Jahresempfang einer Gemeinde mit Perspektive im Forum

 Das Tropical Quartett, vier Holzwickeder Musiker um den Kontrabassisten Uli Bär, sorgten mit karibischen Jazz-Rhythmen für den musikalischen Rahmen beim Jahresempfang der Gemeinde im Forum. (Foto: P. Gräber- Emscherblog.de)

Das Tro­pi­cal Quar­tett, vier Holzwicke­der Musi­ker um den Kon­tra­bas­si­sten Uli Bär, sorg­ten mit kari­bi­schen Klän­gen und Jazz für den musi­ka­li­schen Rah­men beim Jah­res­emp­fang der Gemein­de im Forum. (Foto: P. Grä­ber- Emscherblog.de)

Zum tra­di­tio­nel­len Jah­res­emp­fang der Gemein­de Holzwicke­de am Tag der Deut­schen Ein­heit konn­te Bür­ger­mei­ste­rin Ulri­ke Dros­sel heu­te (3. Okto­ber) im Forum des Schul­zen­trums etwa 200 gela­de­ne Gäste aus Wirt­schaft, Ver­ei­nen, Ver­bän­den, der Kir­chen sowie Poli­tik und Ver­wal­tung begrü­ßen. Unter den Gästen waren auch die Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Susan­ne Schnei­der (FDP), Hart­mut Ganz­ke (SPD), den stell­ver­tre­ten­den Land­rat des Krei­ses Unna, Mar­tin Wig­ger­mann, sowie die Bür­ger­mei­ster-Kol­le­gen aus Unna, Frön­den­berg und Schwer­te, Wer­ner Kol­ter, Fried­rich-Wil­helm Reb­be und „Vize“ Jür­gen Paul.

Bürgermeisterin Ulrike Drossel zeigte die aktuelle und künftige Entwicklung der Gemeinde Holzwickede in ihrer Rede auf. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Bür­ger­mei­ste­rin Ulri­ke Dros­sel zeig­te die aktu­el­le und künf­ti­ge Ent­wick­lung der Gemein­de Holzwicke­de in ihrer Rede auf. (Foto: P. Grä­ber — Emscherblog.de)

In ihrer Rede stell­te die Bür­ger­mei­ste­rin die jüng­ste Ent­wick­lung der Gemein­de Holzwicke­de in den Mit­tel­punkt. Was die finan­zi­el­le Situa­ti­on Holzwicke­des angeht, stell­te Ulri­ke Dros­sel her­aus, dass die Schul­den­ent­wick­lung der Gemein­de posi­tiv ver­läuft:

Neben der lau­fen­den und ein­ge­plan­ten Til­gung der Inve­sti­ti­ons­dar­le­hen in Höhe von 1,1 Mio. Euro konn­te die Gemein­de zusätz­lich mehr als zwei Mio. Euro Schul­den til­gen.  „Die­se Schul­den­til­gung ist bedeut­sam in Vor­be­rei­tung für die gro­ßen Inve­sti­tio­nen des vor uns lie­gen­den Rat- und Bür­ger­hau­ses“, sag­te Ulri­ke Dros­sel.

Soll­te sich die Gewer­be­steu­er­ein­nah­me in die­sem Jahr wei­ter so posi­tiv ent­wickeln, könn­te die Gemein­de zum ersten Mal über­haupt die Gren­ze von 14 Mio. Euro Gewer­be­steu­er­ein­nah­men über­schrei­ten. Wohl auch des­halb fiel es der Bür­ger­mei­ste­rin nicht schwer, zu ver­spre­chen: „Die Grund­steu­er und auch die Gewer­be­steu­er blei­ben sta­bil.“

Trotz­dem hat und wird die Gemein­de wei­ter inve­stie­ren. Als Bei­spie­le nann­te Ulri­ke Dros­sel die neue Feu­er- und Ret­tungs­wa­che Süd für den Lösch­zug II, wel­che die alten Stand­or­te des Lösch­zu­ges II in Opher­dicke und Heng­sen über­flüs­sig gemacht hat und für in die­sem Jahr drei Mio. Euro inve­stiert wur­den. Wei­te­ren Inve­sti­ti­ons­be­darf gebe es aber auch am Stand­ort des Lösch­zu­ges Mit­te, der erwei­tert wer­den muss.

