellen Ent­wick­lungen lassen aber auch den Landrat zuver­sicht­lich auf das Ziel 2020 blicken: „Auf dem Aus­bil­dungs­markt hat sich etwas getan. Natür­lich ist es noch nicht optimal, aber ich betrachte das Glas als halb­voll – und es wird immer voller“, beschreibt Michael Makiolla die Lage. „Die Arbeits­lo­sig­keit geht spürbar zurück, des­wegen glaube ich, dass wir auf einem guten Weg sind.“ PK | PKU

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