Im Vollrausch Blechschaden verursacht und Polizisten angegriffen: 750 Euro Geldbuße

Gefähr­dung des Stra­ßen­ver­kehrs und Wider­stand gegen Voll­streckungs­be­amte lau­tete die Anklage gegen einen 38 Jahre alten Holzwickeder, der sich heute (8. Januar) vor dem Amts­ge­richt Unna zu ver­ant­worten hatte.

Am 11. Sep­tember vorigen Jahres hatte der Ange­klagte seinen Pkw auf dem Park­streifen Haupt­straße 66 vor dem Rewe-Markt abge­stellt, um sich im Park mit einem Bekannten zum Zechen getroffen. Gegen 18.30 Uhr kehrte er noch einmal zurück, nach eigenen Angaben, nur um die Park­scheiben zu ver­län­gern.

Aus dem Fen­ster der Volks­bank heraus beob­ach­tete der Zeuge W., wie der Pkw des Ange­klagten langsam rollte und gegen seinen eigenen Pkw stieß. W. ging nach draußen, um den Ange­klagten zur Rede zu stellen, da durch den Auf­prall sein Kenn­zei­chen ver­bogen wurde.

Kennzeichen verbogen: zehn Euro

Es ent­wickelte sich ein Wort­ge­fecht, über den mut­maß­li­chen Schaden, das damit endete, dass der Ange­klagte dem Zeugen W. zehn Euro in die Hand drückte, seinen Pkw umparkte und im nahen Rewe-Markt ver­schwand. Dort deckte sich der 38-Jäh­rige mit alko­ho­li­schem Nach­schub ein. Als sich die Kon­tra­henten draußen auf dem Weg zurück in den Park wieder über den Weg liefen, ent­zün­dete sich der Streit über einen mut­maß­li­chen Schaden erneut. Der Ange­klagte war W. vor, ein Betrüger zu sein, wie dieser heute im Zeu­gen­stand aus­sagte. W. fühlte sich derart heftig von dem 38-Jäh­rigen bedrängt, das er sich nicht mehr anders zu helfen wusste und die Polizei rief.

Für den reni­tenten 38-Jäh­rigen war das aller­dings kein Grund, klein bei­zu­geben: Als die Poli­zei­be­amten ihn in seinem Pkw sit­zend und Alkohol trin­kend antrafen baten sie ihn zum Alko­hol­test. Doch der 38-Jäh­rige wider­setzte sich und wehrte sich gegen den Test und wurde sogar tät­lich dabei. Schließ­lich wurde er von den Beamten über­wäl­tigt.

Angeklagter entschuldigt sich

Daran und an viele andere Dinge kann sich der Ange­klagte jedoch über­haupt nicht mehr erin­nern. Kein Wunder. Schließ­lich stellte der Poli­zei­arzt einen Blut­al­kohol von fast drei Pro­mille bei dem 38-Jäh­rigen fest. Wie­viel er davon erst nach dem kleinen Blech­schaden kon­su­miert hat, ließ sich kaum noch fest­stellen.

Nüch­tern zeigte der Holzwickeder auf der Ankla­ge­bank heute auf­rich­tige Reue. Er ent­schul­digte sich herz­lich für sein Fehl­ver­halten. „Ich weiß nicht, was in mich gefahren ist. In dem Ver­halten kenne ich mich selbst nicht wieder.“ Weil der Ange­klagte bei fast drei Pro­mille sicher nicht mehr zurech­nungs­fähig war, außerdem der Sach­schaden gering ist und nie­mand ver­letzt wurde, der Ange­klagte zudem bisher völlig unbe­scholten geblieben ist, kam der Holzwickeder noch einmal mit einem blauen Auge davon. Richter Jörn Granseuer stellte das Ver­fahren gegen Zah­lung einer Geld­buße von 750 Euro vor­läufig ein.

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