Schließ­lich wird auch wei­ter bei den Kin­der­gär­ten in die Gemein­d­ein­fra­struk­tur inve­stiert: Die Über­gangs­lö­sung für zwei Kin­der­grup­pen an der Rausin­ger Hal­le befin­de sich „auf der Ziel­ge­ra­den“, so Ulri­ke Dros­sel. Geplan­ter Eröff­nungs­ter­min sei wei­ter­hin der 1. Novem­ber. Aber auch auf dem Haarst­rang in Heng­sen und Opher­dicke lau­fen Pla­nun­gen des Kreis­ju­gend­am­tes mit der evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­de als Trä­ger für einen wei­te­ren Kin­der­gar­ten. „Die Pla­nun­gen gehen in Rich­tung einer vier­grup­pi­gen Ein­rich­tung auf einem kir­chen­ei­ge­nen Grund­stück an der Unna­er Sta­ße“, so die Bür­ger­mei­ste­rin. Die Trä­ger­schaft, die Finan­zie­rung sowie wei­te­re tech­ni­sche Details ste­hen noch nicht end­gül­tig fest, müs­sen aber vor der not­wen­di­gen Ände­rung des Bebau­ungs­pla­nes vor­lie­gen.

Es wird dringend Wohnraum gebraucht

Etwa 200 gela­de­ne Gäste aus Wirt­schaft, Ver­ei­nen, Ver­bän­den, den Kir­chen sowie der Poli­tik und Ver­wal­tung fan­den sich im Forum ein. (Foto: P. Grä­ber — Emscherblog.de

Auch auf die Situa­ti­on der Flücht­lin­ge in Holzwicke­de ging die Bür­ger­mei­ste­rin ein: „Dank des gro­ßen ehren­amt­li­chen Enga­ge­ments haben wir die­se Men­schen in Holzwicke­de gut auf­ge­nom­men.“ Als eine der weni­gen Kom­mu­nen habe man dafür kei­ne Turn­hal­len schlie­ßen müs­sen. Statt­des­sen sei in Holzwicke­de eine „gute Unter­kunft“ an der Bahn­hof­stra­ße mit eige­ner Küche, Schlaf- und Auf­ent­halts­räu­men geschaf­fen wor­den.

Zu Spit­zen­zei­ten leb­ten über 260 Flücht­lin­ge in der Gemein­de. „Aktu­ell beher­ber­gen wir in Holzwicke­de 170 Men­schen aus Zuwei­sun­gen der Bezirks­re­gie­rung, wovon 55 Per­so­nen ihre Aner­ken­nung erhal­ten“, so Dros­sel wei­ter. „Die Pro­ble­me haben sich ver­än­dert, wir brau­chen wei­ter Wohn­raum für die Men­schen.“ Immer­hin konn­ten bereits für 95 Per­so­nen Woh­nun­gen in Holzwicke­de ver­mit­telt wer­de.

In Sachen ÖPNV zeig­te sich die Bür­ger­mei­ste­rin zuver­sicht­lich, dass man nach den Gesprä­chen, die mit dem Flug­ha­fen Dort­mund geführt wur­den, „in abseh­ba­rer Zeit zu einer guten Lösung fin­den“ wer­de. Bei einem Bür­ger­bus-System, das in Frön­den­berg mit Ehren­amt­li­chen gut funk­tio­nie­re, sei es schwie­rig, lang­fri­stig die erfor­der­li­chen Ehren­amt­li­chen zu fin­den, wie die Gesprä­che mit Frön­den­berg gezeigt hät­ten. Auch gebe es in Holzwicke­de nicht die gro­ßen Ent­fer­nun­gen zwi­schen den Orts­tei­len wie in Frön­den­berg.

Immer­hin ver­mel­de­te die Bür­ger­mei­ste­rin Voll­zug bei einer ande­ren Idee aus der ISEK-Ide­en­fin­dung:  der Mit­fahr­bank . Die VKU habe kei­ne Beden­ken, so dass die ersten drei Mit­fahr­bän­ke, die eigent­lich Stüh­le sind, bestellt wur­den. Die drei Mit­fahr­bän­ke sol­len an den Bus­hal­te­stel­len in Heng­sen, Opher­dicke und in der Gemein­de­mit­te für den Rück­weg auf­ge­stellt wer­den.

Drei gelbe Mitfahrbänke werden aufgestellt

Drei gelbe Mitfahrbänke wie diese werden jetzt in den Haltestellen in Hengsen, Opherdicke und für die Rückfahrt in der Gemeindemitte aufgestellt. (Foto: Gemeinde Holzwickede)

Drei gel­be Mit­fahr­bän­ke wie die­se wer­den jetzt in den Hal­te­stel­len in Heng­sen, Opher­dicke und für die Rück­fahrt in der Gemein­de­mit­te auf­ge­stellt. (Foto: Gemein­de Holzwicke­de)

An der Mit­fahr­bank sind Klapp­ta­feln als Hin­weis mit der ‚End­sta­ti­on’ Bank ange­bracht. Zu dem Ziel, zu dem ich mit­ge­nom­men wer­den möch­te, klap­pe ich die dem­entspre­chen­de Tafel um, z.B. Park­platz EDEKA, Kir­che, Bahn­hof“, erläu­ter­te Ulri­ke Dros­sel. „Ich hof­fe und wün­sche mir, dass die­ses System inten­siv genutzt wird.“ Es wer­de sich zei­gen, ob eine Mit­fahr­bank auch in nörd­li­che Rich­tung sinn­voll ist.

Schließ­lich gab die Bür­ger­mei­ste­rin bekannt, dass als wei­te­re Schrit­te zur Digi­ta­li­sie­rung und tou­ri­sti­schen Ent­wick­lung der Emscher­ge­mein­de ab sofort zwei neue Inter­net­sei­ten frei­ge­schal­tet wor­den sind: Zu fin­den sind sie unter den Adres­sen holzwickede-stadtplan.de sowie perspektive-holzwickede.de.

Wie Wirt­schafts­för­de­rer Ste­fan Thiel im Anschluss an die Bür­ger­mei­ste­rin dazu erläu­ter­te, sind die Sei­ten von der im Zuge der Mar­ke­ting­kam­pa­gne beauf­trag­ten Agen­tur erstellt wor­den. Auf perspektive-holzwickede.de kön­nen sich Inter­es­sier­te haupt­säch­lich aktu­ell über die lau­fen­den ISEK-Pro­jek­te in der Emscher­ge­mein­de infor­mie­ren.

Die Sei­te holzwickede-stadtplan.de ist ein digi­ta­ler Stadt­plan, auf dem sich Besu­cher anhand von Pik­to­gram­men, Fotos und Fil­men in der Emscher­ge­mein­de ori­en­tie­ren kön­nen. Gewer­be­trei­ben­de, Ver­ei­ne und ande­re Inter­es­sen­ten kön­nen sich kosten­los auf dem digi­ta­len Stadt­plan ein­tra­gen las­sen und sich so eine zusätz­li­cher Wer­bung sichern, wie der loka­le Wirt­schafts­för­de­rer erklär­te.

Digitalisierung schreitet voran: zwei neue Interntseiten

Holzwickedes Wirtschaftsförderer Stefan Thiel erläuterte die beiden gerade freigeschalteten neuen Internetseiten der Gemeinde Holzwickede und die nächste ISEK-Projekte. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Holzwicke­des Wirt­schafts­för­de­rer Ste­fan Thiel erläu­ter­te die bei­den gera­de frei­ge­schal­te­ten neu­en Inter­net­sei­ten der Gemein­de Holzwicke­de und die näch­ste ISEK-Pro­jek­te. (Foto: P. Grä­ber — Emscherblog.de)

Ein gro­ßes Pro­jekt ist natür­lich das neue Bür­ger- und Rat­haus, das bar­rie­re­frei mit Cafe, öffent­li­cher Toi­let­te, einem gro­ßen Mul­ti­funk­ti­ons­saal und einem klei­ne­ren Bür­ger­raum errich­tet wer­den soll. Als näch­ster Schritt kann ab Novem­ber in die wei­te­re Detail­pla­nung ein­ge­stie­gen wer­den, kün­dig­te Thiel an.

Auch Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­spiel­platz im Emscher­park soll noch in die­sem Jahr begon­nen wer­den. Nach Abriss und Rück­bau des alten Spiel­plat­zes soll die neue Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­an­la­ge dann näch­stes Jahr ent­ste­hen.

Für den musi­ka­li­schen Rah­men beim Jah­res­emp­fang sorg­te heu­te das Tro­pi­cal Quar­tett. Die vier Musi­ker um den Opher­dicker Uli Bär lie­ßen mit kari­bi­schen Rhyth­men ange­hauch­ten Jazz erklin­gen.

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Dipl.-Journalist

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